2015 China Open – Day 3

Schadensersatz in Millionenhöhe? Bouchard mit Teilerfolg vor Gericht

Der amerikanische Tennisverband U.S.T.A. muss Eugenie Bouchard Schadensersatz zahlen. Das Bundesgericht in Brooklyn urteilte durch eine Jury, dass der Verband durch nachlässiges Handeln zumindest eine Mitschuld am Kabinensturz der Kanadierin trägt. Über die Höhe wird noch verhandelt.

Genie Bouchard war bei dem US-Open 2015 in der Umkleidekabine auf frisch gewischten Boden ausgerutscht und dann mit dem Kopf auf den Fließen aufgeschlagen. Dabei zog sie sich eine Gehirnerschütterung zu. Wegen des Unfalls konnte sie im Achtelfinale des Turniers nicht antreten und auch im weiteren Saisonverlauf kein komplettes Spiel mehr bestreiten. Lediglich in Peking stand sie noch einmal auf dem Court, musste dort aber aufgrund von Schwindelgefühlen in der ersten Runde aufgeben.

Höhe noch unklar – Anwalt spricht von „mehreren Millionen Dollar“

Laut den Richtern trägt Bouchard ebenfalls eine Teilschuld und muss deshalb für 25 Prozent des Schadens selber aufkommen. Wie viele Einnahmen ihr durch die Verletzung entgangen sind, soll nun das Bezirksgericht des „Eastern District of New York“ bestimmen.

Obwohl Bouchard zu Beginn des Jahres 2016 wieder Turniere spielen konnte, fiel sie nach der Verletzung aus den Top 100 und erreichte nie wieder das spielerische Niveau des Jahres 2014, in dem sie bis auf Rang fünf der Weltrangliste vorrücken konnte. Allerdings war sie auch vor dem Unfall in der Weltrangliste schon bis auf Rang 25 zurückgefallen.

Wie hoch der Einfluss des Vorfalls auf die sportliche Entwicklung tatsächlich gewesen ist, darüber kann nur spekuliert werden. Bouchards Anwalt Benedict Morelli kündigte an, in den heute beginnenden Verhandlungen über die Höhe der Einnahmenverluste, mehrere Millionen Dollar Schadensersatz zu fordern. Auch mit den bisherigen Ergebnissen zeigte sich Morelli am Rande der Verhandlungen zufrieden: „Wenn du 75 Prozent bekommst, kann man sich darüber nicht beschweren.“