Arthur Ashe

Als Arthur Ashe in Wimbledon Geschichte schrieb

Köln (SID) – Arthur Ashe breitete die Arme aus und nickte triumphierend in die Runde des jubelnden Wimbledon-Publikums. Als erster schwarzer Sieger auf dem Heiligen Rasen hatte der 31-Jährige an jenem 5. Juli 1975 Geschichte geschrieben. Sein Gegner: Jimmy Connors, 22 Jahre alt, Titelverteidiger, Nummer eins der Welt und der haushohe Favorit.

Arthur Ashe mit taktischer Meisterleistung gegen Connors

Ashe ließ seinem sonst so selbstbewussten US-Landsmann an diesem Tag in London SW19 keine Chance. Schon nach einer Stunde führte er mit 2:0 Sätzen, am Ende stand ein deutliches 6:1, 6:1, 5:7, 6:4. Mit einem echten Game Plan hatte Ashe den hochfavorisierten Connors aus dem Konzept gebracht: Er spielte kein reines Powertennis, sondern verließ sich auf seinen ersten Aufschlag und servierte angeschnibbelte Bälle ins Halbfeld – eine Strategie, mit der Connors überhaupt nicht zurechtkam.

Als Arthur Ashe 1943 in Richmond/Virginia zur Welt kam, deutete wenig darauf hin, dass er eines Tages das bedeutendste Tennisturnier der Welt gewinnen würde. Schwarze waren von dem elitären Sport in jener Zeit ausgeschlossen, Ashe spielte als Kind auf öffentlichen Plätzen und staubigen Straßen, bis ein Lehrer einer örtlichen Schule 1953 das Talent des Zehnjährigen entdeckte. Der Rest ist Geschichte.

Arthur Ashe verstirbt bereits mit 49 Jahren

Ashes Karriere endete fünf Jahre nach seinem Triumph in Wimbledon. Im Anschluss an eine Herz-OP im Dezember 1979 verkündete er im April 1980 mit 36 Jahren seinen Rücktritt. 1992 machte er seine HIV-Erkrankung öffentlich, bei einer Bypass-OP soll er eine verseuchte Blutkonserve erhalten haben. Fortan widmete sich Ashe im letzten Jahr seines Lebens dem Kampf gegen Aids. Er starb am 6. Februar 1993 mit 49 Jahren an den Folgen einer Lungenentzündung.

Bereits 1985 wurde Ashe in die Hall of Fame in Newport aufgenommen. 1993 verlieh der damalige US-Präsident Bill Clinton ihm posthum die „Presidental Medal of Freedom“ (Freiheitsmedaille des Präsidenten). In seinem Geburtsort Richmond wurde eine Statue von ihm errichtet, und in New York trägt das größte Tennisstadion der Welt seinen Namen: Das Herreneinzel-Finale der US Open wird alljährlich im Arthur Ashe Stadium ausgetragen.