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LUST AUF LEISTUNG? Die neue Leistungsklasse will vor allem den Spaß am ­sportlichen Wettstreit fördern. Doch das überarbeitete Rating-System ist kompliziert und wirft viele Fragen auf.

Was bringt die LK 2.0? Die neue Leistungsklasse auf dem Prüfstand

Die neue Leistungsklasse soll die Spielstärke von 400.000 Aktiven besser abbilden als sein ­Vorgängermodell. Doch kann das die LK 2.0 18 Monate nach ihrer ­Einführung wirklich leisten? Wir fragten unsere ­Leser und sprachen mit Experten

Hefte raus, Klassenarbeit! Mit welcher Formel wird die neue LK 2.0 berechnet? Wie, das können Sie nicht beantworten? Seit dem 1. Oktober 2020 bestimmt sie doch Ihre LK! Und zwar jede Woche. Sie wissen schon: Der Leistungscheck an jedem Montag. Bin ich besser oder schlechter geworden? LK 10,6 oder doch schon LK 10,4?

Die Formel der neuen Leistungsklasse

Die Formel also: V = G x ( P / H). Wobei V für die Verbesserung der eigenen LK steht. P ist die Punktezahl für einen Sieg, die von der LK-Differenz der beiden Spieler abhängig ist. H ist der Hürdenwert, der sich durch die eigene LK definiert. Und G ist schließlich der Altersfaktor, der durch die Altersklasse bestimmt wird, in der man antritt.

Das ist Ihnen viel zu kompliziert, weil Sie doch einfach nur spielen wollen? Vermutlich gehören Sie damit zur breiten Mehrheit der knapp 400.000 Spieler und Spielerinnen, die im letzten Erhebungszeitraum (Oktober 2020 bis November 2021) mindestens ein LK-relevantes Match bestritten.

Dennoch ist die LK 2.0 in jeder Mannschaft und bei jedem Punktspiel unterschwellig dann doch wieder ein Thema. Immerhin ist sie dafür verantwortlich, wie die Reihenfolge der namentlichen Mannschaftsmeldung ausfällt. Weil vielen in der Szene die LK 2.0 aber zu komplex und zu unverständlich erscheint, fällt das Urteil an der Basis nicht gerade gut aus.

LK2.0 Leistungsklasse

Das zeigte auch eine Leser-Umfrage von tennis MAGAZIN. Nur ein gutes Drittel ist zufrieden mit der LK 2.0 (s. Grafik). Wir wollten es genauer wissen und baten unsere Leser um exakte Kritikpunkte, um konkrete Fragen und Praxis-Beispiele. Die geäußerte Kritik drehte sich im Wesentlichen um folgende Aspekte: fehlende Minuspunkte, Motivationsaufschlag, Berechnungsgrundlage, Bevorzugung der Vielspieler und Vergleichbarkeit der Spielstärke. Wir konfrontierten damit den Deutschen ­Tennis Bund. Felix Wortmann, hauptamtlicher LK-Experte beim DTB, nahm sich mehrere Stunden Zeit, um uns jedes noch so kleine Detail zu erklären. Helmut Lütcke, ehrenamtlicher Vorsitzender vom Rang­listen- und LK-Ausschuss des DTB und als Diplom-Mathematiker geistiger Vater der LK 2.0, stellte uns Daten und Diagramme zur Verfügung. Stephan Simann, ebenfalls ­Mathematiker und Macher das LK-Podcasts „Kleines ­Tennis“, lieferte Hintergrundinfos.

Die neue Leistungsklasse hat ihre Schwächen

Nach vielen Gesprächen, Mails und Telefonanten ist klar: Ja, die LK 2.0 hat ihre Schwächen. Aber: Der DTB hat diese erkannt und will sie abstellen. „Wir sehen einige Punkte im neuen LK-System als optimierungswürdig an und wollen im Laufe des Sommers entsprechende Lösungen dafür erarbeiten. Manches ist schon offensichtlich, anderes muss noch genauer analysiert werden“, räumt Felix Wortmann ein. Helmut Lütcke beteuert: „Für eine LK 2.1 liegen alle Pläne bereits bei uns in der Schublade.“ Er hofft auf eine Einführung noch in diesem Jahr. Dafür muss aber die Zustimmung des DTB-Präsidiums her. Ob sie erfolgt, ist ungewiss. Fest steht schon jetzt: Minuspunkte, eine Forderung der Basis, wird es nicht geben. „Ohne Minuspunkte wird das LK-System langfristig aber nicht ­funktio­nieren“, prophezeit Podcaster Simann.

Im Folgenden finden Sie die zentralen Leser-Fragen und die dazuge­hörigen Antworten. Damit sollte jeder bei der nächsten LK-Abfrage gut gerüstet sein.

Warum wurden keine Minuspunkte eingeführt?
Ohne Berücksichtigung von Niederlagen kann die Leistungsklasse 2.0 das wahre Leistungsvermögen der Spieler nicht darstellen. Warum hat man sich nicht am System aus Öster­reich orientiert, das auch Niederlagen berücksichtigt und dadurch eine reelle Spielstärke abbildet? Volker Stoll, BSV Chemie Radebeul, 64 Jahre, LK 7,9

Es stimmt: Im österreichischen Spielstärken-System „ITN Austria“ werden Siege und Niederlagen gleichermaßen berücksichtigt – wie bei allen Rating-Systemen, die sich an der International Tennis Number (ITN) orientierten. Als die Überarbeitung des alten LK-Systems anstand, empfahl auch der Ranglisten- und LK-Ausschuss des DTB die Einführung von Minuspunkten. Vorbild sollte das österreichische Modell sein. Doch das DTB-Präsidium intervenierte. Die Sorge: Minuspunkte schreckt die Spieler ab, sodass die Teilnehmerzahlen bei LK-Turnieren sinken – und damit die Einnahmen für den DTB. Denn jeder, der LK-Turniere spielt, führt einen Beitrag an den DTB ab (Erwachsene fünf, U18-Spieler drei Euro). Helmut Lütcke, Vorsitzender im Ranglisten- und LK-Ausschuss, sagt: „Wir haben da rein sportlich gedacht – und nicht wirtschaftlich.“

Das DTB-Präsidium hatte Angst um seine guten Zahlen. Bis zu 1,5 Millionen Euro nimmt er durch die Turnierentgelte in Nicht-Coronajahren ein. Geld, das dabei half, an Fördermittel des ­Bundesministeriums des ­Inneren (BMI) zu kommen. Der DTB erbrachte die geforderten finanziellen Vorleistungen, um vom BMI als förderwürdig eingestuft zu werden. Von den BMI-Geldern konnten neue Trainer für den Nachwuchsbereich engagiert werden. Bei seiner wegweisenden Entscheidung spielte dem Präsidium zudem eine vom DTB in Auftrag gegebene Umfrage unter Spielern im Vorfeld der LK-Umstellung in die Karten. Eine knappe Mehrheit sprach sich darin gegen die Einführung von Minuspunkten aus.

Am Ende aber bleibt eine Frage offen: Hätten Minuspunkte wirklich die Teilnehmer­zahlen bei LK-Turnieren einbrechen lassen? Felix Wortmann, LK-Experte vom DTB, zweifelt daran: „Möglicherweise würde die Berücksichtigung von Niederlagen andere Spieler dazu ermuntern, gerade dann mehr zu spielen, weil sie das System als fairer und transparenter ansehen.“

Wie kommt die LK-Berechnung zu Stande?
Die Berechnung im neuen LK-System ist für mich unverständlich. Hier drei Beispiele von LK-Turnieren der AK50: 1. LK 7,2 schlägt LK 6,2 -> LK-Verbesserung: 0,119. 2. LK 12 schlägt LK 12 -> LK-Verbesserung: 0,140. 3. LK 15,2 schlägt LK 16,8 -> LK-Verbesserung: 0,154. Warum verbessern sich Spieler mit eher niedriger LK (Beispiele 2 + 3) stärker, obwohl sie „nur“ gegen schlechtere bzw. gleichwertige Gegner gewonnen haben? Der Spieler mit der höchsten LK (Beispiel 1) schlägt zwar einen besseren Gegner, aber sein Ver­besserungswert fällt geringer aus. Sabine Baker, BSV 1892 Berlin, 59 Jahre, LK 7,0

In der LK 2.0 gilt der Grundsatz: Je niedriger die eigene LK, desto größer der Verbesserungswert, wenn man ein Match gewinnt. Ziel dieser Maßnahme ist es, Spieler aus den unteren LK-Bereichen schneller nach oben zu bringen. Im alten LK-System war das oft ein Problem: Viele Spieler mit schlechter LK kamen einfach nicht hoch, weil sie nicht die entsprechenden Gegner bekamen. Jetzt ist es für sie wesentlich einfacher, die unteren LK-Bereiche zu verlassen. Gleichzeitig ist das System aber auch so angelegt, dass der Aufstieg schwieriger ist, je besser die eigene LK wird. Der DTB spricht von einer „Aufstiegsbremse“. Verantwortlich dafür ist vor allem der „Hürdenwert“ (H) in der LK 2.0-Berechnungsformel.

Der Hürdenwert ist derzeit so definiert, dass er mit steigender LK immer höher wird. In einem Kurven-Diagramm steigt H also steil an, sodass sich der Aufstieg eines Spielers automatisch verlangsamt. Hintergedanke dabei war auch, Vielspieler auszubremsen. Denn weil es keine fixen Schranken wie früher gibt („Du musst zwei Gegner mit besserer LK besiegen, um aufzusteigen!“), sondern das System nun fließend ist, können Spieler sich verbessern, ohne dabei zwingend höher eingestufte Gegner zu schlagen. Wer aber nun in gute einstellige LK-Bereiche vorstößt, wird auf diese Weise nur schwer weiter nach oben kommen, sondern er braucht nun auch Siege gegen bessere Gegner.

Im Ranglisten- und LK-Ausschuss des DTB wird allerdings nun darüber nachgedacht, die Kurve des Hürdenwerts abzuflachen. Denn der Nachteil ist, dass bessere Spieler, die eher wenig spielen, kaum ihre LK halten können und abrutschen.

Kann man den Motivations­aufschlag abschaffen?
Der wöchentliche Motivationsaufschlag fühlt sich selbst für engagierte Spieler eher als Strafe an – gerade im ­Winter. Nicht überall gibt es regelmäßig gut erreichbare Hallen-LK-Turniere. Das sind keine fairen Voraussetzungen und gute Gründe, den Motivationsaufschlag abzuschaffen. Dirk Orthwein, TC BW Frankenberg, 50 Jahre, LK 12,5

Der Begriff „Motivationsaufschlag“ ist leicht irreführend, denn der Abzug von -0,025 trifft jeden Spieler im gleichen Maße jede Woche – egal, ob man am Wochenende ein LK-relevantes Match gewinnt oder verliert. Insbesondere für Gewinner kann sich der Motivationsaufschlag demotivierend anfühlen, weil er unter Umständen sogar die eingeheimsten Punkte für den Sieg aufzehrt. Auch wenn man nun über den Begriff streiten mag: Der Motivationsaufschlag ist essentiell für die LK 2.0. „Er dient dazu, das System auszutarieren. Da wir keine Minuspunkte für Niederlagen vergeben, ist das unsere einzige Möglichkeit, die Pluspunkte für Siege auszugleichen. Würden wir das nicht tun, gingen alle Spieler langfristig durch die Decke und wären irgendwann bei einer LK 1,0“, erklärt Felix Wortmann vom DTB. Heißt: Gäbe es Minuspunkte für Niederlagen, könnte man den Motivationsaufschlag tatsächlich abschaffen.

Im alten LK-System gab es übrigens etwas Vergleichbares: Man kämpfte für das Ziel, am Ende des einjährigen Berechnungszeitraums eine bestimmte Anzahl von Punkten einzusammeln, die einem das Halten oder die Steigerung der LK ermöglichten. Wer allerdings zu wenige Punkte hatte, stieg ab – um bis zu zwei LKs. In der LK 2.0 bringt der Motivationsaufschlag über das Jahr gesehen -1,3 „LK-Verlust“, aber mit jedem Match, das man bestreitet, arbeitet man gegen diese Bürde an.

Auch der Motivationsaufschlag könnte vom DTB optimiert werden. Da es gerade im Winter – je nach Wohnort und Altersklasse – mitunter schwierig ist, aktiv an seiner LK zu arbeiten, steht zur Diskussion, den Motivationsaufschlag in den Wintermonaten auf -0,01 abzumildern. Vom Begriff Motivationsaufschlag will man sich wohl verabschieden – besser so. Der Vorschlag von Nico Weschenfelder, DTB-Vizepräsident und zuständig für den Wettkampfsport, lautet: „Wochenaufschlag“.

Warum haben sich die LK-Anforderungen so erhöht?
Im alten LK-System reichten als LK 7-Spieler innerhalb eines Spieljahres zwei Einzelsiege gegen einen gleichwertigen Gegner für den LK-Erhalt. Im neuen LK-System „muss“ ein LK 7,0-Spieler der AK50 innerhalb von 12 Monaten 13 Einzelsiege gegen LK 7 erzielen, um seine Ausgangs-LK zu halten. Warum hat man sich auf derart überhöhte LK-Anforderungen geeinigt? Thomas Kremer, TC Diez, 55 Jahre, LK 7,6

Der Grund liegt am Hürdenwert (s. oben), der den Aufstieg von Vielspielern ausbremsen soll. Gleichzeitig sorgt er aber auch dafür, dass Spieler mit starker LK viel dafür tun müssen, um ihr Level zu halten. In der Hinsicht will der DTB nachbessern. Zum einen mit einem angepassten Hürdenwert, durch den man die Anforderungen herunterschrauben würde. Zum anderen ist eine Regel in der Diskussion, nach der kein Abstieg droht, wenn man eine gewisse Anzahl von gleichwertigen und besseren Gegnern geschlagen hat. Grundsätzlich aber rät DTB-Experte Wortmann zu einem anderen Umgang mit der LK: „Von der Denke, meine LK unbedingt halten zu müssen, sollten sich die Spieler etwas lösen, denn es kann im oberen LK-Bereich auch eine Leistung sein, wenn man übers Jahr gesehen nur um 0,5 oder 0,6 Punkte absteigt – und nicht um 1,3 Punkte, was ja schlimmstenfalls passieren kann.“

Leistungsklasse

ENTSPANNT BLEIBEN: Wer das neue Leistungsklassen-System etwas gelassener sieht, erspart sich zusätzlichen Frust.

Wieso werden die Vielspieler so stark bevorzugt?
Vielspieler werden übermäßig belohnt! Ohne die entsprechende spielerische Qualität zu besitzen, kommen sie immer weiter nach oben. Da muss es Beschränkungen geben. Cheang Airas Kim, Siemens TK Blau Gold 1913, 44 Jahre, LK 23,5

Beim Begriff „Vielspieler“ lohnt sich ein Blick auf die Zahlen. Zwischen Oktober 2020 (also bei Einführung der LK 2.0) und November 2021 absolvierten 222.060 Herren und 112.058 Damen mindestens ein LK-relevantes Match. Knapp 78,5 Prozent der Herren (84,23% der Damen) standen in diesem Zeitraum für maximal sechs LK-Partien auf dem Platz. Das sind in der Regel Einsätze bei den Punktspielen und maximal noch ein Start bei einem LK-Turnier. Lediglich 2,7 Prozent der Herren (2,1% der Damen) spulten mehr als 20 LK-Matches ab und nur 0,25 Prozent der Männer (0,27% der Damen) mehr als 50 Partien.

LK2.0 Leistungsklasse

Die Daten zeigen: Der oft zitierte „Vielspieler“ ist im LK-System eher eine Nebenfigur.

Auch wenn sich die Zahlen hauptsächlich auf die „Corona-Saison“ 2021 beziehen und dadurch nur bedingt aussagekräftig sind, geben sie klare Trends wieder, die so auch schon in pandemiefreien Zeiten zu beobachten waren: Die breite Masse der LK-Spieler und LK-Spielerinnen konzentriert sich auf die Begegnungen in der Verbandsrunde. Und: Der klassische Vielspieler ist im LK-System eigentlich eine Randerscheinung.

Richtig aber ist, dass er in dem aktuellen System belohnt wird, auch weil es eben keine Minuspunkte für Niederlagen gibt. „Jemand, der 100 Mal gewinnt, wird am Ende höher stehen, als jemand, der nur zehnmal gewinnt – so funktioniert grundsätzlich das System, wobei die Qualität der Siege natürlich auch eine große Bedeutung hat. Diese wollen wir zukünftig noch stärker berücksichtigen“, sagt Felix Wortmann vom DTB. Um den ungezügelten Aufstieg der wenigen Vielspieler zu begrenzen, erwägt der DTB nun Schranken im System zu implementieren. Ein Spieler, der zum Beispiel so viele Punkte gehamstert hat, dass er in den LK 8-Bereich vorstößt, müsste dann auch mindestens einmal gegen einen Gegner aus diesem Leistungsbereich gewonnen haben. Das erinnert an die Ursprungs-LK, in der es ähnliche Aufstiegshürden gab.

Aber warum betreibt man wegen einer vergleichsweise kleinen Gruppe von Spielern und Spielerinnen einen so großen Aufwand? „Weil uns die Vielspieler die Mannschaftsmeldungen durcheinanderbringen“, erläutert LK 2.0-Erfinder Helmut Lütcke. Das Problem: Vielspieler kommen aufgrund ihrer zu guten LK innerhalb ihrer Mannschaften auf zu hohe Positionen, woraus sich eine gewisse Wettbewerbsverzerrung innerhalb der Punktspielrunde ergibt.

Wie soll die LK 2.0 unabhängig vom Alter funktionieren?
Wer von einer jüngeren Altersklasse (z.B. Herren 30) in eine ältere wechselt (Herren 40) wird feststellen, dass er nun eher gegen LKs gewinnt, die bei den Jüngeren noch zu stark waren. Das LK-System funktioniert nicht altersklassenübergreifend – obwohl es eigentlich so angedacht ist. Florian Dieckmann, SC Union Hamburg, 44 Jahre, LK 8,6

Ob es jemals gelingen wird, dass die LK 10,0 eines 60-jährigen Seniorenspielers und die LK 10,0 eines 16-jährigen Nachwuchstalents tatsächlich die gleiche Spielstärke abbilden, darf man bezweifeln. Auch wenn es das erklärte Ziel ist, dass die LK 2.0 irgendwann einmal altersklassenübergreifend funktionieren soll. Im Moment ist man davon noch weit entfernt. „Man darf nicht vergessen: Wir haben Altlasten aus dem alten System übernommen. Bei einem großen Teil der Spieler hatte sich die LK in eine falsche Richtung entwickelt, sie war also zu hoch oder zu niedrig“, erklärt DTB-Experte Wortmann. Gerade ­Senioren hatten oft eine zu gute LK. Selbst im österreichischen System ergab sich dieses Problem, woraufhin man alle Spieler und Spielerinnen ab einem bestimmten Alter einfach abstufte.

Um eine bessere Vergleichbarkeit der LK über die Altersklassen hinweg herzustellen, enthält die LK 2.0 nun einen Altersfaktor in der Berechnungsformel. Durch ihn werden die Ergebnisse in den Altersklassen prozentual abgewertet. Maßgebend ist dabei die Altersklasse der Liga oder der Turnier-Konkurrenz, in der das Ergebnis erzielt wird – nicht das eigene Alter und auch nicht das des Gegners. Vorteil: Ältere, aber leistungsstarke Spieler haben über die freie Auswahl der Konkurrenz die Möglichkeit, höher zu punkten als in der eigenen Altersklasse üblich. Doch genau das geschieht viel zu selten, räumt auch Wortmann ein: „Die Altersklassen mischen sich zu wenig. Das ist in jedem Rating-System ein Problem. Jeder spielt in der Regel in seiner Altersklasse. Deswegen wird das Alter eigentlich vor allem dann ein Thema, wenn man die Altersklasse wechselt. “

Es wird – wenn überhaupt – also noch dauern, bis die LK 2.0 die volle Vergleichbarkeit der Spielstärke unabhängig vom Alter herstellt. In benachbarten Altersklassen (z.B. AK 30 und AK 40) könnte dieses Ziel allerdings schneller erreicht werden. Und: Durch Anpassungen des Altersfaktors ließe sich insbesondere der Jugendbereich besser in die LK 2.0 integrieren. Auch an dieser Stellschraube will der DTB drehen.

Was die Sandplatzgötter von der LK 2.0 halten, erfahren Sie hier!