Arriens (l.) will noch einmal mit Kohlschreiber reden

Arriens: Tür für Kohlschreiber nicht zu

Bundestrainer Carsten Arriens hat trotz des Streits im vergangenen Jahr eine Rückkehr von Philipp Kohlscheiber in die deutsche Davis-Cup-Mannschaft nicht ausgeschlossen. „Das war kein Rausschmiss. Sondern ich sagte: Ich plane vorerst nicht mit ihm. Jetzt geht es darum auszuloten, ob wir eine Lösung finden oder nicht“, sagte Arriens dem Tagesspiegel: „Da steht noch ein Gespräch aus. Wir werden uns Zeit nehmen, unsere Sichtweisen austauschen und sehen, was daraus entsteht.“

Beim Erstrundenduell 2014 gegen Spanien (4:1) im vergangenen Jahr hatte sich Kohlschreiber, derzeit als Weltranglisten-24. bestplatzierter Deutscher, nicht in der Lage gefühlt, das sportlich unbedeutende dritte Einzel am Sonntag zu spielen. Da auch Tommy Haas und Florian Mayer verletzt ausgefallen waren, kam es in Frankfurt zum Eklat. Arriens und sein Team wurden trotz des überraschenden Erfolgs von den Zuschauern ausgepfiffen.

Öffentliche Auseinandersetzung mit Kohlschreiber

Im Vorfeld und während des sogenannten „Versöhnungstages“ für die enttäuschten Fans lieferten sich Arriens und Kohlschreiber eine öffentliche Auseinandersetzung und bezichtigten sich gegenseitig der Lüge. Daraufhin verzichtete Arriens im Viertelfinale gegen Frankreich (2:3) auf den ohnehin am angeschlagenen Kohlschreiber. Anfang März trifft Deutschland in Frankfurt/Main erneut auf den Vorjahresfinalisten aus Frankreich.

Der Zukunft im deutschen Herrentennis sieht Arriens positiv entgegen. „Wir sind gerade in einer Übergangsphase. Ich glaube, in zwei bis drei Jahren wird es im deutschen Männertennis wieder richtig bergauf gehen“, sagte der 45-Jährige: „Mit Alexander Zverev oder mit Masur, Marterer und Choinski. Alexander ist eine Stufe weiter, aber alle entwickeln sich hervorragend.“ (SID)