Daniil Medvedev

Daniil Medvedev im Interview: „Ich schlafe am liebsten zwölf Stunden”

Viele halten ihn für die größte Entdeckung 2019 und einen potenziellen Grand Slam-Champion 2020. Im Gespräch mit tennis MAGAZIN spricht Daniil Medvedev über private Bodyguards, Bootsfahrten zur Arbeit, seine Ehefrau Daria, die Rivalitäten der Zukunft und das Russisch von Alexander Zverev.

Erschienen in der tennis MAGAZIN-Ausgabe 1-2/2020; Fotos: Mike Frey

Das Interview mit dem Aufsteiger der Saison, Daniil Medvedev, ist schon lange verabredet. „Wir machen es in London“, textete mir sein IMG-Manager Olivier van Lindonk. An einem spielfreien Tag soll das Gespräch stattfinden. Das Problem: An dem Tag, den wir ausgewählt haben, lautete Medvedevs Bilanz bei den ATP-Finals 0:2. Die Gruppenspiele gegen Stefanos Tsitsipas und Rafael Nadal hatte er verloren. Schlimmer noch: Gegen Nadal führte der 23-jährige Russe bereits 5:1 im dritten Satz und gab die Partie am Ende noch im Tiebreak ab. Ein Interview mit einem enttäuschten Verlierer? Es gibt angenehmere Termine. Doch dann erscheint Medvedev gut gelaunt zum verabredeten Termin. Unseren kleinen Fototermin absolviert er genauso entspannt wie das folgende, knapp 30-minütige Gespräch. 

Daniil, Ihre Premiere in London verlief sportlich nicht erfolgreich. Haben Sie London und die Tatsache, dass Sie die Saison unter den besten acht Profis abschließen konnten, trotzdem genossen?

Um ehrlich zu sein, mein Tennis hätte besser sein können, besonders in den engen Momenten. Das Match gegen Rafa hätte ich gewinnen müssen. Ich hoffe, dass ich nie wieder eine Partie so verliere. Was das Genießen angeht: Beim ATP-Finale der besten Acht dabeizusein, ist der Traum für jeden, der anfängt Tennis zu spielen. Wir sehen so viele Städte und Turniere, aber London ist das einzige, bei dem wir eine eigene Umkleidekabine und einen privaten Bodyguard haben. Es zeigt, dass man etwas Besonderes ist. Ich hoffe, dass ich dieses Gefühl noch häufiger genießen darf. Dafür werde ich hart arbeiten. Jetzt geht es erstmal zurück zu den normelen Umkleidekabinen ohne Bodyguards. 

London dürfte auch das einzige Turnier sein, bei dem Sie mit dem Boot von Ihrem Hotel zur Arbeit gefahren werden?

Ja, das dürfte einmalig sein. Das Schöne: Wir sitzen sonst oft je nach Verkehr eineinhalb Stunden im Auto. Mit dem Boot dauert es 30 Minuten und man ist in der Halle. Das ist ziemlich praktisch. Das einzig Blöde: Es gibt feste Zeiten. Wenn wir um zwölf Uhr ein Auto bestellen, muss der Fahrer meistens warten, weil wir Profis ziemlich unpünktlich sind. Beim Boot müssen wir pünktlich sein. Es erzieht uns, dass wir uns morgens beeilen.

Was macht man so an Bord? 

Normalerweise schlafe ich. Ich bin eine ziemlich schläfrige Person. Wenn ich keinen Wecker stelle, schlafe ich elf oder zwölf Stunden. Ich liebe es, so lange zu schlafen. Wenn ich ein paar Stunden wach bin, kann ich sofort wieder schlafen gehen.

Und wenn Sie auf dem Boot nicht schlafen?

Dann beschäftige ich mich mit meinem iPhone, rede mit meinem Team oder meiner Frau.

Daniil Medvedev

Sie haben Ihre Frau Daria im September 2018 geheiratet. Warum schon mit 22 Jahren?

Klar, im Durchschnitt heiraten die Menschen nicht so früh. Es ist eine große Entscheidung in deinem Leben. Du hast dann eine Familie, du musst sie ernähren. Die meisten Leute in meinem Alter studieren oder sie wohnen noch bei ihren Eltern. Bei mir ist das anders. Ich bin Tennisprofi, stehe voll im Berufsleben. Ich traf sie und war sofort total verliebt in dieses Mädchen. Wir waren eineinhalb Jahre zusammen, bevor wir geheiratet haben. Wenn ich zurückblicke, muss ich sagen: Es war die beste Entscheidung meines Lebens.

Haben Ihre Kumpels Sie nicht für verrückt erklärt?

Nein, in Russland sagen sie eher: Schnapp sie dir (lacht).

Im Ernst?

Klar, wenn man das Mädchen liebt. Bei unserem Job ist es schwer, jemanden zu finden. Wir sind ständig unterwegs. Eine Frau muss das mitmachen. Mein Frau hat selbst Tennis gespielt. Sie gehörte bei den Juniorinnen zu den Top 60 der Welt. Sie weiß also, worum es geht. Sie akzeptiert, wenn mein Fokus auf Tennis liegt. Sehen Sie sich mal an, wieviele Fußballspieler jung verheiratet sind und schon Kinder haben. Die finanzielle Absicherung spielt eine große Rolle.

Würden Sie sagen, sie gibt Ihnen Stabilität?

Absolut. Bevor ich verheiratet war, hätte ich nicht gedacht, dass es so  gut ist. Ich wusste nicht, was mich erwartet. Es war meine erste Ehe (lacht). Und hoffentlich meine letzte. Wir leben jetzt gute 18 Monate zusammen. Und ja, sie bringt viel Stabilität und Sicherheit in mein Leben. Sie will, dass ich ein besserer Tennisspieler bin. Dafür tut sie alles und es funktioniert.

Daniil Medvedev

Wie oft begleitet sie Sie?

Schwer zu sagen. Ich denke, bei zwei von drei Turnieren ist sie dabei. Manchmal hat sie die Schnauze voll davon, um die Welt zu reisen. In den USA gibt es langweilige Städte. Dann hängt sie von zehn Uhr morgens bis acht Uhr abends auf der Anlage. Ich habe vielleicht eine Stunde frei und ich sage mir: ‘Ich habe nichts zu tun, also schlafe ich’ (lacht). Nach Asien ist sie beispielsweise nicht mitgekommen. Da hat sie lieber Zeit mit ihrer Familie in Moskau verbracht. Aber grundsätzlich gilt: Wir wollen so viel Zeit wie möglich zusammen sein.

Vor drei Jahren siegten Sie als Junior in der Londoner O2-Arena bei einem Nachwuchsturnier und jetzt gehören Sie zu den besten acht Spielern der Welt.
Was geht einem durch den Kopf?

Es ist ein Wunder, ein Märchen. Es sind komische Gefühle, wenn ich an die Zeit vor drei Jahren denke. Ich weiß noch, ich musste im Halbfinale des letzten Turniers der Saison einen Top 100-Spieler namens Pavlasek (Adam Pavlasek, aktuell die Nummer 388 der Welt, d. Red.) schlagen, um selbst die Top 100 zu erreichen. Wenn mir jemand vor drei Jahren erzählt hätte, ich wäre heute unter den Top 8 oder sogar die Nummer vier der Welt, hätte ich es nicht für möglich gehalten. Top 50 wäre schon ein Ziel gewesen. Es ist doch so: Man erreicht kleine Ziele. Man schmeckt den Erfolg und man will immer besser werden. Man arbeitet härter, klettert in der Rangliste höher und höher. Die Erwartungen steigen. Hätte mir damals jemand gesagt, 2019 führst du bei den ATP-Finals 5:1 gegen Rafa im dritten Satz und hast Matchball…

…hätten Sie auch die Niederlage in Kauf genommen.

Nein, es hätte mich genauso traurig gemacht. Wie gesagt, die Erwartungen steigen. Ich möchte jedem zeigen, dass ich zu Recht die Nummer vier oder fünf der Welt bin. 

Sehen Sie Ihren Weg in die Top Ten als konstante Bewegung nach oben oder gab es einen Moment, bei dem es klickte und Sie dachten: ‘Wow, was passiert denn hier gerade?’ 

Ich würde sagen, es war konstant. Es gab nur ein Jahr, in dem es nicht rund lief. Es war das Jahr, als ich in die Top 100 kam. Ich spielte mich fast in die Top 50, aber dann stagnierte ich. Ich beschloss, meinen Fokus zu ändern. Es waren kleine Dinge: eher ins Bett gehen, mich gesünder ernähren, weniger PlayStation spielen. Was wirklich schwer war, denn ich liebe PlayStation.  

Daniil Medvedev

Sie spielen auch Schach?

Ich mag PlayStation lieber (lacht). Aber es stimmt, ich spiele auch Schach, nicht wie ein Profi – wir Russen sind sehr gut im Schach – , aber ganz ordentlich mit meinen Freunden.

Ist Schach gut für Tennis?

Schwer zu sagen. Wenn du dich dafür entscheidest, nur noch Schach zu spielen, wirst du nicht plötzlich die Vorhand besser treffen. Aber ich habe viele Dinge getan, weil meine Mutter  meinte, dass es mit dem Tennis vielleicht nicht klappen würde. Sie hat mich gefördert, mir Schach beigebracht oder  Mathematik und Physik. Das alles hat meine analytischen Fähigkeiten geschärft und hilft mir jetzt auf dem Platz.

Studieren Sie neben dem Tennis?

Im Moment nicht. Ich habe null Freizeit. In der US-Saison habe ich zwei Monate durchgespielt. Ich hatte vielleicht zwei freie Tage, an denen ich mich ausruhen konnte. Grundsätzlich interessiert mich ein Studium nach der Karriere. Vielleicht studiere ich Business. Vielleicht werde ich auch Tennistrainer oder Amateur-Schachspieler bei den Ü40-Jährigen. Ich hoffe, ich habe später eine große Familie. Ich weiß es nicht, weil meine Gedanken im Moment nur beim Tennis sind.

Bei den US Open wurden Sie über die Grenzen des Tennis hinaus berühmt. Nicht nur, weil sie das Finale erreichten und Rafael Nadal ein denkwürdiges Match lieferten, sondern weil Sie sich mit dem Publikum anlegten. Was denken Sie inzwischen darüber?

Es war hart. Ich wusste, dass ich einen Fehler gemacht habe und ich mag es nicht, Fehler zu machen. Ich bin aber ein Mensch und Menschen begehen nun einmal Fehler. Ich bereue es, dass ich mich mit dem Publikum angelegt habe. Andererseits: Ich war ich selbst und ich habe nie aufgehört, ich selbst zu sein. Am Ende, nach dem Finale, konnte jeder auf der Welt sehen, dass das New Yorker Publikum auch gegenüber mir seine Meinung geändert hatte.

Es hat Sie geliebt!

Ja, auf der ganzen Welt habe ich polarisiert, aber die New Yorker dachten plötzlich ‘Der Typ ist okay, er hat was, er kämpft…’

…Sie lagen im Finale 0:2-Sätze gegen die aktuelle Nummer eins der Welt zurück und drehten fast das Match.

Für mich war das Wichtigste nicht nur zu zeigen, was für ein Tennisspieler ich bin, sondern auch was für ein Mensch. Die Leute sehen dich nur auf dem Platz. Sie sehen dich nicht in deinem Hotel oder wie du mit deiner Frau  sprichst. Ich habe ihnen meine Persönlichkeit gezeigt. Für mich war das alles sehr emotional. Es endete gut und darüber bin ich froh.

Daniil Medvedev

Viele sagen, Sie spielen anders als alle anderen. Sehen Sie das auch so?

Ich glaube ja. Ich habe eine andere Technik als die anderen Spieler. Ich weiß nicht, warum ich so spiele, aber ganz klar, jetzt will ich es nicht mehr ändern. Ich glaube nicht, dass es eine gute oder schlechte Technik gibt. Es gibt eine schöne und nicht so schöne Technik. Sehen Sie sich Roger Federer an.  Seine Technik ist ein Meisterstück. Jeder Schlag von ihm ist fantastisch. Als ich sechs war, habe ich die Rückhand einhändig gespielt und versucht, ihn zu kopieren. Aber ich wäre heute kein erfolgreicher Spieler mit seiner Technik.  Jeder hat seine Art und ich habe versucht, Matches mit meinen Mitteln zu gewinnen. Manche Leute behaupten, mein Spiel sei langweilig, aber das glaube ich nicht. Aber selbst wenn es so wäre – mein primäres Ziel auf dem Platz ist es, Matches zu gewinnen. Und ich möchte, dass die Zuschauer mein Spiel genießen. 

Sind Sie Perfektionist?

Leider ja. Warum ich leider sage: Manchmal spielt mein Kopf Streiche mit mir. Wenn ich mir die Highlights von meinem gestrigen Match gegen Nadal ansehe, denke ich: ‘Wow, ich habe unglaublich gespielt.’ Aber während des Matches dachte ich an die Wochen vorher. Da spielte ich im Training nicht so, wie ich wollte. Meine Schläge klappten nicht.  Plötzlich hatte ich diese negative Gedanken in meinem Kopf und die habe ich auch rausgelassen.

Ihre Körpersprache war schlecht. Sie hoben immer wieder den Daumen und nickten sarkastisch in Richtung Ihrer Box. 

Ja, ich weiß. Seit Wimbledon 2018 arbeite ich mit einer Psychologin zusammen. Ob Sie es glauben oder nicht, ich habe mich schon sehr verbessert in den letzten eineinhalb Jahren. Aber es gibt immer wieder diese Matches, in denen ich die Leute nicht davon überzeugen kann, wie hart ich an mir arbeite. Andererseits: Ich habe noch meine ganze Karriere vor mir, um jedem zu beweisen, dass ich ein besserer Mensch und Spieler werde.

Hatten Sie als Kind Vorbilder?

Ich hatte nie ein Idol, weil ich immer wusste, ich will ich selbst sein. Klar konnte ich nicht wissen, dass ich mal da stehe, wo ich jetzt bin. Aber selbst wenn ich es nicht geschafft hätte, würde ich mich immer fragen: ‘Warum sollte ich jemanden kopieren oder für jemanden schwärmen?’ Ich bin Daniil Medvedev. Ich beabsichtige, das Leben zu leben mit dem, was in meinen Händen liegt.

Sie waren nie Fan eines Spielers?

Natürlich habe ich mich für die größten Tennisspieler interessiert. Zuerst war es Marat Safin, weil er Russe ist. In dem Moment, als ich anfing, Tennis im Fernsehen zu verfolgen und das Spiel etwas zu verstehen, da gewann Safin Grand Slams. Er siegte bei den US Open, bei den Autralian Open. Das war super. Ich habe nie Yevgeny Kafelnikov spielen sehen. Über ihn kann ich nichts sagen. Aber klar, ich habe auch die Karrieren von Roger und Rafa verfolgt.

Kennen Sie Ihren Namensvetter Andrei Medvedev, der wie Sie die Nummer vier der Welt war?

Ich kenne ihn persönlich, aber ich war zu jung, um ihn spielen zu sehen. Wenn wir über Idole reden, dann hießen meine Beispiele Roger und Rafa. Aber ich habe sie immer als Tennisspieler gesehen, von denen man sich etwas abguckt, nicht als Stars. Vielleicht wäre es schön, wie Roger oder Rafa zu sein. Es war toll, sich die Duelle zwischen ihnen anzusehen, aber ich wollte immer ich selbst sein. 

Spricht man mit Federer und Nadal, spürt man, wie wichtig ihnen die Tennishistorie ist. Wie ist das bei Ihnen? Haben Rod Laver oder Björn Borg eine Bedeutung für Sie?

Als ich jünger war, hat mich das nicht so sehr interessiert. Ich glaube, je mehr Matches man gewinnt, je häufiger man in den Siegerlisten auftaucht, desto wichtiger wird die Historie. Man sieht sich selbst in einem größeren Zusammenhang. Man beginnt, darüber nachzudenken, wie die Profis früher unterwegs waren. Auf welchen Belägen sie spielten, mit welchen Rackets, gegen welche Gegner. Ich finde es mittlerweile interessant, mir Highlights von den Anfängen des Profitennis bei YouTube anzusehen. Man kann dort Matches von Rod Laver sehen. 

Das machen Sie?

Klar, ich liebe YouTube. Ich weiß nicht alles über Tennis und wenn wir ein Quiz machen, werde ich einige Fragen falsch beantworten, aber ich kenne auch viel interessantes Zeugs.

Verlassen wir die Annalen und kehren in die Gegenwart zurück. Es ist Ende 2019 und Sie sind die Nummer fünf der Welt. Wie lauten Ihre Ziele für die nächste Saison und darüber hinaus?

Die Ziele wechseln jedes Mal, wenn man die nächste Stufe erreicht. Hätten Sie mich vor den US Open gefragt, wäre die Antwort gewesen, sich in den Top Ten zu etablieren. Jetzt möchte ich mich in den Top 5 stabilisieren, was extrem schwer ist, weil jeder Spieler dich schlagen will. Du wirst gejagt. Vor allem von den Profis, die dicht hinter dir sind. Sie wollen alle die großen Masters-Turniere gewinnen, Grand Slams. Es liegt ein konstanter Druck auf mir, mit dem ich umgehen muss. Mein Ziel, so banal es klingt ist, ist zu versuchen, jedes Match zu gewinnen. Immer das Beste zu geben. Vor allem das Beste im Training zu geben, weil man sich da verbessern kann. Wie sagt Novak Djokovic? ‘Mein Ziel ist nicht, die Nummer eins zu sein, aber wenn meine Resultate stimmen, kommt das von alleine.’   So sehe ich das auch. Auf den letzten Metern der Saison habe ich einen Platz eingebüßt – jetzt muss ich noch härter arbeiten.

Wer sind Ihre künftigen Rivalen?

Wenn man nur die nächste Saison sieht, ist das schwer zu beantworten. Reden wir über die nächsten zehn Jahre, dann werden Roger und Rafa nicht mehr dabei sein. Die Rivalen heißen dann Sascha (Zverev, d. Red.), Stefanos (Tsitsipas), Felix (Auger-Aliassime), Denis (Shapovalov). Wir alle werden dann schon oft gegeneinander gespielt haben. Gegen Stefanos habe ich jetzt schon sechsmal gespielt, gegen Sascha auch. Roger und Novak sind in London zum 49. Mal gegeneinander angetreten. Das ist unglaublich. Ich hoffe, solche Rivalitäten haben wir auch später. 

Ist Alexander Zverev ein Freund?

Kein Freund, aber wir haben eine gute Beziehung.

Er ist wie Sie Russe, aber in Hamburg geboren. Wie ist sein Russisch?

Nicht schlecht. Seine beiden Eltern sind Russen. Er spricht viel besser als die meisten anderen meiner Landsleute, die nicht in Russland leben. 

Daniil, eine letzte Frage. Als Tennisprofi  fliegen Sie tausende Kilometer um den Globus. Wie denken Sie über die Umweltproblematik?

Ich denke darüber nach, aber mein Beruf ist es, Tennis zu spielen. In die Politik und die großen Probleme bin ich nicht so sehr involviert. Ich habe mir neulich eine Reportage im Fernsehen angeguckt und da hieß es, man kann kleine Dinge tun, um unserem Planeten zu helfen: weniger Plastik benutzen, Müll trennen, aus Gläsern oder Tassen trinken, anstatt ständig Pappbecker wegzuschmeißen. Ich versuche, all das zu tun. Ich leiste meinen Beitrag. Aber ich bin zu jung, um die großen Probleme der Welt zu lösen.

Daniil Medvedev

Antic trifft Medvedev: Trotz sportlicher Pleite zeigte sich Daniil Medvedev im Gespräch mit tennis MAGAZIN von seiner besten Seite. „Es war ein nettes Interview“, sagt er am Ende.

Vita Daniil Medvedev

Geboren 1996 in Moskau ging Daniil Medvedev, Spitzname Bär, schon in frühen Jahren nach Frankreich. Heute lebt der FC Bayern-Fan mit seiner Frau Daria in Monte Carlo und trainiert in der Nähe von Nizza im Camp seines Coaches Gilles Cervara. Medvedev gilt als Feingeist unter den jungen Profis. In der Schule spezialisierte er sich auf Physik und Mathematik. Er spielt leidenschaftlich Schach. Medvedev spricht russisch, englisch und französisch. Sollte sein Leben einmal verfilmt werden, wünscht er sich, dass Quentin Tarantino ihn verkörpert.