Erster Einzelsieg im neuen Jahr für Sabine Lisicki

Sabine Lisicki im Interview: „Es wird immer besser“

„Dauerkrise“, „Sorgenkind“, „im Jammertal“ – diese Schlagworte wurden zuletzt gerne mit Sabine Lisicki in Zusammenhang gebracht. Kein Wunder, gelang der Berlinerin bis zum Turnier in Indian Wells in 2015 gerade mal ein einziger Erfolg. Doch ausgerechnet der Ort, an dem es in den letzten Jahren für Lisicki überhaupt nicht lief, scheint den Weg zurück in die Erfolgspur ebnen zu können. In Indian Wells feierte die 25-Jährige in der vergangenen Nacht mit einem 6:4, 6:2-Erfolg über die Italienerin Sara Errani nicht nur ihren erstmaligen Einzug ins Achtelfinale von Indian Wells. Sie machte sich und ihren Fans auch berechtigte Hoffnung auf das Ende der sportlichen Durststrecke.

Sabine Lisicki: „Die Geduld wird sich auszahlen!“

Sabine Lisicki steht nun im Achtelfinale von Indian Wells. Ihr größter Erfolg seit langer Zeit

Sabine Lisicki steht nun im Achtelfinale von Indian Wells. Ihr größter Erfolg seit langer Zeit

Frau Lisicki, wie fühlt sich das an, so ein ungefährdeter Sieg gegen eine Topspielerin wie Errani?
Es fühlt sich gut an. Teilweise war es wirklich sehr gut. Ich habe das Gefühl, dass es immer besser wird. Bis auf eine kurze Phase Mitte des ersten Satzes war mein Spiel stabil und relativ dominant. Nach sieben Jahren ohne Einzelsieg hier freut mich das einfach sehr.

Zum ersten Mal in diesem Jahr gelangen Ihnen zwei Siege in Folge. War das jetzt ein Befreiungsschlag im Hinblick auf die noch junge Saison?
Das weiß ich nicht. Ich kann nur sagen, dass ich großes Vertrauen habe in die Arbeit, die mein Trainerteam und ich in den letzten zwei, drei Monaten geleistet haben. Auch wenn man es vielleicht vorher noch nicht gesehen hat, ich hatte auch bei den letzten Turnieren schon ein gutes Gefühl.

Aber die Resultate haben gefehlt…
Ich habe die ersten drei Matches in diesem Jahr jeweils knapp in drei Sätzen verloren. Das hat am Selbstvertrauen genagt. Man muss da weiter an sich glauben und braucht ein starkes Team, das einen in solchen Phasen aufbaut. Das habe ich. Man braucht eben einfach auch ein wenig Geduld, wenn man mit einem neuen Team zusammenarbeitet. Das wird sich auszahlen.

Wie sind Sie mit der zuletzt immer stärkeren Kritik umgegangen, konnten sie das ausblenden?
Nein, ich kriege das schon mit und muss sagen: Es enttäuscht mich. Man fühlt sich ungerecht behandelt, denn niemand von diesen Leuten weiß, wie hart wir im Hintergrund jeden Tag arbeiten. Manchmal fände ich es schön, wenn die Kritiker mal einen Tag lang mein Trainingspensum mitmachen oder es sich zumindest anschauen würden.

Ihre Gegnerin im Achtelfinale (Nightsession / 18. März, nicht vor 04.30 MEZ) ist Caroline Garcia, die sich gegen Ana Ivanovic durchgesetzt hat. Wie schätzen Sie die Französin ein?
Das ist gar nicht so leicht. Wir haben noch nie gegeneinander gespielt. Ich werde mir sicher zuvor noch einiges auf Video anschauen. Was ich von ihr weiß, ist, dass sie sehr hart schlagen kann. Sie ist eine gefährliche Spielerin. Ich muss dagegen halten, von Beginn an, und aggressiv sein.

Das Interview in Indian Wells führte für tennismagazin.de Holger Tromp

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