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Post aus Paris: Verliererin Kerber, Gewinnerin Kvitova

Kvitova kamen nach ihren Match Tränen vor Glück

Angelique Kerber war die Verliererin des Sonntages, die Gewinnerin hieß Petra Kvitova. Nur fünf Monate nachdem ein Einbrecher ihr in ihrem Zuhause in Tschechien die linke Schlaghand zerschnitten hatte, die 3 Stunden und 45 Minuten hatte operiert werden müssen, bestritt die 27-Jährige ihr Comeback-Match gegen Julia Boserup (USA). „Ich war vorher schon eine Gewinnerin, weil ich hier bin. Heute ging es gar nicht wirklich um das Match.“ Aber sie gewann es trotzdem in beeindruckender Manier mit 6:2, 6:3. Die zweifache Wimbledon-Siegerin legte gleich mit einem krachenden ersten Aufschlag los und einem darauf folgenden Vorhand-Winner. „Oh, oh, das war wunderbar, ich habe sofort einen Vorhand-Winner verwandelt und habe zu mir selbst gesagt: Oh, oh“, erzählte Kvitova, der die Veranstalter die Ehre zu teil werden ließen, dass Turnier auf dem Centre Court zu eröffnen.

Verliererin Kerber, Gewinnerin Kvitova

„Courage, Believe, POJD“ – Petra Kvitova bekam viel Unterstützung von ihrem Team und ihrer Familie.

Inspiration für andere

„Ich dachte vorher, ich müsste weinen, wenn ich den Platz betrete, aber dann konnte ich meine Emotionen kontrollieren. Aber nach dem Match kamen mir doch die Tränen, da musste ich mich nicht mehr zusammenreißen.“ Sie hatte ihrem Arzt versprochen, sofort aufzuhören, sobald sie Schmerzen in ihrer linken Hand spürt. Aber die Hand hielt. Und ihr gesamtes Team und ihre Familie in ihrer Box trug ein einheitliches T-Shirt mit den Worten: „Courage, Believe, POJD“. Mut, Glaube – und „pjod“ heißt auf Tschechisch so viel wie „Come on“, das ist Kvitovas typischer Ausruf. Statt eines O’s stand auf dem Shirt ein Herz. Kvitova erschien selbst mit dem Shirt auf der Pressekonferenz. „Ich hoffe, ich kann mit meiner Geschichte eine Inspiration für andere sein“, sagte sie. Es ist schön, dass Petra Kvitova zurück ist.


  1. Stefan Höfel

    Der erste Satz „Einem fehlen inzwischen auch als Tennisreporter die Worte“ ist unvollständig. Oder fehlen auch dort nur die Worte? 🙂
    Edberg war zwar 1990 an „1“ gesetzt, aber nur, weil der Weltranglistenerste Lendl nicht teilnahm! Kerber ist an „1“ gesetzt, weil sie Weltranglistenerste ist. Das ist ein Unterschied. Sowohl Edberg als auch Becker hätten Lendl 1990 bei den French Open als Nr.1 ablösen können, aber beide, auch Becker, verloren in Runde 1. Ihre Bezwinger waren damals noch unbekannt, nämlich Bruguera und Ivanisevic.

    • Inga Radel

      Lieber Herr Höfel, genau deswegen schreiben wir ja auch von „topgesetzt“ und nicht etwa „Nummer eins“ – uns ist der Unterschied bewusst 🙂 Aber danke, dass Sie unsere Texte stets so aufmerksam und kritisch lesen.

      • Stefan Höfel

        Hallo Frau Radel, aber gerade wenn einem der Unterschied bewusst ist, sollte man das auch für diejenigen schreiben, die nicht wissen, dass Lendl damals als Nr. 1 nicht dabei war. Übrigens verlor ja Edberg bei den US Open 1990, wo er erstmals als Nr.1 auch an 1 gesetzt wurde, auch in Runde 1. 🙂

  2. Bonhomme Richard

    Es war fast zu erwarten, dass die Sandplatzstrecke auf der Tour für Kerber zu einer Qual werden würde. Das wurde sie dann prompt auch tatsächlich, und zwar in Rom und Paris an der Grenze zur Peinlichkeit. Nun ist sie da durch, kann die Demütigung sacken lassen und sich dann möglichst zeitnah im Juni auf das nächste Ziel Wimbledon konzentrieren. Mit Nottingham, Birmingham und Eastbourne hat sie im nächsten Monat drei wunderbare Vorbereitungsturniere auf Rasen zur Auswahl, so dass es ihr an Spielpraxis auf diesem Belag nicht mangeln dürfte, wenn es Anfang Juli in London losgeht.

    Was sich abseits des Platzes bei ihr ändern wird, da bin ich mal gespannt. Möglich ist da eine ganze Menge, vom Wechsel des Trainers bis hin zu professioneller Beratung durch eine ausgewiesene ehemalige Weltklassekollegin, vielleicht ja Steffi Graf, wer weiß. Ich bin ziemlich sicher, Kerber wird wiederkommen. Und zwar noch in dieser Saison.


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