Boris Becker wehrt sich

Medien: Boris Becker beruft sich im Insolvenzverfahren auf diplomatische Immunität

Boris Becker erhebt offenbar im laufenden Insolvenzverfahren in Großbritannien den Anspruch auf Immunität. Dies berichten britische Medien am Freitag. Demnach beruft sich der 50-Jährige auf seinen Botschafter-Status als Sonderattache der Zentralafrikanischen Republik für Sport und kulturelle Angelegenheiten in der Europäischen Union.

Laut eines Berichts der Nachrichtenagentur Press Association haben Beckers Anwälte ein entsprechendes Gesuch bei einem Londoner Gericht hinterlegt. Im Sommer 2017 war Becker von der britischen Justiz für insolvent erklärt worden. Der „Head of Tennis“ des Deutschen Tennis Bund (DTB) bestritt stets, zahlungsunfähig zu sein.

„Die Entscheidung, ein Insolvenzverfahren gegen mich zu eröffnen, war gleichermaßen ungerechtfertigt wie unrechtmäßig“, wird Becker von der Press Association zitiert: „Ich habe jetzt diplomatische Immunität geltend gemacht, denn dazu bin ich in der Tat verpflichtet, um diese Farce zu einem Ende zu bringen, damit ich anfangen kann, mein Leben wieder aufzubauen.“


  1. Richard Schönborn

    Wie aus den Medien vor einigen Monaten bekannt ist, habe ich Boris Becker den die von ihm über 20 Jahre wiederholten Unwahrheitsbehauptungen über die große Unterstützung des DTB in seiner gesamten Jugendzeit bezichtigt und das Gegenteil mit etlichen Unterlagen nachgewiesen. Es kamen viele hunderte Zustimmungen zu meiner Kritik an Boris Bechers Leben und an seiner weitern Tätigkeiten.

    Boris war in seiner Jugendzeit ein Vorbild – er war fleißig, ehrgeizig, hart zu sich selbst, ehrlich, trainingsbesessen, enorm motiviert, moralisch einwandfrei. Es hat mir und Boris Breskvar (sein Landestrainer) sehr großen Spa0 gemacht mit ihm und der ganzen Jugendklicke um ihn herum zu arbeiten. Nach seinem Wechsel zu seinen neuen Betreuern hat er sich allerdings in etlichen Punkten sehr schnell verändert, vor allem in seiner Moral. Er wurde von heute auf morgen in eine Welt versetzt, der es nicht gewachsen war. Schon damals fing der moralische Abstieg an.

    Ich will nicht all die vielen gescheiterten Liebesbeziehungen, Ehen, Ehebrüche und vor allem seine enormen Finanzverluste durch Fehlspekulationen, Selbstüberschätzung, Einfluss falscher Geschäftspartner usw. aufrollen, das alles ist ja bekannt. Anstatt rechtzeitig die Leinen zu ziehen und sich aller dieser Altlasten zu befreien drängt er sich praktisch täglich in verschiedenen Medien zu Selbstverherrlichung. Es gibt keinen Tag, in dem er und seine Probleme nicht irgendwo erscheinen würden. Als ob Deutschland nicht andere Sorgen als Boris seine Insolvenzen und seine Liebesprobleme und sein tägliches Leben hätte.

    Dass er allerdings so tief fallen kann, dass er durch die Bemühung des Erlangen eines Diplomatenpasses von einem der größten Verbrechers Afrikas um den Verfolgungen der Finanz-, Steuerbehörden und Menschen, denen er nach wie vor Millionen schuldet zu entkommen ist, ist eine moralischer Absturz ohne gleichen. Das einmalige Idol ist endgültig vom Sockel gestoßen.

    Trotz aller bekannter Charakterschwächen hat ihn der DTB als Retter des deutschen Herrentennis engagiert. Gerade er soll ein Vorbild für die deutsche Tennisjugend sein? Er hat weder irgendwelche Trainerausbildung in der Bewegungslehre, der Biomechanik, der Physiologie, der Psychologie, der Trainingslehre, der Anatomie und vieles mehr, was ein heutiger Spitzentrainer haben muss! In allen Sportarten! Wozu hat der DTB seit fast 40 Jahren mit die weltweit beste Trainerausbildung durchführt die bis heuet schon hunderte Trainer absolviert haben. Für die Ausbildung von neun- bis sechzehnjährige Junioren reichen zehn Wimbledonsiege nicht aus. Das hat man inzwischen in allen Sportarten begriffen außer dem DTB. Was haben sich der Präsident und scheinbar auch einige Präsidiumsmitglieder dabei gedacht? Dass Boris nun das deutsche Herrentennis auf Weltniveau bringen kann ist eine Träumerei, ein Illusion. Glaubt der Präsident wirklich, dass Becker neben seinen Tausenden öffentlichen „Tätigkeiten“ und Problemen täglich mit den Junioren arbeiten wird. Oder dass er bei einem zufälligen dreitägigen Besuch eines Leistungszentrums durch Handauflegen auf die Köpfe der Spieler das deutsche Tennis rettet? Praktisch alle deutsche Spitzen beiderlei Geschlechts sind heute Privatprodukte erfolgreicher Privattrainer, Privatinitiativen nicht des DTB. Man hat nicht begriffen wodurch und wie es in den siebziger, achtziger und Anfang der neunziger Jahre gelungen ist die größten internationalen Erfolge in der Geschichte des DTB zu erreichen. Tägliche, auf wissenschaftlicher Basis einheitliche Zusammenarbeit des Bundesleistungszentrums mit den damaligen Landestrainern und Landeszenten, mit dem Wissenschaftlichen Beirat, den der DTB jetzt sogar aufgelöst hat, war die Ursache! Der DTB wurde damals mehrmal von der Europäische Tennisunion als erfolgreichster nationaler Tennisverband Europas geehrt und ausgezeichnet.

    Die Arbeit von Barbara Ritter in Damentennis ist hervorragend, an der sollte man sich auch im Herrentennis orientieren. Da muss man aber davon etwas verstehen.

    Richard Schönborn
    Cheftrainer des DTB a. D.


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