Philipp Kohlschreiber ist in Wien ausgeschieden

Der DTB muss handeln

Zurzeit laufen die Vorbereitungen für die erste Fed Cup-Runde auf Hochtouren. Das Match in Stuttgart gegen Australien am 7. und 8. Februar könnte im schlimmsten Fall von den Querelen um die Zukunft im Davis Cup-Team überschattet werden. Der DTB täte gut daran, vorher Fakten zu schaffen.

Es ist die erste große Bewährungsprobe für das neue Präsidium: Wie meistert es das schwelende Problem im Davis Cup-Team? Dass es ein Problem gibt, darüber sind sich alle Beteiligten einig. Der DTB will Anfang März gegen Frankreich mit dem sportlich besten Team antreten. Dazu gehört die deutsche Nummer eins Philipp Kohlschreiber. Das lange erwartete, klärende Gespräch zwischen ihm und Davis Cup-Kapitän Carsten Arriens kam in Melbourne bekanntlich nicht zustande. Es gibt auch im Moment keine Verabredung für einen erneuten Gesprächsversuch. Im Klartext: Zwischen Davis Cup-Chef und seiner vermeintlichen Nummer eins besteht knapp fünf Wochen vor dem Davis Cup-Match keine Kommunikation.

Die Zeit für eine Lösung drängt also, umso mehr als am kommenden Wochenende die Fed Cup-Partie der deutschen Damen gegen Australien ansteht. Die bitterste Vision: Kerber & Co. ziehen ins Halbfinale ein, aber in den Medien wird nur diskutiert, wer Davis Cup spielt und wer als Kapitän auf der Bank sitzt.

Keine Treueschwüre

Denn dass Carsten Arriens angeschlagen ist, nachdem er den Termin mit Kohlschreiber in Melbourne platzen ließ, ist in der Szene ein offenes Geheimnis. Andererseits muss man ihm hoch anrechnen, dass er Interna nicht kommentiert. Nach Informationen von tennismagazin.de reist Arriens nächste Woche zum ATP-Turnier nach Montpellier. Und: Dort spielt auch Kohlschreiber. Gibt es doch noch ein Treffen zwischen den Beiden? Es wäre im allgemeinen Interesse. Wahrscheinlich wäre es auch die letzte Chance für Arriens.

Der für den Sport zuständige Vizepräsident Dirk Hordorff hat sich im dpa-Gespräch nicht gerade vor seinen Teamchef gestellt. Auf die Frage, ob Arriens gegen Frankreich auf der Bank sitzen würde, antwortete er: „Es ist nicht unsere Zielsetzung, Leute zu feuern, aber ich gebe keine Treueschwüre ab.“

Die Gefahr der Eigendynamik

Für das Präsidium ist die Situation nicht leicht. Schafft es vor der Fed Cup-Begegnung Fakten, könnte das Thema eine Eigendynamik entwickeln. Im Klartext: Schlagzeilen über das Herrentennis, die die Damen nicht brauchen können. Schweigt es, könnte das gleiche passieren. Nur: Um eines werden Präsident Ulrich Klaus und seine Mannschaft nicht herumkommen: Zeitnah einen Fahrplan über die Zukunft des deutschen Herrentennis aufzustellen.


  1. Joseph

    Sehe ich anders, Herr Antic, sorry.

    Aufräumen ist m.E. angesagt – und zwar schnellstens!

    Ein Neuanfang ohne „Nr.1“ ist denkbar.

    Vielleicht ist es jetzt auch Zeit ein ganz neues Team aufzubauen?

  2. Alex

    Selbstverständlich sollte immer das bestmögliche Team spielen. Aber das ist nicht immer möglich. Allerdings ist es schon traurig, daß es immer im deutschen Team zu Querelen kommt. Da spielen zu viele Egos eine Rolle. Das unterstreicht nicht unbedingt den Gedanken eines Teamwettbewerbs.


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