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Sören Friemel bei der Davis Cup-Begegnung zwischen der Schweiz und Schweden 2018. (Foto: PA)

Schiedsrichter Sören Friemel: „Mein Ruf ist schwer beschädigt“

Der suspendierte deutsche Tennis-Schiedsrichter Sören Friemel äußert sich in den Westfälischen Nachrichten erstmals zu den Vorwürfen gegen seine Person.

Gestern berichtete die englische Tageszeitung The Telegraph exklusiv über die Suspendierung von Sören Friemel, dem ranghöchsten Schiedsrichters im Tennis-Weltverband ITF. Dem Deutschen wird zur Last gelegt, in den Jahren 2010 bis 2014 mehrmals gegen den Verhaltenskodex der ITF verstoßen zu haben. Es soll um „Machtmissbrauch“ und „unethisches Verhalten“ gehen. Friemel wurde vom 19. Juni 2021 bis 18. Juni 2022 für ein Jahr von der ITF suspendiert.

Die Westfälischen Nachrichten aus Friemels Heimat Münster schreiben nun, dass ein ehemaliger Freund und Kollege eine Woche nach den French Open 2021 die Anschuldigungen gegen ihn erhob. Ihm wurde vorgeworfen, eine unangemessene Einladung ausgesprochen zu haben, was Friemel auch bestätigt. „Dass man während der Turniere noch zusammen einen Absacker getrunken hat, war und ist eigentlich ganz normal“, so Friemel in den Westfälischen Nachrichten, „und zu diesem Treffen ist es dann noch nicht einmal gekommen.“

Friemel: „Plötzlich mit diffusen Vorwürfen belastet“

Außerdem soll es um Kommentare auf der Turnieranlage gehen, die allerdings – laut Friemel – „nicht genau benannt wurden“. Friemel, der seit acht Jahren in London lebt, ist erstaunt und erschrocken, „plötzlich mit diffusen Vorwürfen belastet zu werden, die sieben bis zehn Jahre alt sind.“

Wie es nach dem Ende seiner Suspendierung im Sommer 2022 weitergeht, weiß Friemel noch nicht: „Seit 30 Jahren bin ich im Officiating. Aber jetzt denke ich darüber nach, meine – wie sagt man so schön – Work-Life-Balance zu überdenken.“ An einen juristischen Weg gegen das Vorgehen der ITF denke er nicht. „Das ändert nichts mehr. Mein Ruf, meine Reputation sind schwer beschädigt. Traurig ist, dass natürlich auch meine Eltern und meine Schwester darunter leiden.“