Mika Brunold

Mika Brunold lässt sich nach seinem Premieren-Sieg im Davis Cup vom Schweizer Publikum feiernBild: Freshfocus

Mika Brunold: Ein Puzzle, das Formen annimmt

Mika Brunold spielt kreativ, denkt unkonventionell und geht auch neben dem Platz seinen eigenen Weg. Der Baselbieter hat bereits Top-100-Spieler geschlagen, Davis-Cup-Luft geschnuppert und international Schlagzeilen gemacht. Im Mai war er zu Gast bei «Let’s talk about Tennis».

Immer wieder fällt bei Mika Brunold ein Begriff: das Puzzle. Für den 21-jährigen Baselbieter besteht Erfolg aus vielen einzelnen Teilen – Technik, Mentalität, Umfeld, Persönlichkeit. Und nur wenn alles zusammenpasst, entsteht am Ende das grosse Ganze. Vielleicht ist genau das der Grund, weshalb Brunold derzeit als eines der spannendsten Schweizer Talente gilt. Nicht nur wegen seiner Siege gegen Top-100-Spieler oder wegen seines Debüts im Davis Cup.

Streben nach Freiheit auf und neben dem Platz

Aufgewachsen in einer sportverrückten Familie, war Bewegung für ihn schon früh selbstverständlich. Der Vater spielte professionell Tennis, der Grossvater war Fussball-Nationalspieler und ist bis heute eine Clublegende beim FC Basel. Und tatsächlich spielte auch Mika jahrelang parallel Fussball und Tennis. Sportart Nummer eins war jedoch stets die mit dem gelben Filzball.

Dort, sagt er, habe er die Freiheit gefunden, selbst Lösungen zu suchen. Diese Freiheit prägt bis heute seinen Spielstil. Brunold liebt das Unberechenbare. Tennis soll für ihn kein monotones Bälle hin und her schlagen sein, sondern ein Spiel voller Möglichkeiten. Kein Wunder also, dass ausgerechnet Daniil Medvedev zu seinen grossen Vorbildern zählt – ein Spieler, der ebenfalls dafür bekannt ist, unkonventionelle Wege zum Erfolg zu finden.

Mika Brunold

Die Verbundenheit zum FC Basel ist unübersehbar.Bild: Freshfocus

Brunolds Name wurde zuletzt nicht nur wegen seiner sportlichen Entwicklung international wahrgenommen. Im Dezember 2025 machte er öffentlich, dass er homosexuell ist – als weltweit erst zweiter aktiver Tennisprofi überhaupt. Die Reaktionen darauf waren überwältigend positiv. Über 70 000 Likes sammelte sein Instagram-Post innerhalb kurzer Zeit. Viel wichtiger als die Zahlen sei für ihn aber etwas anderes gewesen: Normalität.

Denn genau darum ging es ihm. Nicht um Schlagzeilen. Nicht um Aufmerksamkeit. Sondern darum, sich nicht mehr verstecken zu müssen. Im Spitzensport, sagt Brunold, spiele Persönlichkeit eine enorme Rolle. Wer sich selbst zurückhalte, könne auch sportlich nie ganz frei sein. Das Outing sei deshalb ein weiteres Teil in seinem persönlichen Puzzle gewesen.

Die Grand Slams als grosses Ziel vor Augen

Sportlich blickt Brunold ohnehin nach vorne. Die ersten Grand-Slam-Teilnahmen als Profi sind kurz- bis mittelfristig das grosse Ziel. Besonders Roland Garros hat es ihm angetan – wegen des Sandes, wegen der Atmosphäre, wegen des speziellen «Vibes», wie er sagt. Gleichzeitig weiss er, woran er noch arbeiten muss: Konstanz, Beinarbeit und die Fähigkeit, auch «dreckige Matches» zu gewinnen.

Mika Brunold

Voller Einsatz: Brunold liebt das unkonventionelle Spiel.Bild: Freshfocus

Wer Mika Brunold zuhört, merkt schnell: Hier spricht keiner, der sich nur über Resultate definiert. Einer, der Musik schreibt, kreative Ideen liebt und auch im Davis Cup lieber mit einem selbst produzierten Song auffällt als mit grossen Sprüchen. Mehr Einblicke in seine Gedanken, seine Geschichte und seinen Weg gibt Mika Brunold in der aktuellen Folge von «Let’s Talk About Tennis». Diese ist ab sofort bei Spotify, Apple Podcasts und YouTube zu hören.

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