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Besser Spielen: Doppel für Anfänger

Ihr Spiel verbessert sich Schritt für Schritt, aber im Doppel mit ihrem Partner will es noch nicht so recht klappen? Bereits mit einfachen Basisübungen können Sie Ihre Abstimmung und das Doppelspiel verbessern. 

Experte: Lars Noll: Der gebürtige Rheinland-Pfälzer leitet seit mehr als zwei Jahren erfolgreich das Erwachsenen-Programm bem TC Blau Weiss Berlin (mehr als 4.000 Mitglieder). Noll besitzt die DTB A-Lizenz und ist staatlich geprüfter VDT-Tennislehrer. 2012 wurde er vom DTB zum Vereinstrainer des Jahres gewählt. Er gehört zudem zum Cardiotennis Ausbildungsteam des DTB. Das Doppeltraining ist einer seiner Schwerpunkte.

Übung 1: High Five-Warm-up

Nach Einlaufen und Andehnen eignet sich diese Übung zum Trainingseinstieg. Alle vier Spieler befinden sich innerhalb des T-Feldes, in dem Doppel gespielt wird. Ziel ist es, dass jeder Ball (nach dem Aufspringen oder als Volley) mit einem Slice gespielt wird und anschließend ein Abklatschen mit dem Partner erfolgt. „Wichtig beim Schlag ist die Durchführung einer Vorwärts-Abwärtsbewegung mit einem neutralen Griff. Wie weit der Schläger beim Treffpunkt geöffnet werden sollte, hängt von der Höhe des Treffpunkts ab“, erklärt Noll. Hoher Treffpunkt: weniger geöffnet. Flacher Treffpunkt: mehr geöffnet. „Nach dem Schlag ist Teamwork unabdingbar. Der Partner sollte sich vorher annähern, um wenig Zeit zu verschenken“, sagt Noll. Um den Wettkampfgedanken einzubauen, eignet sich ein Satz bis 15 Punkte. Nächster Schritt: Fortgeschrittene spielen die Übung mit Halbvolleys. Ohne Ausholbewegung, Griff neutral.

Teamwork: Der Moment des Abklatschens muss genau getimt werden, damit der nächste Ball wieder geschlagen werden kann.

Übung 2: Service-Präzision

Ziel dieser Übung ist es, dem Returnspieler keinen guten Winkel zu ermöglichen und dem eigenen Mitspieler dadurch häufiger die Gelegenheit zu geben, mit einem Volley dazwischenzugehen und nach Möglichkeit den Punkt zu erzielen. Aufgabe des Aufschlägers ist es, nur nach innen zu servieren. Durch Linien mit dem Besen kann das gewünschte Feld markiert werden. „Die Ausgangsposition des Volleyspielers sollte die Mitte zwischen der Markierung und der äußeren Doppellinie sein, tiefstehend – das Gewicht auf den vorderen Fußballen, damit man schnell wegkommt. Denn durch den Aufschlag nach innen wird ein Winkelspiel für den Returnspieler schwierig. Also kann der Volleyspieler den Schritt in die Mitte wagen, um auszuvollieren“, beschreibt Noll den Spielzug. Gespielt wird ein Satz. Alle anderen Aufschläge werden als Fehler gewertet. Beim zweiten Aufschlag gibt es keine Zielvorgabe.

Vorteile erarbeiten: Auf Sandplätzen ist die Markierung leicht darstellbar, um, wie hier zu sehen, Aufschläge nach innen eingrenzen zu können. „Die Übung kann ebenfalls mit Cross-Aufschlägen ausgeführt werden“, sagt Noll.

Übung 3: Kommunikation

Vor einem jeweiligen Ballwechsel gibt es Herangehensweisen, die ein Doppelteam absprechen kann – bei Auf- und Rückschlag. „Zum einen die Richtung, in der der Aufschläger servieren möchte, damit der Kollege am Netz die Bälle abfangen kann“, sagt Noll. Zum anderen kann die Ansage des Aufschlägers beinhalten, ob der Aufschläger die Position an der Grundlinie halten oder in Richtung Netz stürmen will, um eine Mauer aufzubauen. „Anfänger vergessen oft: Auch die returnierenden Spieler sollten sich absprechen. Gerade wenn der zweite Aufschlag langsamer geschlagen wird, ergeben sich taktische Möglichkeiten für den Returnspieler“, erklärt Noll. Wichtig: Auch der Volleyspieler dieses Duos kann eine Seite abdecken, um auszuvollieren. In einem Match ist die Kommunikation und die gegenseitige Motivation unabdingbar. „Oftmals gibt es Unterschiede in der Spielstärke. Der bessere Spieler ist gefordert, die Motivation hochzuhalten, seinen Partner aufzubauen und positiv zu bleiben.“ Tipp: Lassen Sie beim Return den stärkeren Spieler auf der Vorteilsseite spielen. Dort werden mitunter die wichtigen Spiel- oder Breakbälle gespielt. Das gibt Ihnen als Team Sicherheit.

Redet miteinander: Was bei Profis und ambitionierten Vereinsspielern selbstverständlich ist, wird gerne mal unterschätzt. Vielen ist gar nicht klar, was es für Möglichkeiten der Absprache gibt.

Übung 4: Solider Volley

„Um das Offensivverhalten samt Volley zu schulen, lasse ich oft Sätze spielen. Gelingt ein tödlicher Volley zum Punktgewinn, geht das Spiel unabhängig vom Spielstand sofort an das jeweilige Duo“, beschreibt Noll seine simple, aber effiziente Lieblingsübung.  Ein Teilziel ist, dass der Mitspieler rasch mit ans Netz aufrückt, um eine Mauer aufzubauen. „Bei jungen Spielern oder Anfängern lasse ich oft mit weicheren Bällen üben. Die Technik lässt sich leichter umsetzen und die Angst, vom Ball in der ungewohnten Netzposition getroffen zu werden, lässt nach.“ Für Noll ist die Schlagvorbereitung das Wichtigste: Den Schlägerkopf auf Augenhöhe, die Ellenbogen vorne. Dazu ist ein tiefe, neutrale Stellung mit dem Gewicht vorne auf den Fußballen elementar. Dann gilt es, dem Ball entgegenzugehen. Für Rechtshänder wichtig: Beim Vorhandvolley das linke Bein einen Schritt nach vorne setzen, bei der Rückhand das rechte. Umgekehrtes gilt für Linkshänder. Es gibt keine Ausholbewegung, der Schlag wird gedrückt. Das Handgelenk und der Unterarm sind dabei stabil. Für Anfänger empfiehlt sich der neutrale Griff, bei Vorhand-Volleys in Schulterhöhe ein leichten Vorhandgriff, um den Treffpunkt nach vorne zu verlagern. „Das Handgelenk wird dabei nach hinten angewinkelt.“

Mutig sein: Anfänger werden nicht sofort den perfekt getimten Volley spielen. Aber die Übung fördert den Mut, es zu probieren.

Übung 5: Wechsel

Die Übenden spielen einen verlängerten Satz bis neun. „Nach jedem vierten Spiel wird eine vorher angesagte Regel geändert“, erläutert Noll. Es empfiehlt sich, Regeln aufzustellen, die vorher trainiert wurden. Also eine der oben genannten Varianten. Es geht aber auch allgemeiner: „Das aufschlagende Team darf nur mit Serve-&-Volley punkten. Das Returnteam muss den Aufschlag attackieren und aufrücken.“ Generell dient diese Übung auch, Formationen einzustudieren. Um den Gegner zu überraschen, aber vor allem, um die schwächere Seite des Grundlinienspielers zu schützen, empfiehlt sich der Wechsel von der klassischen Formation zur australischen Formation. Hierbei steht der Netzspieler mittig oder gar auf der gleichen Seite wie der Aufschläger. Der Returnspieler wird gezwungen, statt cross mehr longline zu spielen. Der Aufschläger kann daher zur stärkeren Seite laufen und schlagen.

Formationen üben: Testen Sie auch mal die australische Doppelaufstellung, bei der Aufschläger und Netzspieler
hintereinander stehen.