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Mail aus Leipzig: Bitteres Ende der Feierlichkeiten

Das deutsche Fed Cup-Team unterliegt in der ersten Runde der Weltrgruppe I gegen die Schweiz mit 2:3 und muss in die Relegation. tennismagazin.de mit den Eindrücken vom Sonntag aus Leipzig.

Es wurde ruhig unter den 4.200 Zuschauern am Sonntagnachmittag in der Messehalle 1 von Leipzig. Bis auf einen kleinen, rot-weißen Fanblock auf der Haupttribüne, der sich vehemmt gegen die akustische Unterlegenheit stemmte. Und schließlich die Oberhand gewann.

Der Grund: „Ihre“ Jüngste, Belinda Bencic, hatte soeben die Australian Open-Siegerin mit 7:6, 6:3 geschlagen. Und damit die deutsche Euphoriewelle abrupt abebben lassen. Endgültig aus war der Traum vom dritten Fed Cup-Halbfinale in Folge für Barbara Rittners Team nach dem abschließeden Doppel. Wieder war Bencic beteiligt – zum dritten Mal an diesem Wochenende, das eigentlich die Zugabe auf Kerbers Melbourne-Titel hätte werden sollen. An der Seite ihrer Lehrmeisterin Martina Hingis schlug Bencic Andrea Petkovic und Anna-Lena Grönefeld mit 6:3, 6:2. Es passte nur allzu gut ins Bild, dass sie auch den entscheidenden Volley zum Sieg ins Feld setzte. Die Schweiz ist oben auf – dank einer 18-Jährigen.

Dazwischen hatte Annika Beck die Hoffnungen auf einen Heimsieg mit einem couragierten Spiel – ihrem ersten Fed Cup-Einzel – am Leben gehalten. Ihr 7:5, 6:4 gegen die Schweizer Nummer zwei, Timea Bacsinszky, sorgte noch einmal für einen deutlichen Stimmungsaufheller bei dem Großteil der Fans. „Ich habe auch für Angie gekämpft“, sagte die sichtlich erleichterte 21-Jährige. Allein es half am Ende nichts mehr.

Kerber kommt an ihre körperlichen Grenzen

Mail aus Leipzig: Die Schweiz jubelt nach dem 3:2.

Rot-weißer Jubel in Leipzig: Die Schweiz besiegt das DTB-Team mit 3:2.

Nach ihrer Niederlage, der ersten seit dem Finale von Brisbane Anfang Januar, machte Kerber keinen Hehl daraus, dass sie die Müdigkeit, die sie bereits gestern Abend immmer deutlicher spürte, nicht mehr überspielen konnte. „Irgendwann kommt man einfach an seine körperlichen Grenzen.“ Die waren spätestens im zweiten Satz erreicht – unverkennbar. Ein Verzicht auf das Match stand nach Rücksprache mit Barbara Rittner dennoch nicht zur Debatte. Sie hofften im deutschen Team noch einmal auf ein Erlebnis wie gestern, als Kerber euphorisiert und mit großer Publikumsunterstützung gewann.

Im Gegensatz zu Samstag, ließ das ihre heutige Gegnerin schlicht nicht zu. Dort stand eine unerschrockene junge Spielerin, die auf und neben dem Platz eine bemerkswerte Leichtigkeit versprühte und sich von nichts und niemandem aus der Fassung bringen ließ. Auch nicht von einem 1:4 im ersten Satz. Auswärts. Gegen den amtierenden Australian Open-Champion.

Sie genieße diese Situationen, wenn sie die Nervosität im Match ablege und nur noch den Jubel der Fans höre, sagte Bencic nach ihrem Auftritt. Ihr Spiel: unglaublich sicher und präzise. Man könnte den viel zitierten Vergleich mit einem Schweizer Uhrwerk anbringen – so ruhig, souverän und abgezockt agierte die 18-Jährige, leistete sich nur 16 unerzwungene Fehler. Für Kerber wurden 29 notiert. Alle Beobachter sind sich einig: Bencic ist eine kommende Major-Siegerin.

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  1. Alex

    Alles in allem ein sehr interessantes Wochenende. Kerber hat alles versucht, aber die Kraft ging ihr am Ende ein bisschen aus. Bencic hat sehr gut gespielt. Auch Annika Beck hat mehr als überzeugt. Als es auf das Doppel ging, hatte die Schweiz klare Vorteile mit Martina. Es war schon ein schweres Los.

    Was ich nicht verstehe, ist warum es immer noch so niedrige Einschaltquoten gibt. Lohnt es sich nur Grand Slam finals mit deutscher Beteiligung anzuschauen. Da braucht man sich auch nicht wundern, wenn niemand übertragen will. Schade.


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