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STARKES DUO AM HAMBURGER ROTHENBAUM: Sandra Reichel (li.) und Andrea Petkovic.

WTA-Turnier in Hamburg: „Wir planen langfristig, für die nächsten 20, 30 Jahre“

Dem WTA-Turnier in Hamburg am Rothenbaum steht eine große Zukunft bevor. Davon ist Macherin Sandra Reichel überzeugt.

Als der Deutsche Tennis Bund (DTB) Ende Oktober mitteilte, dass „die Weichen für die Zukunft des Tennis-Standorts Hamburg“ gestellt seien, bezog sich das in erster Linie auf der Herrenturnier. Ab 2024 wird es für das ATP-Event mit der Agentur Tennium einen neuen Veranstalter geben und die Lizenz für das 500er-Turnier wurde um 15 Jahre, also bis 2037, verlängert. Was aber mit dem Damenturnier passieren wird, ließ der Dachverband offen.

Sandra Reichel, die mit ihrer Agentur Matchmaker in diesem Jahr erstmals seit 1978 ein viel beachtetes kombiniertes Damen- und Herrenevent am Rothenbaum ausrichtete, äußerte sich dazu nun ausführlich im Hamburger Abendblatt – gemeinsam mit der Turnierbotschafterin Andrea Petkovic. „Im Gegensatz zur ATP, die ihre 500er-Lizenzen befristet vergibt, gilt eine WTA-Lizenz lebenslang. Unser Plan ist, das Damenturnier langfristig und nachhaltig am Rothenbaum zu verankern. Also für die nächsten 20, 30 Jahre“, stellte Reichel in dem Gespräch klar.

WTA-Turnier in Hamburg: Riesige Unterstützung

Für den Hintergrund: Reichel hatte an der Seite ihres Vaters Peter-Michael ab 2019 die Austragungsrechte für das Herrenturnier in Hamburg für fünf Jahre bekommen. 2021 gab es erstmals ein vorgeschaltetes Damenturnier, 2022 dann schließlich ein „combined event“. Während die Damen-Lizenz den Reichels gehört, befindet sich die Herren-Linzenz im Besitz des DTB. Der Verband hat sich nun für einen neuen Ausrichter ab 2024 entschieden. Wer nun gedacht hat, dass die Reichels diesen Wechsel zum Anlass nehmen würden, die Elbmetropole mit dem Damenturnier zu verlassen, täuscht sich in den Österreichern.

„Die Stadt ist sicherlich unser Unique Selling Point. Die Unterstützung aus der Politik, der Wirtschaft und von den Tennisfans ist riesig, es ist ein Rundumpaket, das einfach passt. Außerdem ist Hamburg eine sehr offene Stadt, in der ich das Gefühl habe, dass die Bereitschaft, Damentennis zu fördern, groß ist. Mein Eindruck ist, dass sich alle darüber freuen, dass wir das Damentennis wieder zurück an den Rothenbaum gebracht haben“, sagte Reichel nun dem Hamburger Abendblatt. Heißt: Man ist gekommen, um zu bleiben.

Petkovic bald Turnierdirektorin?

2023 gibt es nun zum vorerst letzten Mal ein kombiniertes Damen-/Herrenturnier in der Elbmetropole, das Familie Reichel komplett organisiert. 2024 kommt es dann zur Trennung von Damen- und Herrenevent. Für das Damenturnier hat Reichel große Pläne. Eine Aufwertung in die 500er-Kategorie wird angestrebt („Nach Hamburg passt und gehört ein 500er-Turnier“). Der Termin (derzeit im Juli nach Wimbledon) soll überdacht werden. Es soll einen Ländervergleich für den Nachwuchs in den Altersklassen U12 und U14 geben. „Wir setzen uns da keinerlei Schranken im Denken, aber werden alles mit unseren Partnern besprechen“, betont Reichel.

Eine weitere Änderung hat die 51-Jährige auch schon im Kopf: Ihren Posten als Turnierdirektorin will sie an Andrea Petkovic weiterreichen. Petkovic, in diesem Sommer vom Profitennis zurückgetreten, sagt dazu dem Hamburger Abendblatt: „Ich spüre, wie sehr mir das Hamburger Damenturnier am Herzen liegt. Ich möchte meinen Beitrag leisten, es fest und nachhaltig zu etablieren.“