Flavia Pennetta trifft im Finale auf Roberta Vinci

Italien fiebert US Open-Finale entgegen

Ganz Italien fiebert dem historischen US Open-Finale der Damen entgegen: Ministerpräsident Matteo Renzi sagte vor dem Duell zwischen Flavia Pennetta und Roberta Vinci (Samstag, 21.00 Uhr MESZ) alle Termine ab und flog nach New York, um seine Landsfrauen anzufeuern. Mit an Bord waren Giovanni Malagò, Präsident des Nationalen Olympischen Komitees CONI, und Angelo Binaghi, Präsident des italienischen Tennisverbandes FIT.

Die Medien feierten indes die Spielerinnen aus der Region Apulien als die „Königinnen Amerikas“. Die Sporttageszeitung Gazzetta dello Sport verbannte angesichts des ersten italienischen Endspiels der Grand-Slam-Geschichte die Vorschau auf das Duell Inter Mailand gegen AC Mailand von der Titelseite und jubelte: „We love you! Ein 11. September zieht in die Geschichte des italienischen Tennis ein.“ Corriere dello Sport schrieb von einem „mythischen Finale für Italien“.

Für seinen spontanen Entschluss, das Finale im gigantischen Arthur-Ashe-Stadium (23.771 Zuschauer) live zu sehen, erntete Regierungschef Renzi allerdings auch Kritik seiner politischen Gegner. „Das Finalmatch Vinci gegen Pennetta ist ein großer Augenblick für Italien. Unannehmbar ist jedoch, dass der eitle Renzi auf Kosten der Steuerzahler nach New York fliegt, um sich ins Rampenlicht zu stellen“, sagte Maurizio Gasparri, Senator der oppositionellen Forza Italia.

Sowohl Pennetta (33), als auch Vinci (32) stehen erstmals im Endspiel eines der vier Major-Turniere. Eine der beiden Süditalienerinnen wird nach dem US Open-Finale als zweite Grand-Slam-Siegerin ihres Landes in die Tennis-Geschichte eingehen. Den bislang einzigen Titel hatte Francesca Schiavone 2010 bei den French Open in Paris gewonnen.

Pennetta schlug im Halbfinale die Weltranglistenzweite Simona Halep aus Rumänien 6:1, 6:3, Vinci beendete Serena Williams‘ Traum vom Kalender-Grand-Slam mit 2:6, 6:4, 6:4.