BNP Paribas Open Day 6

Ansichten eines Champions…

Roger Federer hat sich in seinem ersten Match nach dem dramatischen Australian Open-Finale mit einem Zweisatz-Sieg gegen Marc Giquel zurückgemeldet. Und mit philosophischen Ansichten. Federer ungefiltert: Jeder hatte irgendeine Schwäche in seinem Spiel, als ich auf die Tour kam. Die Spieler hatten zum Beispiel eine klasse Vorhand aber eine schwache Rückhand. Man konnte immer irgendwo eine Schwäche finden. Einige Spieler hatten schlechte Aufschläge, eine schreckliche Technik. Heute sieht man das nicht mehr. Jeder schlägt gut auf, hat eine gute Vor- und Rückhand. Ich denke dieser Wechsel kam mit den neuen Bespannungen. Wir haben heute mehr Tempo, können besser Winkel schlagen. Früher haben wir nur hart, flach und lang geschlagen.

Einen neuen Coach hat Federer übrigens nicht. Der Schweizer bleibt solo. Wobei es erst hieß, Federer habe Darren Cahill, den Ex-Trainer von Agassi, verpflichtet. Wahr ist: Die beiden haben in Dubai drei, vier Wochen trainiert. Sind dann aber zu dem Schluss gekommen, dass eine gemeinsame Arbeit keinen Sinn macht, weil der Familienmensch Cahill nicht ständig reisen wolle.
Grand Slam für Nadal?

Cahill gehört nun zum Adidas Team. In Indian Wells betreut er mit Gil Reyes (das ist der Ex-Fitnesscoach von Agassi) Fernando Verdasco. Ach ja, der Spanier ist auch seit dem Melbourne-Marathon gegen Rafael Nadal erstmals wieder on tour. Nadal nach dem Gastspiel in Rotterdam – und wenn man seinen Davis Cup-Auftritt nicht mitzählt – zum zweiten Mal. Natürlich wurde er gefragt, wie er denn seine Chancen sehe, dieses Jahr den Grand Slam zu gewinnen Siege in Paris, Wimbledon und New York fehlen noch. Meine Chancen sind ziemlich gering, grinste Nadal und hielt, um die These zu unterstreichen, Daumen und Zeigefinger nur knapp auseinander.

Der neue ATP-Boss Adam Helfant wollte Journalisten in Melbourne, bei seiner Job-Premiere, noch kein Interview geben. Der Harvard-Absolvent hatte Angst, etwas Falsches zu sagen. Er habe sich noch nicht entsprechend eingearbeitet, sagte er. Jetzt gibt es auf der Homepage der ATP ein Interview mit dem 44-Jährigen: http://www.atpworldtour.com/tennis/5/en/deuce/january2009/helfant.asp

So richtig Tiefschürfendes erfährt man nicht. Vielleicht so viel: Helfant hat früher selbst Tennis gespielt (wie gut, wird nicht verraten). Er ist auch ein großer Fußball-Fan. Geschwärmt hat er früher für Vilas und Borg. McEnroe und Connors fand er nicht so toll. Mit den Aktiven Federer und Roddick hat er sich schon zum Dinner getroffen. Und war begeistert, wie professionell sie in ihrem Job sind. Hoffen wir, dass der Ex-Nike-Manager auch einen tollen Job macht. Sein Vorgänger Etienne de Villiers agierte eher, hmmm, unglücklich.

Andrej Antic

Tour Talk-Archiv:
– „Traumkulissen und Geistermatches“ (10.3.2009)
– „Goldener Doppelfehler für die WTA-Tour“ (25.2.2009)
– „Big Macs Geburtstag & ein Bulgare greift an“ (17.2.2009)
– „Ein verlorener Schuh und Ärger am Morgen“ (12.2.2009)

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