Boris Becker, Uwe Seeler, Otto Waalkes

Das Show-Doppel 1986 in Hamburg mit Boris Becker, Uwe Seeler, Otto Waalkes und Ion Tiriac ist Kult.Bild: Imago

Boris Becker & Otto Waalkes – Scherze am Hamburger Rothenbaum

Vor 40 Jahren, im Jahr 1986, spielten Boris Becker, Otto Waalkes, Uwe Seeler und Ion Tiriac ein launiges Show-Doppel beim Tennisturnier in Hamburg am Rothenbaum.

Das Sandplatzturnier am Hamburger Rothenbaum ist das traditionsreichste Tennisturnier in Deutschland. Seit 1892 wird in Hamburg nicht nur Weltklasse-Tennis geboten, der Centre Court war auch das eine oder andere Mal Schauplatz für amüsante Szenen.

So wie vor 40 Jahren, als es am Rothenbaum – damals noch ohne das ikonische Zeltdach – zu einem besonderen Show-Doppel kam. Das Turnier fand 1986 erst Mitte September statt. Boris Becker hatte zwei Monate zuvor zum zweiten Mal Wimbledon gewonnen.

Show-Doppel in Hamburg: Becker/Seeler besiegen Waalkes/Tiriac

Für den feierlichen Empfang von Becker in der Hansestadt inszenierte man ein launiges Doppel zugunsten des Kinderhilfswerks Unicef. Becker, die neue deutschen Sportlegende, bildete mit Fußballlegende Uwe Seeler, damals 49 Jahre alt, ein Doppel. Das andere Doppel bestand aus Becker-Manager Ion Tiriac und Otto Waalkes, dem beliebtesten Komiker zur damaligen Zeit.

Gespielt wurde in einem Kurzformat mit einem Aufschlagspiel für jeden der vier Spieler. Dass es für die 12.000 Zuschauer nicht nur ein unterhaltsames, sondern auch ein ansehnliches Doppel wurde, lag vor allem an Uwe Seeler und Otto Waalkes, die eindrucksvoll zeigten, dass sie gut mit Tennisschläger und Tennisball umgehen können. Den einen oder anderen Spaß baute Komiker Otto natürlich in das Show-Doppel mit ein. Das Duo Becker/Seeler siegte schließlich mit 3:1.

Boris Becker: „Ich spiele nie wieder in Hamburg”

Für Becker blieb es ein kurzes Gastspiel in Hamburg, zumindest im Einzel. Der amtierende Wimbledonsieger verlor bereits sein Auftaktmatch gegen den US-Amerikaner Mel Purcell mit 5:7, 6:2, 6:7. „Ich spiele nie wieder in Hamburg. Das Publikum wollte nur ein Spektakel sehen und kein Tennismatch“, schimpfte Becker nach der Niederlage. Im Doppel lief es deutlich besser. Mit Davis-Cup-Kumpel Eric Jelen erreichte er das Endspiel.

Seine Ankündigung, dass er nicht nach Hamburg zurückkommt, machte Becker nicht wahr. Nach einem Jahr Pause spielte er 1988 wieder am Rothenbaum. Ein Happy End mit dem traditionsreichsten Tennisturnier in Deutschland gab es nicht. Bei seinen zwölf Starts erreichte er dreimal das Halbfinale im Einzel, 1990 stand er im Endspiel und kassierte gegen den Spanier Juan Aguilera eine deutliche Dreisatzniederlage (1:6, 0:6, 6:7).

Auch im Doppel wurde es nichts mit dem Titelgewinn am Rothebaum. An der Seite von Jelen verlor Becker 1989 sein zweites Doppel-Finale in Hamburg – zum zweiten Mal gegen die Spanier Emilio Sanchez und Sergio Casal. Das launige Show-Doppel mit Otto Waalkes, Uwe Seeler und Ion Tiriac wird Becker sicherlich weiterhin in bester Erinnerung haben.