„Finale dahoam“: Bayern-Doppel Schnaitter/Wallner mischt München auf
Das deutsche Doppel Jakob Schnaitter und Mark Wallner hat vor heimischer Kulisse das Endspiel der BMW Open in München erreicht.
Die beiden haben einen Lauf: Jakob Schnaitter und Mark Wallner starteten bei ihrem „Heimturnier“ in München in der Qualifikation, gewannen dort beide Matches, zogen ins Hauptfeld ein und erreichten nun nach drei weiteren Siegen tatsächlich das Endspiel. Es ist ein echtes „Finale dahoam“, weil beide Akteure einen engen Bezug zu München haben – das ist schon jetzt die Feel-Good-Story der BMW Open 2026.
Schnaitter stammt aus Wasserburg am Inn, lebte eine Zeitlang an der Tennisbase von Oberhaching und trainiert nun bei Marc Meigel im TC Ismaning. Ähnlich fest verwurzelt im bayerischen Tennis ist sein Doppelpartner Mark Wallner, der sogar in München zur Welt kam. Nachdem beide einige Jahre Collegetennis in den USA spielten, brachte sie Coach Meigel in Ismaning zusammen. 2023 spielten sie ihre ersten gemeinsamen Doppel, seit 2024 bilden sie ein festes Duo, etablierten sich in den Top 50 der Doppel-Weltrangliste und feierten nun ihren größten Erfolg – ausgerechnet in München.
Schon als Kinder zum Turnier gekommen
„Dass wir zum ersten Mal im Finale eines 500er-Turniers stehen, ist natürlich ein Riesenerfolg. Und dass das hier in München passiert, ist das beste Gefühl überhaupt! Wir sind als Kinder zu dem Turnier gekommen, und jetzt spielen wir das Finale, das ist verrückt“, freute sich Schnaitter. Dreimal gewannen Schnaitter/Wallner während des Turniers im Match-Tiebreak. Im Halbfinale gegen Bambri/Venus allerdings waren sie das klar bessere Team und dominierten das Spielgeschehen.
Beim Stand von 6:1, 5:4 schlug Wallner zum Match auf. Der „deceiding point“ bei Einstand, gleichbedeutend mit Matchball für das deutsche Duo, blieb jedoch ungenutzt – 5:5. „SchnaWall“, wie die Kombo intern genannt wird, holten sich aber gleich das Break zurück und servierten dann smart zum 6:1, 7:5-Sieg aus. „Wir haben heute unser bestes Tennis gezeigt und genauso gespielt, wie wir uns das vorgenommen haben“, bilanzierte Schnaitter.
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Mark Wallner: „Ist eine große Ehre“
Auch Mark Wallner war überwältigt von dem Sieg: „Es bedeutet uns alles, dass wir hier im Endspiel sind, vor Familie und Freunden. Dass heute so viele Leute am Platz waren, obwohl Alexander Zverev zeitgleich auf dem Center Court spielte, ist wirklich eine große Ehre.“ Dass es am Ende der Partie doch nochmal etwas wackelig wurde, erklärte der 26-Jährige so: „Natürlich haben auch wir Nerven, aber das ist ganz normal. Wenn man vor dem Match weiß, dass Nerven auf einen zukommen, dann kann man besser damit umgehen. Wir verzeihen uns alle Fehler, das ist vielleicht unser Erfolgsgeheimnis in diesem Punkt.“
Nun also ein „Finale dahoam“ am Sonntag! Die Gegner von Schnaitter/Wallner werden am Samstag zwischen den Paarungen Arribage/Olivetti aus Frankreich und Luz/Matos aus Brasilien ermittelt. Beide Duos zählen zu den „In-Form-Teams“ auf der Tour. Luz/Matos holten schon zwei Titel 2026, beide auf Sand (Rio de Janeiro, Santiago). Arribage/Olivetti gewannen sogar drei Turniere 2026, alle allerdings auf Hartplatz (Auckland, Montpellier, Dallas).
„Das Finale dahoam ist emotional für alle ein Riesending, für die Spieler, den Trainer und für die Familien und das Umfeld. Jetzt stecken wir noch mal richtig Energie rein und dann holen wir uns das Ding“, versprüht Coach Marc Meigel vor dem Endspiel Zuversicht. Klar ist: Wenn Schnaitter/Wallner, die beiden Bayern-Buben, am Sonntag ihre Topform abrufen können und von ihren Fans ordentlich gepusht werden, ist ihnen auch der Titel in München zuzutrauen.
