Sorana Cirstea

Sorana Cirstea steht beim Masters-Turnier in Rom überraschend im Halbfinale.Bild: Imago

Sorana Cirstea: „Ich hätte nicht erwartet, auf diesem Level zu spielen“

Im Dezember letzten Jahres hatte Sorana Cirstea bekannt gegeben, dass sie ihre Profikarriere nach der Saison 2026 beenden wird. Aktuell steht sie im Halbfinale der Italian Open. In Rom spricht sie über ihre konstante Leistung in den letzten Wochen und ihre aktuellen Gedanken bezüglich ihres geplanten Karriereendes.

Sorana Cirstea spielt aktuell das Tennis ihres Lebens. Die Rumänin steht nach Siegen über Aryna Sabalenka und Jelena Ostapenko im Halbfinale beim Masters in Rom. Vor 13 Jahren, im August 2013, hatte sie bis dato ihr bestes Ranking – Rang 21. Im WTA Live Ranking hat sie diese Position vor dem Halbfinale von Rom eingestellt. Ein Sprung unter die besten 20 in absehbarer Zeit ist also möglich.

 

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

 

Ein Beitrag geteilt von Sorana Cirstea (@soranacirstea)

„Manchmal muss man sich vom Leben überraschen lassen“

In der italienischen Hauptstadt sprach Cirstea mit der Sportplattform Tennis Channel über mögliche Planänderungen in Bezug auf ihr Vorhaben, ihre Profikarriere zum Jahresende zu beenden. „Ich hätte nicht erwartet, auf diesem Level zu spielen und ich hätte nicht erwartet, es so sehr zu genießen“, sagte die rumänische Profispielerin und fügte hinzu: „Dieses Jahr übertrifft bisher die Erwartungen, die ich hatte.“

In den vergangenen Tagen kam immer wieder die Frage auf, ob ihre konstante Leistungen in Rom, etwas an der Entscheidung geändert hätten, ihre Karriere nach dieser Saison zu beenden. Cirsteas Antwort: „Ich werde die Tür ein wenig offen lassen, aber die Entscheidung ist in diesem Moment dieselbe.“ Sie sagte ferner: „Ich habe es im Dezember angekündigt, es war eher eine persönliche Angelegenheit.“

Die Rumänin habe gelernt, nicht alles im Leben planen und strukturieren zu können. Diesbezüglich sagte sie: „Manchmal muss man sich vom Leben überraschen lassen.“ Die Entscheidung stehe – mit dem kleinen Unterschied, dass „die Tür ein wenig offen bleibe“.

 

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

 

Ein Beitrag geteilt von Sorana Cirstea (@soranacirstea)

Cirstea reflektierte im Tennis Channel- Interview ihre bisherigen Erfolge in Rom. In der dritten Runde traf sie auf die Nummer eins im Damentennis, Aryna Sabalenka. Es war ihr erster Sieg gegen eine amtierende Nummer eins.

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

 

Ein Beitrag geteilt von WTA (@wta)

Die rumänische Profispielerin habe in der „Off-Season“ hart gearbeitet. „Immer wenn ich auf dem Platz stehe, habe ich das Gefühl, dass ich mich verbessern kann“, sagte Cirstea. Diese Mentalität habe ihr während ihrer Karriere geholfen.

Besonders stolz sei sie auf ihre konstante Leistung in den vergangenen Wochen. „Ich fühle mich körperlich in einer wirklich guten Verfassung.“ Diese körperliche Stärke habe ihr auf dem Court geholfen und ihr mehr Selbstbewusstsein gegeben.

 

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

 

Ein Beitrag geteilt von WTA (@wta)

„Ich musste mein Mindset ein wenig ändern“

Stichwort mentale Stärke: „Ich musste mein Mindset ein wenig ändern.“ sagte Cirstea im Tennis Channel-Interview. Zu Saisonbeginn in Australien sei sie teilweise zu emotional gewesen. „Ich konnte nicht glauben, dass ich diese Turniere zum letzten Mal spielen würde“, erinnert sich Cirstea. Zur Erinnerung: In Melbourne schlug die Rumänin in der ersten Runde Eva Lys.

Sie habe gewusst, dass es ein emotionales Jahr sein würde und ihr Mindset von „Okay, das ist das letzte Mal, dass ich hier spiele“ bis zu „Ich habe eine weitere Chance, hier schöne Erinnerungen zu sammeln und vor den Fans zu spielen“ geändert.

„Es war die beste Woche meines Lebens“

Im Netz herrscht mittlerweile die Meinung vor: Cirstea spiele ihr bestes Tennis. Auf die Frage, ob sich ihr Spiel in ihrer letzten Saison verändert habe, sagte sie: „Ich habe immer noch viel Ehrgeiz, ich investiere immer noch viel harte Arbeit.“ Mental gesehen, sei der Druck ein wenig geringer. Das liege aber vor allem an ihren guten Leistungen in den vergangen Wochen.

Ein Karriere-Highlight sei dabei der Sieg der Transylvanian Open in Cluj-Napoca in ihrer Heimat Rumänien gewesen: „Es war die beste Woche meines Lebens“, sagte sie. Ein Heimat-Turnier zu gewinnen, sei schon immer „ein Traum“ von ihr gewesen.

 

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

 

Ein Beitrag geteilt von WTA (@wta)

Ob es Dinge gäbe, die sie rückblickend auf ihre Karriere bereue? Antwort Cirstea: „Man wird immer Dinge bereuen, man wird immer denken, dass man mehr erreichen könnte“, sagte die rumänische Profispielerin. In den letzten Jahren jedoch, habe sie eine gute Balance gefunden, hart zu arbeiten und gleichzeitig Tennis zu genießen.

Bereits nachdem sie ihr Karriere-Ende angekündigt hatte, sagte Cirstea im Tennis Insider Club- Podcast von Caroline Garcia (ehemalige französische Profispielerin) im letzten Dezember, als ihre Entscheidung feststand, noch ein Jahr zu spielen: „Es gibt viele Dinge, die ich hätte besser machen können, aber ich habe damit Frieden geschlossen.“ Ihr sei nach ihren ersten Tiefpunkten im Laufe ihrer Karriere bewusst geworden, dass sie Tennis liebe und so viel Passion für den Sport habe.

 

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

 

Ein Beitrag geteilt von Tennis Insider Club (@tennisinsiderclub)

„Ich kann frustriert sein, dass ich nicht die Nummer Eins war, dass ich keine Grand Slams gewonnen habe und mich wie ein Versager fühlen oder ich kann mich auf den heutigen Tag fokussieren und meine 100 Prozent geben (…)“, sagte sie damals.

Das Ergebnis ihrer mentalen Einstellung sieht man aktuell in Rom. Im Halbfinale wird sie gegen Coco Gauff spielen.

Anna-Sophia Antic. Sie studiert Journalismus an der IU Akademie