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Rafael Nadal of Spain gestures to the crowd after being defeated by Fabio Fognini of Italy in their 2015 US Open third round men's singles match at the USTA Billie Jean King National Tennis Center on September 4, 2015 in New York. AFP PHOTO/ DON EMMERT (Photo credit should read DON EMMERT/AFP/Getty Images)

Rafael Nadal nur noch einer unter vielen

Der Griff vor jedem einzelnen Punkt an Ohren, Nase, Schultern und Poritze gehören zu Rafael Nadal wie Regenunterbrechungen zu Wimbledon. Mit Aberglauben habe das natürlich nichts zu tun, betont Nadal stets. Ebenso seine weiteren Rituale wie eine eiskalte Dusche vor dem Match, abwechselndes Trinken aus zwei unterschiedlich temperierten Getränkeflaschen beim Seitenwechsel und so weiter. Diese festen Abläufe seien Hilfen, um die Konzentration auf das Maximum zu steigern. Seit 15 Jahren ist Nadal auf der Profitour unterwegs und avancierte zu einem der erfolgreichsten Tennisspieler aller Zeiten. Er wird schon wissen, was gut für ihn ist…

Kraft, Ausdauer, Wille reichen allein nicht mehr aus

Aber: Stillstand ist Rückschritt! Daher glaube ich nicht, dass der Spanier auf dem richtigen Weg ist, wenn er in unserem großen Interview behauptet, er müsse sein Spiel nicht verändern, um wieder ganz oben anzugreifen. Bereits vor einem Jahr bezweifelte ich an dieser Stelle, dass der Mallorquiner nach seinen diversen Verletzungen noch einmal zurück in die absolute Weltspitze vorstoßen kann. Kraft, Ausdauer und Siegeswille, sofern er überhaupt wieder alles zu 100 Prozent zurückerlangen kann, reichen allein nicht mehr aus, um bei den großen Events vorne mitzumischen.

Der Abstand zu Djokovic und Federer, der trotz 34 Jahren sich und sein Spiel neu erfinden kann („SABR“), ist unaufholbar. Natürlich kann und wird Rafael Nadal noch Turniere gewinnen. Es werden wie in diesem Jahr aber Events der Kategorie Hamburg oder Stuttgart sein. Nadal ist sportlich nur noch einer unter vielen. Daran werden wir Tennisfans uns gewöhnen müssen.