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Ulrich Klaus – der Zweckoptimist

Während des Interviews mit Ulrich Klaus (ab Seite 90 im neuen tennis MAGAZIN) fragte ich mich, wie viele der Falten im Gesicht des 65-Jährigen eigentlich erst im vergangenen halben Jahr dazugekommen sind. Die Causa Arriens, Machtkämpfe unter den Landesfürsten, Davis Cup-Pleite gegen Frankreich, Seitenhiebe der Ex-Tennishelden Becker und Stich, 280.000 Minus in der DTB-Kasse bei Amtsantritt…

Der Kopf des DTB-Präsidenten senkte sich auffallend oft, wenn man auf die – zugegeben zahlreichen – Problemfälle im deutschen Tennis zu sprechen kam. Sein Blick fixierte dann den Boden. Am liebsten hätte er wohl nicht darüber gesprochen. Aber er macht es doch! Und das zum Teil sogar in einer erfrischenden Offenheit. Kritiker werfen ihm Naivität vor. Fakt ist: Klaus ist kein Taktierer, kein Berufsfunktionär und ganz sicher kein Machtmensch.

Die Frage, die bleibt: Ist ein Mann, dessen großer Trumpf seine Liebe zum Meer ist, auch ein geeigneter Kapitän, um ein in Schieflage geratenes Schiff durch den Sturm zu führen? „Ich wünsche mir, dass alle endlich an einem Strang ziehen, wir wieder eine Aufbruchstimmung haben und die Leute den Eindruck bekommen: Tennis – da bewegt sich was“, sagt Klaus am Ende des Gesprächs, schaut einem dabei tief in die Augen und grinst. Der Mann ist Optimist. Zweckoptimist. Als DTB-Präsident bleibt Ulrich Klaus auch kaum etwas anderes übrig.