Angelique Kerber

Angelique Kerber: „Das Thema Fissette ist abgehakt“

Auf dem Papier ist Angelique Kerber beim WTA-Finale in Singapur die Topfavoritin. Zwei Tage vor ihrem ersten Match gegen Kiki Bertens äußerte sich die 30-Jährige unter anderem zu ihrer Trennung von Erfolgstrainer Wim Fissette.

Singapur/Köln (SID) Angelique Kerber grinste und schüttelte kaum merklich den Kopf. „Ich habe diese Frage eigentlich als erste erwartet, und jetzt ist es erst die dritte“, sagte Deutschlands beste Tennisspielerin, als in der Medienrunde vor dem WTA-Finale in Singapur die Trennung von Trainer Wim Fissette zur Sprache kam. Über die Hintergründe dieser öffentlich vieldiskutierten Entscheidung sagte Kerber – nichts.

Trennung von Fissette: gut durchdachte Entscheidung von Kerber

„Ich möchte nicht zu sehr ins Detail gehen, ich habe das eben so entschieden, und ich habe es bestimmt nicht leichtfertig getan“, versicherte die 30-Jährige: „Wir hatten unterschiedliche Ansichten über die nächsten Schritte in unserer Zusammenarbeit, und deshalb habe ich die Trennung vollzogen.“ Leicht gemacht habe sie sich das nicht: „Ich stehe nicht einfach morgens auf und verkünde irgendwas.“

Sie sei Fissette aber durchaus dankbar für die geleistete Arbeit, fügte Kerber an, schließlich hat sie mit dem Belgier unter anderem Wimbledon gewonnen und sich wieder in den Top 3 der Weltrangliste etabliert. Vor Jahresfrist gehörte Kerber nach ihrem Seuchenjahr 2017 nicht zum Kreis jener acht Spielerinnen, die in Singapur den letzten großen Titel der Saison ausspielen, 2018 ist sie als Topgesetzte zumindest auf dem Papier die Beste der Besten.

Fragezeichen hinter der Form

Ob sie allerdings ihrer Favoritenrolle in den drei Gruppenspielen gegen Kiki Bertens (Niederlande), French-Open-Finalistin Sloane Stephens (USA) und US-Open-Siegerin Naomi Osaka (Japan) tatsächlich gerecht werden kann, ist nach den zuletzt eher dürftigen Ergebnissen fraglich. Hinter Kerbers aktueller Form steht ein Fragezeichen, seit ihrem Wimbledonsieg im Juli hat Kerber kein Viertelfinale mehr erreicht.

Allzu gerne möchte sie deshalb mit einem Erfolgserlebnis im Rücken in die kurze Pause bis zum Beginn der Saisonvorbereitung Ende November gehen. „Ich mag dieses Format mit den drei Gruppenspielen“, sagte sie in Singapur: „Da bekommt man auch nach einer Niederlage die Chance, es wieder gutzumachen.“ In ihrem Auftaktmatch am Montag gegen Halep-Ersatz Kiki Bertens ist Kerber favorisiert, Stephens und Osaka gehören dagegen nicht unbedingt zu ihren Lieblingsgegnerinnen.

Wie geht es 2019 weiter?

In Singapur wird Kerber unter anderem von Andre Wiesler betreut, seit 2014 ihr Hitting Partner. Wie es danach weitergeht, ist offen – zumindest in der offiziellen Version, die Manager Aljoscha Thron und nun auch Kerber selbst verbreiteten. „Darüber mache ich mir nach dem WTA-Finale Gedanken, dann werde ich mich wie immer mit meinem Team zusammensetzen, und wir werden alles in Ruhe besprechen“, sagte sie.

Kaum vorstellbar allerdings, dass Angelique Kerber noch so gar keine Ahnung hat, wer der neue Name an ihrer Seite sein soll. Immerhin hat sie für 2019 große Ziele, unter anderem den Titel bei den French Open, der ihr als einziger in ihrer Grand-Slam-Sammlung noch fehlt. Eines jedenfalls ist klar: „Das Thema Wim Fissette ist abgehakt, dazu sage ich nichts mehr.“ Hat sie ja eigentlich sowieso nicht getan.