Porsche Tennis Grand Prix 2014 – Day 1

Was macht eigentlich… Carlos Moya?

French Open-Sieger, Frauenliebling, Rafael Nadal-Förderer – der Mallorquiner spielte viele Rollen auf der Tour. Heute tritt er bei den Senioren an und verbringt viel Zeit mit seiner Tochter.

Was treibt Sie heute auf der Champions-Tour an?

Ich will Spaß haben und ich liebe das Adrenalin. Wenn ich im dritten Satz im Champions Tiebreak bin und um den Titel spiele, dann ist das ein tolles Gefühl. Gut, es ist nicht Roland Garros und auch nicht Wimbledon, aber es ist trotzdem ein Wettkampf. Und da gebe ich hundert Prozent.

Sie konnten erstmals gegen Ivan Lendl spielen. Wie war’s?

Großartig. Eine meiner ersten Kindheitserlebnisse war, dass ich ihn im Fernsehen spielen sah. Er spielt immer noch so clever wie früher. Okay, er ist 52 Jahre alt, hat einige Kilo zugelegt, aber seine Art zu spielen, hat sich kaum verändert. Mein Vorteil war, dass ich 17 Jahre jünger bin.

Gegen die alten Vorbilder zu spielen – gibt Ihnen das den besonderen Kick?

Auf jeden Fall. Beim Turnier in Zürich musste ich gegen Stefan Edberg antreten. Er war mein Idol, als ich klein war. Ich spielte 1996 einmal ein Match gegen ihn in Roland Garros. Es war mein erstes Jahr auf der Tour und sein letztes. Er hat mir eine schlimme Abreibung verpasst. Aber jetzt, 16 Jahre später, habe ich meine Revanche bekommen! Mit 46 ist er allerdings immer noch toll in Form und er war nah dran, mich zu schlagen. Aber ich habe gewonnen und ich zähle das für unsere interne Bilanz: Es steht jetzt 1:1. (lacht)

Ihr Terminkalender scheint voll zu sein. Sie betreiben auch eine Akademie, sind beim Masters in Madrid involviert. Von Tennisrentner kann keine Rede sein.

Stimmt. Ich hatte immer viel um die Ohren, nur jetzt ist der Druck weg, den man als Profi jeden Tag erlebt. Das genieße ich. Die Akademie in Madrid haben wir letzten September eröffnet. Sie liegt nur 500 Meter von meinem Zuhause entfernt. Wir nehmen jeden Spieler jeden Alters auf, der Profi werden möchte. Ich verbringe viel Zeit dort. Ich wollte nicht meinen Namen dafür geben, sondern aktiv eingebunden sein und auf dem Platz mit den Kids arbeiten. Es macht Spaß, ihnen meine Erfahrungen weiterzugeben.