BNP Paribas Open – Day 13

Serve & Drive: Petko, Tommy und das Erlebnis La Quinta

Ein Road Trip in Kalifornien. In dieser Woche steuert tennis MAGAZIN Ziele in Palm Springs und Indian Wells sowie in Los Angeles an. Im Mittelpunkt steht zunächst das erste Masters-Event des Jahres in Indian Wells.



Zufälle gibt’s: Wir befinden uns im JW Marriott Desert Springs Resort & Spa. Tennis Direktor Jim steht im Pro Shop und will uns die Anlage zeigen. „Wenn ihr jetzt aus der Tür tretet, kommt das, was wir den Wow-Effekt nennen“, sagt Jim. Und er hat recht!

Vor uns erstrecken sich 20 Courts. Man hat den Blick auf alle und im Hintergrund türmen sich die Berge. Der Clou aber ist: Direkt vor der Terrasse mit den dekorativen Blumen liegen zwei Grasplätze. Makellos sind sie. „Obwohl ständig darauf gespielt wird“, sagt Jim. Der 54-Jährige steht in Diensten von Peter Burwash International. Kurse kann jeder buchen, man muss kein Gast im Vier-Sterne-Hotel vis-a-vis sein. Einen Court kann man für rund 30 Dollar buchen – ein Schnäppchen, wenn man die außergewöhnliche Szenerie bedenkt.

Wunderschöne Grascourts: das JW Marriott in Indian Wells.

„Eure Leute aus Germany können bei uns den Grand Slam spielen“, sagt Jim. Grand Slam – so nennen sie hier ein Turnier, an dem alle teilnehmen können. Gespielt wird auf drei Belägen: Sand, Hartplatz und eben Gras.

Jetzt zum Zufall. Nach dem netten Talk mit Jim treffen wir im Clubhaus – Andrea Petkovic. Beim Turnier hat sie in der zweiten Quali-Runde verloren. Jetzt ist sie privat unterwegs und ist begeistert vom Springs Resort. „Ich bin zum ersten Mal hier und völlig begeistert“, sagt sie. Man redet noch ein bisschen über dies und das und verabschiedet sich.

Besuch im La Quinta Resort

Unser nächster Stop: das La Quinta Resort & Club. Ganz anders die Atmosphäre, weil die rund 25 Courts dicht an dicht liegen, dazwischen das Clubhaus und weißgetünchte Appartements im Pueblo-Stil.

Cheftrainerin Lynne, tiefgebräunt, empfängt uns. „In den Achtzigern wurde hier das Turnier gespielt“, erzählt die Dame, die früher Jennifer Capriati und Lindsay Davenport trainiert hat, „schaut euch gerne um, ich muss jetzt auf den Platz trainieren.“

Hartplätze und Sandplätze (grüner Sand) gibt es hier. Und das, was wir bei allen anderen Akademien und Resorts beobachtet haben, setzt sich auch im La Quinta Club fort – die Plätze sind rappelvoll. Von überall hört man die Kommandos der Coaches. Einer der Kursteilnehmer – John – sagt: „Ich denke, dieses Resort gehört zu den Top Ten.“ – „Im Coachella Valley?“ – „Nein, in den USA.“

Tennis vor den Bergen: der Centre Court des La Quinta Resort.

Kakteen gibt es nur in Arizona? Von wegen. Wie kommt der Ball dorthin? Unser Fotograf Oliver Hardt macht’s möglich.

Ob die Behauptung stimmt, können wir jetzt nicht klären. Aber eines ist klar: Das La Quinta ist mit seiner Ruhe und Abgeschiedenheit sowie der Nähe zum Tennis Garden (max. 15 min. Fahrt) das ideale Domizil für die Stars. „Viele wohnen hier“, sagt Lynne, die ihr Training inzwischen beendet hat. Aktuelle Spieler und Ex-Stars. Namen verraten will sie nicht. Diskretion heißt die Spielregel, die wir befolgen, auch wenn wir einige der Stars treffen.

Im Büro von Tommy Haas

Zurück zum Indian Wells Tennis Garden. Wir sind mit Tommy Haas in seinem Büro verabredet. Durch die Katakomben des Stadions geht es dorthin. An den Wänden Bilder von Rod Laver, Stefan Edberg, Boris Becker und anderen Legenden. Haas sitzt in seinem Büro, ein großer Schreibtisch mit zwei Stühlen davor, eine kleine Sitzecke. Der Turnierdirektor ist busy, rund 20 Minuten Zeit hat er, in denen er von seinen Plänen und der Zukunft des Turniers erzählt (mehr davon im nächsten tennis MAGAZIN).

Besuch im Büro des Turnierdirektors: tM-Chef Andrej Antic im Gespräch mit Tommy Haas.

Am Ende sagt er noch, wie sehr er es bedauert, dass es in Deutschland kein großes Turnier mehr gibt. „Als ich damals in Stuttgart siegte (Anm. d. Red. 2001, anschließend zog das Masters nach Madrid), konnte ich im nächsten Jahr meinen Titel nicht verteidigen.“

Immerhin ist er jetzt Turnierboss eines Masters – „ein Traumjob“ (Haas). Er verabschiedet uns, wünscht uns alles Gute. Nächste Station: Los Angeles und die Tennisclubs dort.

 

 

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