Sorana Cirstea nach ihrem letzten Roland Garros: „Ziele und Träume haben kein Verfallsdatum“
Sorana Cirstea spielte sich bei ihren letzten French Open bis ins Viertelfinale, welches sie gegen Mirra Andreeva verlor. Cirstea ist sich sicher: Die 19-Jährige habe das Zeug dazu, Grand Slam-Champion zu werden.
Ein letztes Roland Garros-Viertelfinale für Sorana Cirstea, für die am Ende der Saison voraussichtlich Schluss ist mit Profitennis. Das Erstaunliche: Im Ranking stand sie noch nie so hoch (aktuell Platz 18). Den Einzug unter die letzten acht Spielerinnen hatte sie zuletzt im Jahr 2009 erreicht. Die Rumänin beweist in ihrem letzten Jahr als Profi, dass „Ziele und Träume kein Verfallsdatum haben“.
Nachdem Cirstea bei den Italian Open das Halbfinale erreichte, spielte sie sich in Paris ins Viertelfinale, ohne dabei einen einzigen Satz abzugeben. In der dritten Runde gegen die Argentinierin Solana Sierra gab sie das ganze Match über kein einziges Spiel ab.
Runde 1:
Cirstea vs. Efremova – 6:3, 6:1
Runde 2:
Cirstea vs. Lys – 6:3, 6:0
Runde 3:
Cirstea vs. Sierra – 6:0, 6:0
Achtelfinale:
Cirstea vs. Wang – 6:3, 7:6
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Cirstea: „Ich glaube, im Leben ist man frei, das zu tun, was man möchte“
Im Anschluss an ihren Sieg im Achtelfinale gegen die chinesische Spielerin Xiyu Wang sagte Cirstea auf dem Court Suzanne-Lenglen: „Ich war schon immer der Meinung, dass Ziele und Träume kein Verfallsdatum haben. Ich habe so viel Leidenschaft für diesen Sport. Ich liebe Tennis und dass ich immer noch auf diesem Niveau spielen kann, dass meine Familie und mein Team mir zuschauen, ist eine absolute Freude. Und ich denke, manchmal steckt uns die Gesellschaft aufgrund des Alters in bestimmte Schubladen, aber ich glaube, im Leben ist man frei, das zu tun, was man möchte, und ich möchte spielen.“
Erneut im Viertelfinale nach 17 Jahren
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Im Viertelfinale musste sie sich gegen Mirra Andreeva geschlagen geben. In Paris sagte Cirstea über Andreeva: „Ich bewundere Mirra. Sie ist so ein wunderbares Mädchen, und das ganze Team ist auch toll – sie hat ein wunderbares Team (…). Das sind großartige Menschen und ich freue mich, dass sie sich mit so tollen Leuten umgibt. Sie ist ein Segen für den Sport – lieb, nett, freundlich, hat aber gleichzeitig auch eine tolle Persönlichkeit, sie ist sehr lustig und spielt fantastisches Tennis, also denke ich, dass sie alles hat, wovon man nur träumen kann, und ich bewundere sie absolut und würde mich wirklich für sie freuen, wenn sie dieses Turnier gewinnen würde.“
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Cirstea: „Ich bin sehr dankbar dafür, wie das Jahr verläuft“
Im Anschluss ans Viertelfinale sagte die rumänische Profispielerin in der französischen Hauptstadt: „Es war ein großartiges Turnier und ich würde sagen, auch eine sehr gute Sandplatzsaison – mit dem Halbfinale in Rom, dem Viertelfinale hier, darüber bin ich sehr glücklich.“
Sie sei sehr dankbar dafür, wie das Jahr verlaufe. Cirstea wurde sowohl in Rom, als auch in Paris immer wieder gefragt, ob sie trotz ihrer soliden Leistungen in den verganenen Wochen, ihre Karriere zum Ende der Saison beenden wolle. Dazu sagte sie, dass sich an ihrer Entscheidung, ihre Karriere nach 20 Jahren zu beenden, bisher nichts verändert habe.
Cirstea: „Ich hätte nie gedacht, dass ich eine so lange Karriere haben würde“
Die Rumänin sei besonders stolz, auf die Langlebigkeit ihrer Karriere. Sie sagte in Paris: „Ehrlich gesagt hätte ich nie erwartet, dass ich über 30 noch spielen würde und ich hätte nie gedacht, dass ich eine so lange Karriere haben würde.“ Stolz sei Cirstea außerdem auf die Art und Weise, wie sie gekämpft habe und wie sie sich als Spielerin, aber auch als Mensch im Laufe der Jahre durch den Tennissport weiterentwickelt habe.
„Ich habe das Gefühl, dass mir dieser Sport so viel beigebracht hat“, sagte die rumänische Profispielerin und fügte hinzu: „Das sind Dinge, die ich für den Rest meines Lebens mitnehmen werde, und egal, welchen Weg ich nach meiner Tenniskarriere einschlagen werde, ich werde diesen Sport immer in Ehren halten und ihm verbunden bleiben.“
Bereits im Dezember letzten Jahres sprach Cirstea im Tennis Insider Club- Podcast von Caroline Garcia (ehemalige Nummer vier der WTA-Weltrangliste) und ihrem Mann Borja Duran darüber, wie sehr sie Tennis liebe.
Je näher sie ihrem Karriereende gekommen sei, desto mehr habe sie den Sport wertschätzen und genießen können. Im Podcast sagte sie: „Die letzten Jahre waren für mich eine absolute Freude, aber auch eine Lektion fürs Leben. Nämlich, dass man alles, was man tut, mit Freude tun muss.“
Roland Garros: ein besonderer Grand Slam für Cirstea
Auf die Frage, welches Cirsteas Top 3 Erinnerungen an Roland Garros sind, antwortete sie : „Es ist sehr schwer, aus 20 Jahren drei Erinnerungen herauszugreifen, aber natürlich wird dieses Jahr für mich etwas besonderes sein und auch das Jahr 2009 war großartig.“ Aber auch in der Zwischenzeit habe sie in der französischen Hauptstadt fantastische Matches gespielt. „Paris wird immer etwas Besonderes bleiben“, sagte die rumänische Profispielerin und ergänzte: „Es ist der Grand Slam, mit dem ich großgeworden bin.“ In ihrer Heimat Rumänien sei sie sozusagen auf Sandplätzen „aufgewachsen“.
Nicht nur Roland Garros, sondern auch die Stadt sei für Cirstea etwas besonderes. Sie sagte: „Ich liebe Paris, ich liebe die Menschen, ich liebe alles hier.“
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Festlegen, welches Match in Paris das schönste war, kann sich die Rumänin nicht:
„Es ist sehr schwer, genau ein Spiel herauszugreifen; es gab im Laufe der Jahre so viele großartige, und ich werde versuchen, sie alle in meinem Herzen zu bewahren – jedes einzelne davon.“
Anna-Sophia Antic. Sie studiert Journalismus an der IU-Akademie
