Julia Stusek: „Meine Mama ist Tag und Nacht auf der Tour dabei“
Die 18-Jährige Julia Stusek, die in Wangen/Schweiz lebt, über erste Schritte im Proficircuit, ihren Fitnesscoach Jez Green und Ex-Trainerin Melanie Molitor.
Frau Stusek, in Hamburg gewannen Sie zum ersten Mal eine Runde im Hauptfeld eines WTA-Turniers. Wie war das?
Sehr schön. Ich bin ohne Erwartungen angereist. Ich wollte sehen, wo ich stehe und mich mit anderen Spielerinnen auf dem Niveau messen. Ich war dankbar für die Möglichkeit, in Hamburg mit einer Wildcard spielen zu dürfen.
Ihre Juniorinnenkarriere haben Sie 2025 mit den ITF-Junior-Finals in China beendet. Sind Sie jetzt auf der großen Tour angekommen?
Genau, jetzt geht‘s ans Eingemachte (lacht).
Wie ist der Unterschied zwischen Juniorinnen- und Damentennis?
Der größte Unterschied ist wahrscheinlich die Konstanz, mit der auf der Profitour gespielt wird. Es werden definitiv weniger Fehler gemacht. Es ist auch ein bisschen schneller. In der Jugend ist es bei manchen noch ein Hobby, jetzt ist es ein Beruf.
In Hamburg gewannen Sie einen Satz gegen die spätere Siegerin Tamara Korpatsch. Wie bewerten Sie das?
Sie ist eine Topspielerin. Dass ich mich mit ihr messen durfte, schauen durfte, wie sie spielt, was sie besser macht, worin ich selbst aber schon gut bin – das sind unbezahlbare Erfahrungen.
Wie sieht Ihr Umfeld aus?
Ich bin beim DTB gut aufgestellt. Wenn ich zu Turnieren in Deutschland fahre, ist immer eine Betreuung dabei. In Hamburg waren das Torben Beltz und Jasmin Wöhr (Fed Cup-Chef und Bundestrainer; d. Red.). Meine Mama ist immer dabei. Die ist Tag und Nacht ein wichtiger Betreuer für mich. Wenn ich meine Trainingswochen beim DTB-Stützpunkt in Stuttgart absolviere, bin ich bei meinem Coach Sebastian Sachs gut aufgehoben. Ich habe auch einen Fitnesstrainer – Jez Green.
Der Fitnesscoach von Alexander Zverev. Da sind Sie ja in besten Händen.
Stimmt, ich bin für die Zusammenarbeit sehr dankbar. Er erstellt die Pläne, die ich dann im Gym abarbeite und kontrolliert es dann alle sechs bis acht Wochen.
Einer Ihrer Sponsoren steht unverkennbar auf Ihrem Cap.
Ja, ich bin in der Red Bull-Family. Es ist eine coole Marke mit coolen Athleten. Ein Teil davon zu sein, macht mich glücklich und stolz.
Gibt es Vorbilder auf der Tour?
Jasmine Paolini ist so ein bisschen ein Vorbild. Sie ist eher klein, wie ich, und spielt deshalb etwas anders. Bei ihr kann ich mir ein paar Dinge abschauen.
Früher wurden sie von Melanie Molitor, der Mutter von Martina Hingis, trainiert.
Ja. Das war eine lange und lehrreiche Zeit. Ohne sie würde ich nicht dort stehen, wo ich heute bin.
