An der Spitze der Tennis-Weltrangliste: Garbine Muguruza

Ab Montag die neue Nummer 1: Garbine Muguruza

New York (SID) – Garbine Muguruza hatte sich zur Feier des Tages eine weiße Bluse angezogen. „Ein Traum geht in Erfüllung. Jetzt will ich versuchen, so lange wie möglich da oben zu bleiben“, sagte die Wimbledonsiegerin in einer Videobotschaft aus ihrer Schweizer Wahlheimat – und strahlte.

Nur wenige Stunden zuvor hatte die Viertelfinal-Niederlage der Branchenführerin Karolina Pliskova (Tschechien) bei den US Open gegen die Amerikanerin Coco Vandeweghe Muguruzas erstmaligen Sprung an die Spitze der Weltrangliste besiegelt.

Am kommenden Montag wird die in Venezuela geborene Muguruza, die in New York bereits im Achtelfinale gescheitert war, die 24. Nummer eins seit Einführung des Computer-Rankings im Jahr 1975 sein. Und die zweite Spanierin nach Arantxa Sánchez-Vicario (45). Die dreimalige Roland-Garros-Gewinnerin hatte 1995 insgesamt zwölf Wochen den Platz an der Sonne inne gehabt.

Höhen und Tiefen erlebt

Die Gegenwart heißt aber Muguruza. Die Marca hatte nach ihrem Wimbledon-Coup im Juli ehrfurchtsvoll gefragt: „Von welchem Planeten bist du gekommen?“ Doch mit ihren 23 Jahren hat die vom Franzosen Sam Sumyk trainierte Powerspielerin schon erlebt, wie schnell sich Höhen und Tiefen abwechseln können.

Nach ihrem Triumph bei den French Open 2016 geriet Muguruza ins Taumeln und war so verunsichert, dass sie ein Jahr später Paris heulend verließ. Ausgepfiffen – nach einem Achtelfinal-Aus gegen die Lokalmatadorin Kristina Mladenovic.

Doch nur 41 Tage später weinte Muguruza im Rasen-Mekka Tränen des Glücks. „Es ist schwierig ein Rezept zu finden, das alles zusammenbringt“, sagte sie: „Normalerweise steht immer etwas im Weg. Du fühlst dich müde, hast Schmerzen oder es fehlt das Selbstvertrauen. Aber dieses Mal habe ich es geschafft, auf jedem Level eine gute Leistung abzurufen“, sagte Muguruza, die in einem hochklassigen Achtelfinale von Wimbledon Angelique Kerber ausgeschaltet hatte. König Juan Carlos gratulierte danach ebenso wie Hollywoodstar Antonio Banderas und Fußballheld Iker Casillas.

Neuen Namen, neue Gesichter

Und an mangelndem Selbstvertrauen leidet die 1,82 Meter große Muguruza nicht. „Neue Namen und neue Gesichter – das ist doch das, was wir alle wollen“, sagte sie jüngst mit dem Selbstverständnis einer zweimaligen Grand-Slam-Siegerin, die jetzt auch den Sprung auf den Tennis-Thron geschafft hat.


  1. Stefan Höfel

    Als Sanchez-Vicario 1995 für 12 Wochen die 1 war, übrigens genau so lange bzw. kurz wie Boris Becker, war sie auch amtierende US-Open-Siegerin. Ohne diesen US-Open-Titel 1994 wäre sie vielleicht nie oder nur für weniger als 12 Wochen die 1 gewesen.

  2. Bonhomme Richard

    Spanien dann ab nächste Woche sowohl bei den Herren als auch bei den Damen die Topnation. Eine Konstellation, die es meines Wissens noch nicht gegeben hat.


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