Gael Monfils: Scherben statt Abschiedsparty
Das Ende einer großen Tennis-Liebe: Elina Svitolina und Gael Monfils geben nach fünf Ehejahren ihre Trennung bekannt. Für die Fans doppelt bitter. Der französische Showman beendet seine schillernde Karriere nicht im Jubel von Paris, sondern vorzeitig und im Stillen.
Noch Ende August schien die Welt auf Court 17 in Flushing Meadows in bester Ordnung: Hand in Hand betraten Elina Svitolina und Gael Monfils die Anlage der US Open, um gemeinsam im Mixed-Wettbewerb aufzuschlagen. Es war das vertraute Bild zweier Menschen, die seit ihrem Kennenlernen im Jahr 2019 und der Hochzeit im Sommer 2021 als das absolute Traumpaar der Tour gefeiert wurden. Nahbar, humorvoll und über ihren gemeinsamen Kanal „G.E.M.S. Lifestets“ mit einem Augenzwinkern unterwegs. Gemeinsam standen sie für eine spürbare Lockerheit und nahbare Momente in einer Sportwelt, die oft von purem Druck dominiert wird.
Doch hinter der sonnigen Fassade tobte schon länger ein schwerer Sturm. Am Montag gab Svitolina eine überraschende Erklärung ab: Nach fünf Jahren Ehe gehen die Ukrainerin (32) und der Franzose (40) getrennte Wege.
Elina Svitolina: „Die härteste Wahrheit, der ich mich je stellen musste“
In einem tief berührenden Statement auf Instagram räumte Svitolina schonungslos mit Spekulationen auf und gab einen selten ehrlichen Einblick in ihr Seelenleben. Es gebe „keinen Schuldigen“, betonte die ehemalige Weltranglistendritte. Stattdessen zerriss sie vor allem die seelische Last des Krieges in ihrer ukrainischen Heimat, wo ihre Familie weiterhin lebt:
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„Was ihr nicht gesehen habt, waren die schlaflosen Nächte, die Zweifel und das Gefühl, mich selbst langsam zu verlieren. Gaël hat all das miterlebt. Er hat meine Hand nie losgelassen. Wir haben lange Zeit gemeinsam gekämpft, mit allem, was wir hatten. Aber manche Kämpfe finden tief in einem selbst statt, und keine noch so große Liebe eines anderen kann sie für einen gewinnen.“
Es sei „die härteste Wahrheit, der ich mich je stellen musste, und das Schwerste, was ich je dem Menschen sagen musste, den ich liebe“. Trotz des Schmerzes stellten beide sofort klar, worauf es nun einzig ankommt: auf die gemeinsame Tochter Skaï (4). „Skaï wird immer an erster Stelle stehen. Unsere Ehe geht zu Ende, aber unsere Familie bleibt bestehen. Wir werden immer ihre Eltern sein, Seite an Seite, bei jedem Schritt ihres Lebens.“
Gael Monfils: Stille statt Standing Ovations in Paris
Die Trennung im Guten rettet das Wohl der Tochter, für Gael Monfils riss sie jedoch den sportlichen Boden unter den Füßen weg. Eigentlich war alles für einen filmreifen Abgang orchestriert: Der Pariser Publikumsliebling hatte 2026 zu seiner offiziellen Abschiedstournee erklärt. Nach den Hallenturnieren im Herbst sollte beim Masters in Parisvor heimischer Kulisse die große Abschiedsparty steigen. Die letzte Standing Ovation für einen Nationalhelden.
Dazu wird es nicht mehr kommen. Die Nachricht vom Ehe-Aus traf den sensiblen Freigeist Berichten zufolge wie einen Schlag. Monfils sagte seine geplanten Starts in Lyon und Paris bereits vor zwei Wochen ab und erklärte somit indirekt seine Karriere vorzeitig mit sofortiger Wirkung für beendet. Das Zweitrunden-Aus bei den US Open Anfang September, ausgerechnet an seinem 40. Geburtstag, bleibt rückblickend wahrscheinlich sein allerletzter Auftritt auf der Profibühne.
Dass „La Monf“ nun durch die Hintertür abtritt, schmerzt jeden Tennisfan. Natürlich war Monfils ein Weltklasse-Athlet: Nummer sechs der Welt, zweifacher Grand-Slam-Halbfinalist in Roland Garros (2008) und New York (2016), dazu dreimaliger Masters-1000-Finalist, zweifacher Davis-Cup-Finalist und Gewinner von 13 ATP-Titeln bei fast 600 Matchsiegen auf der Tour.
Gael Monfils: Rockstar mit Racket
Doch Zahlen erzählen nicht einmal die halbe Geschichte von Gael Monfils. Er war kein Mann der schnöden Statistik, er war ein Rockstar mit Racket. Ein Akrobat, der über den Hartplatz hechtete, als sei er mit Schaumstoff gepolstert. Jemand der Überkopfbälle mit einem Basketball-Sprung zelebrierte, als wolle er einen Slam Dunk durch den Center Court drücken und der aus vollem Lauf Passierbälle im Spagat auspackte, die die Gesetze der Physik verhöhnten. Vor allem aber war er einer, der immer mit einem Lächeln auf den Lippen und ansteckend positiver Energie auf den Platz ging.
Dass dieser Mann, der dem Publikum so viel Freude geschenkt hat, seinen Hut nun leise und im Schatten persönlicher Schmerzen nehmen muss, hinterlässt einen extrem bitteren Beigeschmack. Die Tour verliert nicht nur ein Vorzeigepaar, sondern vor allem in Gael Monfils ihren größten Entertainer der vergangenen zwei Jahrzehnte. Was bleibt, sind unzählige magische Momente, die dieser Sport so schnell nicht vergessen wird.
