Iga Swiatek

Titelverteidigerin Swiatek: Als könne sie fliegen.Bild: Imago

Wimbledon-Titelverteidigerin Iga Swiatek: „Die mentale Seite macht den Unterschied“

Iga Swiatek kehrt in diesem Jahr als Titelverteidigerin nach Wimbledon zurück. In London spricht sie über den „Schlüssel zum Sieg“ des letzten Jahres und erklärt, warum sie ihre Erwartungen, den Titel zu verteidigen, gering hält.

Iga Swiatek hat sich im letzten Jahr ihren Traum, Wimbledon-Champion zu werden, erfüllt. „Mein Traum ist wahr geworden – irgendwie. Ich meine, es war nicht einmal ein Traum (…). Ich habe es für unmöglich gehalten“, sagt die 25-Jährige in London. Die Polin gewann im Finale gegen die US Amerikanerin Amanda Anisimova, ohne ein einziges Spiel abzugeben.

Traumhaft: 2025 gewann Iga Swiatek den Titel von Wimbledon.Bild: Imago

Das Gefühl beim Wimbledonsieg 2025

„Ich kann mich erinnern, dass das Gefühl komplett anders war“, sagt Swiatek in Bezug auf ihren Erfolgslauf im letzten Jahr.  Sie erklärt: „Ich war gelassen und hatte viel Vertrauen in meine Schläge.“ Das sei „der Schlüssel“ gewesen. Viele Spieler hätten die Fähigkeit, Grand Slams zu gewinnen, aber laut Swiatek mache die mentale Stärke eine Menge aus. „Ich war so fokussiert auf das Ziel und hatte nicht viele Zweifel“, erinnert sich die Wimbledon-Siegerin des Vorjahres. Im All England Lawn Tennis Club sagt sie: „Jeder hier kann gutes Tennis spielen, die mentale Seite macht den Unterschied.“

Auf die Frage, wie es sich anfühle, als Titelverteidigerin nach Wimbledon zurückzukehren, antwortete Swiatek: „Aufregend, Ich bin stolz darauf, was letztes Jahr passiert ist.“ Sie versuche jedoch präsent zu bleiben. Iga Swiatek ist sechsfache Grand Slam-Siegerin. Das Thema Titelverteidigung ist also nichts Neues für die Nummer drei der Welt. Aber was die Rückkehr nach Wimbledon so besonders mache: „Die Leute reden mehr darüber und die ganze Atmosphäre, ein Mitglied zu werden, ist etwas, das man bei anderen Turnieren nicht erlebt – vielleicht fühlt es sich deshalb ein bisschen anders an“, sagt Swiatek in London.

Swiatek: „Ich halte meine Erwartungen gering“

Die Polin gehe die Titelverteidigung realistisch an. Die letzte Gras-Saison sei gut verlaufen. Trotz des Sieges im Vorjahr, habe sie im Bezug auf den Belag noch viel zu lernen, sagt die 25-Jährige. In dieser Saison sei es auf dem Gras schwieriger gewesen. In Bad Homburg musste sich Swiatek in ihrem ersten Match gegen die US Amerikanerin Emma Navarro geschlagen geben.

Keine gute. Generalprobe: In Bad Homburg kam das frühe Aus.Bild: Imago

Sie habe keinen Rhythmus gefunden und starte dadurch in diesem Jahr „von einer total anderen Position“ aus. In London sagt die sechsfache Grand Slam-Siegerin: „Ich halte meine Erwartungen gering.“ Sie habe das Gefühl Matches spielen zu müssen, um einen Rhythmus zu finden. Dabei wolle sie nicht zu viel an die Titelverteidigung denken. Swiateks Plan: die Erfahrung wertschätzen und genießen: „Mein Traum ist wahr geworden, also ist es auch schön, sich daran zu erfreuen und stolz darauf zu sein.“

Vor ihrem Erstrunden-Match gegen Taylor Townsend reflektiert die Polin auf dem Centre Court in Form eines „Centre Court-Kinos“ (YouTube-Video auf dem offiziellen Wimbledon Kanal) ihre bisherige Wimbledon-Reise von ihrem Junior-Titel 2018 bis hin zu ihrem Sieg 2025. Zum Ende des Videos zeigt Swiatek ihren Kampfgeist aus dem Vorjahr: „Ich versuche (…) mich auf die nächsten Herausforderungen einzustellen und die Erfahrung aus dem letzten Jahr mitzunehmen. Wir sind hier, um zu kämpfen und alles zu geben: Ich bin bereit dafür.“

Die „Handtuch-Diebin“

Fun Fact: Durch Swiateks Geste, nach dem Spiel die Handtücher vom Platz mitzunehmen, trägt sie den Spitznamen „Handtuchdiebin“ in Wimbledon. Die 25-Jährige sagt dazu: „Das ist das beste Souvenir, das man von einem Turnier mitnehmen kann.“

Anna-Sophia Antic. Sie studiert Journalismus an der IU-Akademie.