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WTB-Chef Lange spricht Klartext: „Stich kommt nicht infrage“

Der künftige DTB-Präsident scheint Ulrich Klaus zu heißen. Intern wird aber noch heftig gerungen, mit welchem Team er antreten darf.

Am 16. November wird in Berlin ein neuer DTB-Präsident gewählt. Als Favorit gilt im Moment Ulrich Klaus, 65, der Präsident des Tennisverbandes Rheinland-Pfalz. Klaus wurde bei einem Treffen der Landesverbands-Präsidenten in Offenbach mit großer Mehrheit aufgefordert, als Nachfolger von Karl Altenburg zu kandidieren.

Wie tennismagzin.de erfuhr, gehören zum „Schattenkabinett“ von Klaus mehrere amtierende Landespräsidenten wie beispielsweise Helmut Schmidbauer (Bayern) und Dirk Hordorff (Hessen). Das Problem: Paragraph 31 der DTB-Satzung beinhaltet, dass kein „Verbandsfürst“ gleichzeitig eine Funktion im DTB-Präsidium einnehmen darf. Zurzeit wird intern überlegt, diesen Paragraphen zu kippen. Dazu bedarf es einer Zweidrittel-Mehrheit.

Ulrich Lange, WTB-Chef und damit einer von 18 Landespräsidenten, hält eine mögliche Satzungsänderung für fatal. Gegenüber tennismagazin.de sagte er: „Ich bin bitter enttäuscht über die Tatsache, dass es ernsthaft Leute gibt, die eine Trennung der Gewaltenteilung im deutschen Tennis anstreben. Die Gewaltenteilung ist Bestandteil, sogar die Grundlage unseres Rechtssystems.“ Und weiter: „Ich werde mit aller Macht und mit allen mir zur Verfügung stehenden Mitteln dagegen ankämpfen, dass es zu dieser Aufhebung der Gewaltenteilung kommt. Denn sollte dieses Vorhaben tatsächlich umgesetzt werden, würde es für Entscheidungen im deutschen Tennis nicht förderlich sein.“

Damit fordert Lange den möglichen Altenburg-Nachfolger Klaus indirekt auf, sein künftiges Team zu überdenken. Von einem möglichen Präsidentschaftskandidaten Michael Stich hält Lange aber auch nichts. „Über die Personalie Stich und oder seine Ideen und Konzepte macht es zum jetzigen Zeitpunkt aus Gründen der Interessenkollision keinen Sinn zu reden oder diese von ihm persönlich vorgetragen zu bekommen. So lange er nicht bereit ist, seine Partnerschaft mit der HSE und als Turnierdirektor des Tennisturnieres am Rothenbaum niederzulegen, kommt er als DTB-Präsident auf keinen Fall infrage“, sagte Lange, räumte aber ein: „Gleichwohl würde ich ein Engagement von Michael Stich in beratender und honorarfreier Funktion begrüßen.“