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Kohlschreiber wahrt deutsche Chance

Zagreb (SID) –



Philipp Kohlschreiber hat für das deutsche Davis-Cup-Team auf den Einzug ins Viertelfinale gewahrt. Der Augsburger sorgte nach großem Kampf in Zagren gegen Kroatien durch einen 6:4, 3:6, 4:6, 7:6 (8:6), 6:4-Erfolg gegen Ivan Dodig für den 1:1 Ausgleich nach dem ersten Tag und wehrte dabei im vierten Satz sogar einen Matchball ab. Zuvor hatte Florian Mayer trotz zahlreicher Chancen das Auftakteinzel mit 6:4, 0:6, 6:4, 3:6, 1:6 gegen Marin Cilic verloren.

Kohlschreiber wehrte sich in einem am Ende dramatischen Match mit allen Kräften gegen das drohende 0:2, das das fast sichere Aus aller Träume gewesen wäre. Deutschland konnte schließlich nur ein einziges Mal in seiner Davis-Cup-Geschichte (1960 gegen die Tschechoslowakei) einen 0:2-Rückstand noch drehen. Der Augsburger gewann damit bereits zum vierten Mal in einem Davis-Cup-Match über fünf Sätze, verloren hat er über die volle Distanz noch nie. Nach 4:38 Stunden nutzte er dann seinen zweiten Matchball zum überlebenswichtigen Ausgleich.

Dem Doppel am Samstag (13.00 Uhr(Sport1) zwischen Philipp Petzschner/Christopher Kas und Ivo Karlovic und Dodig oder Cilic kommt nun eine fast vorentscheidender Bedeutung für den Ausgang der Begegnung zu.

Der Sieger der Partie trifft im Viertelfinale wahrscheinlich auf Frankreich, das nach dem ersten Tag in Wien mit 2:0 gegen Österreich führt. Deutschland hätte gegen die Franzosen Heimrecht. Der Verlierer muss in der Relegation um den Klassenerhalt in der Weltgruppe spielen.

Nach der unnötigen Niederlage von Mayer gegen den Weltranglisten-20. Cilic trug wieder einmal Kohlschreiber die größte Verantwortung für die Mannschaft und wurde ihr gerecht. Der 35. der Weltrangliste ging auch als Favorit in die Begegnung gegen den 22 Plätze schlechter notierten Kroaten. „Ich hoffe sehr, dass Kohli den Ausgleich schafft“, hatte Mayer dem 27-Jährigen noch mit auf den Weg gegeben.

Kohlschreiber begann die Partie vor vielleicht 1500 lautstarken Fans sehr konzentriert und war zunächst spielerisch der bessere Spieler. Dodig, der vor rund einem Monat eben in Zagreb sein erstes ATP-Turnier gewonnen hatte, konnte sich aber auf seinen enorm starken Aufschlag verlassen und steigerte sich im Laufe des Matches in eine Art Spielrausch.

Im zweiten Satz schaffte er auch mit Hilfe patriotischer Linienrichter das entscheidende Break zum 3:1, im dritten Satz holte er sich Kohlschreibers Aufschlag zum 5:4. Während sich der Kroate immer mehr aufpushte und mit Gesten seine Landsleute heiß machte, nahm Kohlschreibers Sicherheit und Zuversicht immer mehr ab. Im vierten Satz konnte der Augsburger einen 2:0-Vorsprung nicht halten und musste in den Tiebreak. Bei 5:6 hatte Dodig dann seinen Matchball, nutzte die große Chance aber nicht.

Der fünfte Satz wurde dann noch dramatischer. Kohlschreiber ging zwar schnell schnell mit 2:0 in Führung, brachte den Vorsprung aber nicht über die Distanz. Zum 4:4 kassierte er den Ausgleich, schaffte aber das sofortige Rebreak und servierte das Match anschließend tatsächlich aus. Danach wurde er zu Recht von Kühnen und seinen Mitspielern euphorisch gefeiert.

Mayer war mit einer 2:0-Bilanz und voller Selbstvertrauen in das Match gegen Cilic gegangen. Am Ende aber saß er minutenlang auf seinem Stuhl, das Handtuch über den Kopf gezogen: „Es ist bitter jetzt, ich bin sehr enttäuscht“, sagte der Bayreuther. Er hatte gekämpft und streckenweise toll gespielt, aber am Ende trotz einer trotz einer 2:1-Satzführung noch verloren.

„Ich hatte Chancen und das Gefühl, ich hatte das Match ständig unter Kontrolle“, sagte Mayer, „aber im vierten Satz wurde ich zu defensiv, der Arm war manchmal schwer und er ist dann davon gelaufen.“

Mayer beherrschte im ersten und dritten Satz seinen Gegner. Als es aber darauf ankam, spielte Cilic konstanter und wirkte nervenstärker. Mayer wartet damit auch nach dem vierten Einzel auf seinen ersten Sieg in einem Davis-Cup-Einzel in der Halle. Nach 3:12 Stunden nutzte Cilic seinen ersten Matchball und wurde von seinen Mitspielern und dem Publikum gefeiert.

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