Möchte den Davis-Cup modernisieren: Boris Becker

Becker über den Davis Cup: „Er ist ein bisschen verstaubt“

Monaco (SID) – Boris Becker hält das aktuelle Format des traditionsreichen Tennis-Nationenwettbewerbs Davis Cup für nicht mehr zeitgemäß und wünscht sich Veränderungen. „Es ist zwar der wichtigste und älteste Mannschaftswettbewerb im Tennis, aber er ist ein bisschen verstaubt“, sagte der 50-Jährige bei den Laureus World Sport Awards in Monaco: „Wir müssen Veränderungen finden.“



Becker führte aus: „Das aktuelle Format über vier Spiele – wenn man das Finale erreicht – ist zeitlich und sportlich kaum noch zu machen. Zumindest nicht für einen Weltklassespieler jedes Jahr.“

Es gebe viele neue Ideen, „Tennis zu nutzen und ein neues Format zu pressen“, sagte Becker und fügte mit Blick auf den jüngsten Vorschlag des Weltverbandes ITF, den „World Cup of Tennis“ einzuführen, an: „Es ist gut, dass der ITF ein neues Format über eine Woche oder zehn Tage kreieren möchte. Ich glaube, es wird von den Spielern befürwortet.“

Der am Montag veröffentlichte Plan des ITF sieht vor, die besten 18 Nationen, in einem Wettbewerb ab 2019 jährlich innerhalb einer Woche im November gegeneinander antreten zu lassen. Eine Partnerschaft mit der Investment-Gruppe Kosmos, die vom spanischen Fußballstar Gerard Pique geführt wird, soll zudem in den nächsten 25 Jahren mehrere Milliarden Dollar einspielen.

Die Spitze des Deutschen Tennis Bundes (DTB) hatte den Vorstoß massiv kritisiert. „Dem Vorschlag fehlt jegliche Substanz“, sagte DTB-Vizepräsident Dirk Hordorff dem SID: „Eine Umsetzung des Plans würde außerdem nichts anderes bedeuten als die Aufgabe des Davis Cups. Ich befürchte, dass der einzig profitable Wettbewerb der ITF mit mehr als 100-jähriger Tradition auf amerikanische Weise abgewickelt werden soll.“

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