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Boris Becker via Twitter: „Bis Weihnachten Ende des Insolvenzverfahrens“

Boris Becker hat via Twitter Stellung dazu genommen, dass sein Insolvenzverfahren in England bis 2031 verlängert wird. In seinen Statements gibt er sich hoffnungsfroh und kündigt ein ausführliches Interview an.

Boris Becker hat zuversichtlich auf die gestrige Nachricht des englischen Insolvency Service reagiert, wonach die Insolvenzauflagen gegen ihn bis 2031 verlängert werden. Beim Kurznachrichtendienst Twitter bedankte sich Becker zunächst für die „mediale Anteilnahme“ und stellte danach seine Sicht der Dinge dar.

Der 51-Jährige schrieb: „Fakt ist, dass ich 12 Jahre kein Geschäftsführer einer englischen Firma sein darf, aufgrund einer verpassten Deadline von Infos meinerseits. ( ich darf Hauptgesellschafter sein) , vielleicht liegt’s an der Übersetzung … “ Immerhin: Hier räumt Becker sogar einen Fehler ein – wie auch immer dieser zu Stande gekommen sein mag.

Boris Becker: „Ich bin guter Dinge“

In einem weiteren Tweet gibt sich Becker hoffnungsfroh, seine Gläubiger noch 2019 zufrieden zu stellen. „Es hat sich nichts geändert an der Tatsache, dass ich Hauptgläubiger (Bank) komplett befriedigt habe und ich guter Dinge bin, die Schuld an die restlichen Gläubiger (sechsstellig) bis Weihnachten zu begleichen! Das wäre das Ende meines Insolvenz-Verfahrens.

Damit widerspricht Becker der Ankündigung des Insolvency Service, die am Dienstag auf der Website der britischen Regierung veröffentlicht worden war. Darin heißt es unter anderem, dass Becker ab einer Darlehenshöhe von 500 Pfund (rund 580 Euro) den Darlehensgeber über seinen Status informieren zu müssen.

Beckers Anwalt Christian-Oliver Moser teilte auf Anfrage der Nachrichtenagentur DPA mit, Becker habe „der Verlängerung einzelner Insolvenzauflagen bis 2031 einvernehmlich zugestimmt“. Das bedeute aber nicht, „dass sich das gesamte private Insolvenzverfahren bis 2031 verlängert“.

Transaktionen über 5,2 Millionen Euro nicht gemeldet

Ein Sprecher der Insolvenzbehörde sagte der DPA, Becker sei mit dem Schritt einer möglichen gerichtlichen Anordnung zuvorgekommen. Als Begründung für die Verlängerung der Insolvenzauflagen hieß es, der dreimalige Wimbledon-Sieger habe Transaktionen aus der Zeit vor und nach dem Insolvenzverfahren in Höhe von 4,5 Millionen Pfund (umgerechnet rund 5,2 Millionen Euro) nicht ordnungsgemäß gemeldet.

Becker-Anwalt Moser merkte dazu an, der ehemalige Tennis-Profi habe dem Insolvenzverwalter keine Vermögenswerte „unterschlagen oder verheimlicht“. Er habe diese Vermögenswerte – „die ihm allerdings nach seiner Auffassung gar nicht zustehen“ – lediglich zu spät angegeben.

Unterdessen erntet Becker auf Twitter viel Zuspruch seiner Follower. „Und es hat sich auch nichts an der Tatsache geändert dass du eine gottverdammte Legende bist“, schrieb etwa ein User. „Weiter so! Bist ein reiner Titan!“, kommentierte ein anderer.

In einem weiteren Tweet kündigt Becker an, zeitnah einem „deutschen Medienorgan“ ein „Exklusiv-Interview“ zu geben, in dem er „etwas mehr Platz“ hätte „für Frage/Antwort als bei Twitter“. Welches Medium er meinte, ließ Becker dabei aber offen.