Angelique Kerber

Angelique Kerber: „Sogar der Spaß am Job ging verloren”

Im Interview mit dem Magazin „Shape” spricht Angelique Kerber über die Höhen und Tiefen ihrer Karriere, wie sie es schaffte, sich immer wieder neu zu motivieren und wie sie sich nicht von Rückschlägen unterkriegen ließ.

Angelique Kerber erklärte im Interview mit dem Magazin „Shape”, dass auch sie, wie jeder andere, erst einmal lernen musste, auf sich selbst stolz zu sein. „Gerade, weil es beim Tennis nur Sieg oder Niederlage gibt – kein Unentschieden. Extreme eben, mit denen ich umgehen muss. Als Profisportler ist man sich selbst gegenüber einfach sehr kritisch und hinterfragt sich oft – dazu bin ich auf vielen Gebieten eine echte Perfektionistin“, sagte die 31-Jährige.

Angelique Kerber feiert ihren Sieg bei den Australian Open 2016.

Angelique Kerber: „Ich wusste: Ich muss raus aus diesem Teufelskreis”

Nach dem erfolgreichen Jahr 2016, in dem nach dem Sieg bei den Australian Open auch der Titel bei den US Open und der Sprung auf Platz eins in der Weltrangliste folgte, hagelte es 2017 viel Kritik. Die Deutsche konnte an ihre Erfolge nicht anknüpfen, ihre eigene Verunsicherung wuchs. „Sogar der Spaß am Job ging verloren. Ich wusste: Ich muss raus aus diesem Teufelskreis”, sagte Kerber.

Laut eigenen Angaben half ihr die Trennung von der Person Angelique Kerber und der Profisportlerin. „Mein Ziel war es, mich nicht nur über meinen Beruf zu definieren. Das hat super geklappt.“ Kerber hat gelernt, mit den Rückschlägen umzugehen und bemerkte, wer auch in den schwierigen Phasen zu ihr hält und eine Stütze ist.

Angelique Kerber posiert mit der Wimbledontrophäe.

2018 war die Deutsche wieder oben auf und ließ den Sieg in Wimbledon folgen. Ein weiterer großer Sieg und dennoch sagt Kerber: „Ich denke sogar, die bittersten Niederlagen haben mich mehr geprägt als die großen Siege.” Ihr Rat an alle Tennisspieler: „Aus eigener Erfahrung weiß ich: Jede negative Erfahrung bringt immer was Positives mit sich – manchmal auch erst auf den zweiten Blick.“