Thomas Muster

Thomas Muster gewann 40 seiner 44 ATP-Titel auf Sand.

Flashback: Thomas Muster wird Nummer 1 der Tennis-Weltrangliste

Vor 30 Jahren, am 12. Februar 1996, erklomm der Österreicher Thomas Muster erstmals den Tennis-Thron und wurde Nummer 1 im ATP-Ranking.

Was Boris Becker für das deutsche Tennis war, das war Thomas Muster für das österreichische. Der Steirer hat den Tennissport in Österreich, im Land des Wintersports, populär gemacht. Vor 30 Jahren, am 12. Februar 1996, war Mus­ter endlich auf dem Gipfel angekommen.

Im Alter von 28 Jahren wurde er erstmals die Nummer eins der Welt. Den Grundstein für die Besteigung des Tennisthrons legte Muster im Jahr zu­ vor, in dem er zwölf Turniere gewann, elf davon auf seinem heiß gelieb­ten Sand – darunter die French Open 1995.

Thomas Muster: Feiertag in Südafrika

„Ich bin dafür bekannt, dass ich mit den Füßen am Boden bleibe. Ich habe seit Jahren auf dieses Ziel hingearbeitet und werde deswegen nicht ausflippen. Dafür bin ich schon zu alt und zu reif“, nahm Muster die Übernahme der Führung in der Weltrangliste gelassen zur Kenntnis. Den ersten Tag als Nummer eins verbrachte der Österreicher wie gewohnt auf dem Tennisplatz, wenn auch recht unüblich.

Denn die Davis­-Cup-­Partie in Südafrika konnte wegen Regens erst am Montag zu Ende gespielt werden. Muster gewann sein erstes Match als Weltranglistenerster gegen Wayne Ferreira und glich für Österreich zum zwischenzeitlichen 2:2 aus. Für den Linkshänder war es nur ein kurzes Gastspiel an der Spitze.

Bereits eine Woche später wurde er von Pete Sampras abgelöst. Nach seinem Turniersieg in Mexiko-­City übernahm Muster am 11. März erneut die Führung im ATP­-Ranking und blieb fünf weitere Wochen die Nummer eins der Welt.

Thomas Muster und der Unfall in Miami

Unvergessen in Musters Karriere ist sein tragischer Unfall beim ATP-Turnier in Miami im Jahr 1989. Kurz nach dem Einzug ins Finale platzten die Titelträume des Österreichers, als der betrunke­ne Autofahrer Norman Sobie ihn umfuhr und schwer am Kreuz und Seitenband verletzte. Muster konnte daraufhin zum Endspiel gegen Ivan Lendl nicht antreten.

„Ich hatte bis dahin nie eine Verletzung und wusste nicht, was ein Kreuz­ oder Seitenband ist. Nach dem Aufprall konnte ich nicht aufstehen, weil das Knie weggekippt ist. Trotzdem habe ich gesagt: ,Das geht schon wieder bis Sonntag’“, sagte Muster in Erinnerung an den Unfall. Was noch schlimmer war: Die Fortsetzung der Karriere des damals 21-­Jährigen stand auf der Kippe. Muster gab nicht auf und quälte sich für sein Comeback.

Die Bilder, in denen er, mit Gipsbein auf einer Holzbank sitzend, Bälle schlug, gingen um die Welt. Bereits fünf Monate später feierte der Österreicher seine Rückkehr auf den Platz. Acht Jahre später konnte Mus­ter Frieden mit dem ATP-Turnier in Miami schließen, indem er dort sei­nen 44. und letzten ATP-­Titel gewann.