Feuer

Feuer in Fujairah: Die dortigen Challenger-Turniere wurden von der ATP abgebrochen bzw. gestrichen. Bild: Screenshot

5.000 Euro pro Person: ATP übernimmt Flugkosten für gestrandete Challenger-Spieler

Das Challenger-Turnier in Fujairah wurde wegen des Krieges abgebrochen. Nun kümmert sich die ATP um die in den Vereinigten Arabischen Emiraten gestrandeten Profis.

Anfang der Woche wurde das Challenger-Turnier in Fujairah in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) abgebrochen. Auch das für nächste Woche angesetzte Event in der gleichen Anlage („Fujairah-Challenger 2“) wurde inzwischen aus dem Kalender gestrichen. Weil am Dienstag Profis, Ballkinder und Schiedsrichter bei laufenden Matches evakuiert werden mussten, entschieden sich Turnierveranstalter und die ATP-Tour für diesen Schritt.

Auslöser waren Explosionen und Brände in Sichtweite der Tennisanlage von Fujairah. Im Zuge der fortschreitenden Eskalation im Nahost-Konflikt hatte der Iran zu Gegenschlägen ausgeholt und dabei auch die Vereinigten Arabischen Emirate mit Drohnen attackiert. Einer dieser Angriffe galt der strategisch wichtigen Hafenstadt Fujairah. Die Drohnen wurde zwar abgefangen, hinabfallende Trümmerteile hatten aber das Feuer in einem Öl-Depot ausgelöst.

Beide Challenger-Turniere in Fujairah gecancelt

Nachdem nun beide Challenger-Turniere in Fujairah gecancelt wurden, hatten rund 60 ATP-Profis und ihre Betreuerteams ein ähnliches Problem wie auch schon die gestrandeten Spieler nach dem ATP-Turnier in Dubai: Sie können die Vereinigten Arabischen Emirate nicht so einfach verlassen, weil der Luftraum über der arabischen Halbinsel zum Teil immer noch gesperrt ist. Wenn Flüge starten, sind die wenigen verfügbaren Plätze teuer.

In dem Zusammenhang irritierte eine Mitteilung des Turnierveranstalters, der den gestrandeten Profis eine mögliche Flugoption für 5.000 Euro anbot. In den sozialen Netzwerken gingen Screenshots der Mail viral; viele Profis, die größtenteils jenseits der Top 250 platziert sind, beschwerten sich über dieses „Angebot“. Für sie sind 5.000 Euro eine erhebliche finanzielle Belastung. Schließlich folgte eine offizielle Nachricht der ATP-Tour, in der klargestellt wurde, dass der Flug nicht von der ATP organisiert werde. Man werde stattdessen „alle Reisemöglichkeiten prüfen“. Auch das besänftige die Profis kaum.

ATP: „Charterflug organisiert und vollständig finanziert“

Am Mittwochnachmittag posteten dann Challenger-Spieler wie Ilya Ivashka, dass die ATP nun doch die kompletten Flugkosten in Höhe von 5.000 Euro übernehmen würde. Inzwischen gibt es dazu eine offizielle Mitteilung der Herrentour: „Die Unterkunft und die Grundversorgung werden weiterhin vom Turnier übernommen, und die ATP hat einen Charterflug organisiert und vollständig finanziert, um den Spielern die Abreise aus der Region ohne Kosten zu ermöglichen. Unabhängig davon ist die überwiegende Mehrheit der Spieler, die sich in Dubai befanden, heute erfolgreich mit ausgewählten Flügen abgereist.“ Der ATP-Charterflug soll dem Vernehmen nach am heutigen Donnerstag starten.

Unter den betroffenen Profis befinden sich auch die beiden deutschen Nachwuchsspieler Niels McDonald und Max Schönhaus.