Donna Vekic

Grandios: Die Kroatin gewinnt als Lucky Loser im Londoner Queen's-Club.Bild: Imago

Donna Vekić: vom Lucky Loser zum London-Titel

Donna Vekić gewinnt die HSBC Championships im Queens-Club. Die Kroatin startete als Lucky Loser ins Turnier. In London besiegt sie im Finale Emma Raducanu mit 6:0, 7:6.

Donna Vekić startete als Lucky Loser ins Hauptfeld der HSBC Championships im Londoner Queen’s Club, nachdem sie in der zweiten Qualifikationsrunde verloren hatte. Vor dem Finale verriet die Kroatin, dass sie zum Start des Turniers gesundheitlich angeschlagen war – doch sie schaffte den Turn-Around. Nach einem schwierigen Start ins Turnier zeigte sie Runde für Runde solide Leistungen. Vekić gab von Match eins bis hin zum Finale nur einen einzigen Satz ab.

Nach ihrem Sieg im Halbfinale gegen die Britin Katie Boulter sagte Vekić in der Andy Murray Arena: „Ich habe mich von Match zu Match verbessert – so läuft es meistens auf Rasen. Je mehr Zeit man darauf verbringt, desto besser wird man. Ich liebe diesen Belag.“ Im Finale setzte die kroatische Profispielerin ihren Erfolgslauf fort. Gegen die Britin Emma Raducanu erkämpfte sich Vekić schließlich nach einem schnellen ersten Satz (6:0) und einem hart erkämpften zweiten Satz (7:6) den Titel in London.

Großes Finale: Emma Raducanu und Donna Vekic begeisterten 9.000 Zuschauer in der Andy Murray Arena.Bild: Imago

Vekić vs. Raducanu: Kopf an Kopf-Rennen im zweiten Satz

Vekić schien im ersten Satz unaufhaltbar. Nach nur 29 Minuten beendete die Kroatin diesen mit 6:0. Umso härter musste sie im zweiten Satz (7:6) kämpfen, in welchem Raducanu, die in ihrer Heimat viel Support durch die Zuschauer erhielt, zunächst deutlich führte (mit 5:2). Doch Vekić holte auf. Zum Schluss lieferten sich die Kroatin und die Britin in der Andy Murray Arena ein Kopf an Kopf-Rennen. Raducanu wehrte dabei vier Matchbälle ab. Im Tiebreak nutzte Vekić dann ihren fünften Matchball und siegte mit 8:6.

Augenblick des Triumphs: In London gewann sie ihr fünftes WTA-Turnier.Bild: Imago

Bei der anschließenden Siegerehrung erwähnten sowohl Vekić als auch Raducanu, wie sehr sie das Finale in der Andy Murray Arena in London genossen hatten. Erst seit 2025 finden die HSBC Championships der Damen im Queens-Club statt. Vekic sagte: „Ich habe immer die Herren beneidet, die auf diesem Platz
und in diesem großartigen Club gespielt haben. Ich bin sehr dankbar, dass wir seit letztem Jahr ebenfalls die Möglichkeit haben, hier zu spielen. Danke an alle, die das möglich gemacht haben.“

Trainer-Comeback von David Felgate

Vekić hatte bereits vor ihrem Sieg im Queens-Club eine Verbindung zu der britischen Hauptstadt. In London sagte sie: „Ich habe hier viel Zeit verbracht und trainiert als ich jünger war (…); es fühlt sich für mich wie ein zweites Zuhause an.“

Gerade deshalb ist der Sieg in London für die Kroatin wohl so besonders. Emotional bedankte sich Vekić in ihrer Dankesrede neben ihrem gesamtem Team und ihrer Familie – ihre Eltern saßen auf der Tribüne – bei ihrem Coach David Felgate. Der britische Trainer hatte Vekić bereits in ihrer Jugend trainiert. An den Briten gerichtet sagte die Siegerin der HSBC Championships: „Wir haben schon zusammengearbeitet, als ich zwölf Jahre alt war. Du hast mich praktisch großgezogen. Ohne dich wüsste ich nicht einmal, was Rasen ist. Als ich dich anrief, um mich bei der diesjährigen Rasensaison zu unterstützen, hast du „ja“ gesagt – vielen Dank dafür. Ohne dich würde ich jetzt nicht hier mit dieser Trophäe stehen.“

Die Kroatin fügte hinzu: „Es ist meine Lieblingszeit im Jahr und mein Lieblingsbelag – ich habe wirklich das Beste aus dieser Woche gemacht.“

Emma Raducanu: „Es war eine unglaubliche Woche für mich“

Auch für Raducanu war es eine erfolgreiche Woche in der britischen Hauptstadt.

Nach dem Finale sagte die Britin: „Es war eine unglaubliche Woche für mich: Hier ins Finale einzuziehen, in meiner Heimatstadt, bei meinem Heimturnier – die Unterstützung, die ich die ganze Woche über erfahren habe – es war einfach unglaublich.“

Tendenz nach oben: Nach der Erstrundenniederlage von Roland Garros spielte Emma Raducanu ein exzellentes Turnier in Queen’s.Bild: Imago

Für die US Open-Siegerin von 2021 war das 500er-Turnier trotz der Finalniederlage ein Highlight. Nach dem Masters in Indian Wells hatte die Britin mehr als zwei Monate wegen eines Erschöpfungssyndroms pausiert. Bei den French Open in Paris verlor sie in der ersten Runde.

Und noch etwas Besonderes gab es für beide: Nach Queen’s standen die Siegerin und die Finalistin im Live Ranking  plötzlich auf der Wimbledon-Setzliste – Raducanu auf Platz 31, Vekic auf Platz 32.

Anna-Sophia Antic. Sie studiert Journalismus an der IU-Akademie