Wimbledon

Coronavirus: Was passiert mit Wimbledon und den French Open?

Die Tennis-Tour ruht derzeit wegen des Coronavirus. Hinter der Durchführung der French Open und Wimbledon gibt es bereits große Fragezeichen.  

Die Ausbreitung des Coronavirus nimmt in rasanter Form zu. Die Auswirkungen auf die Tennis-Tour sind noch größer als in anderen Sportarten, da aufgrund der vielen Restriktionen in Sachen Reisen vor allem alle Profi-Tennisspieler davon betroffen sind. Die WTA-Tour ist bis mindestens 2. Mai unterbrochen, sodass das erste große Turnier in Deutschland, der Porsche Tennis Grand Prix in Stuttgart, nicht stattfinden wird. Die ATP-Tour ist bislang bis zum 27. April ausgesetzt. Hinter dem ATP-Turnier in München, das Ende April beginnen soll, steht ein riesengroßes Fragezeichen.

Guy Forget: „Die Gesundheit der Spieler hat Priorität”

Auch die Durchführung der großen Sandplatzturniere im Mai in Madrid (ab 2. Mai) und Rom (ab 9.Mai) erscheint aufgrund der aktuellen Situation in Spanien und Italien derzeit als sehr unrealistisch. Die Sorge ist groß, dass auch die French Open (ab 24 Mai) und Wimbledon (ab 29. Juni) dem Coronavirus zum Opfer fallen könnten. „Die Gesundheit der Spieler und Zuschauer hat Priorität. Wir werden alle Möglichkeiten erörtern, aber die Entscheidung obliegt nicht dem französischen Verband. Wir werden den Empfehlungen der Regierung folgen“, sagte French-Open-Turnierdirektor Guy Forget im Interview mit L’Équipe. WTA-Boss Steve Simon schlägt bereits Alarm bezüglich der Durchführung der French Open. „Ich denke, es wird sehr eng. Ich weiß, dass die Veranstalter sehr nervös sein müssten“, sagte Simon der New York Times.

Auch wenn es noch mehr als drei Monate bis zum Wimbledonturnier sind, steht auch die Durchführung des prestigeträchtigsten Tennisturniers der Welt in der Schwebe, wenn man bedenkt, dass Großbritannien in einigen Wochen Epizentrum des Coronavirus sein könnte.

Wimbledon: „Wir handeln im besten Interesse der Gesellschaft”

„Der All England Lawn Tennis Club überwacht die aktuelle Situation wegen des Coronavirus und arbeitet eng mit der Regierung und den zuständigen Gesundheitsbehörden zusammen. Wir folgen ihrem Rat, sich einer guten Hygiene auf unserer Anlage zu kümmern. Während wir derzeit weiterhin mit der Durchführung der Championships planen, werden wir verantwortungsvoll handeln im besten Interesse der Gesellschaft. Sollte die Regierung uns dazu veranlassen, Wimbledon zu streichen, ermöglichen es unsere Versicherungspolicen, den Karteninhabern Entschädigungen anzubieten“, sagte Eloise Tyson, Pressesprecherin in Wimbledon.

Die French Open fanden zwischen 1915 und 1919 sowie zwischen 1940 und 1945 wegen der beiden Weltkriege nicht statt. Das Wimbledonturnier wurde in den Jahren 1915 bis 1918 sowie 1940 bis 1945 abgesagt. Es droht nun die erste Absage, die nicht einem Weltkrieg geschuldet ist.