Roger Federer – Miami Open 2009

31 Jahre Key Biscayne: Ausraster, historische Momente und Leguane

Über 30 Jahre machte die Tennistour in Key Biscayne Halt. In diesem Jahr finden die Miami Open zum letzten Mal im Crandon Park statt. Ab 2019 werden die Tennisprofis im und neben dem Hard Rock Stadium der Miami Dolphins aufschlagen. Wir gucken auf die denkwürdigsten, kuriosesten und verrücktesten Augenblicke in Key Biscayne zurück.

1989: Unfalldrama um Thomas Muster

Im Jahr 1989 war der 21-jährige Thomas Muster eines der aufstrebendsten Talente im Herrentennis. Im Halbfinale der Lipton Tennis Championchips, wie die Miami Open damals noch hießen, traf er im Halbfinale auf den Franzosen Yannick Noah. Nach einem 0:2-Satzrückstand (damals wurde im gesamten Turnier über Best-of-five gespielt) kämpfte sich der Österreicher zurück ins Match und zog nach einem intensiven Duell, das über drei Stunden dauerte, ins Finale ein.

Zum Endspiel konnte er jedoch nicht antreten. Nur wenige Stunden nach dem Sieg gegen Noah fuhr ein betrunkener Autofahrer Muster nieder. Das Kreuz- und Seitenband im linken Knie wurden dabei völlig zerstört. Der Österreicher arbeitete hart für sein Comeback. Nur zwei Wochen nach dem Unfall entstanden schon Bilder, wie er auf einer Holzbank sitzt und versucht, Tennis zu spielen. Nach seinem Comeback legte Muster trotz des kaputten Knies noch eine beeindruckende Karriere hin. 1995 gewann er auf Sand 40 Spiele in Folge und holte bei den French Open seinen einzigen Grand Slam-Titel. Seinen 44. und letzten Titel auf der ATP-Tour gewann er 1997: in Key Biscayne.

1994: Becker lässt Ballmädchen weiterspielen

Andre Agassi und Boris Becker lieferten sich in ihrer Karriere einige spannende Matches. Beim Masters in Miami trafen die beiden Kontrahenten 1994 schon in der dritten Runde aufeinander. In der mit Spannung erwarteten Begegnung war der Deutsche allerdings chancenlos.

Beim Stand von 2:6, 0:2 bot Becker einem Ballmädchen seinen Schläger an, die sich die Chance, einmal gegen Agassi spielen zu dürfen, nicht entgehen ließ.

1997: Hingis wird jüngste Weltranglistenerste aller Zeiten

Während Steffi Graf 1997 mit Verletzungsproblemen und dem Steuerskandal zu kämpfen hatte und nur bei fünf Turnieren antrat, spielte eine junge Schweizerin groß auf. Martina Hingis dominierte mit ihrem cleveren und intelligenten Spielstil die Frauenszene. Bei den Australian Open hatte sie als jüngste Spielerin der Open Era einen Grand Slam-Titel gewonnen.

Mit vier Titeln bei vier Turnieren reiste Hingis ungeschlagen nach Miami und konnte mit einem weiteren Turniersieg Graf als Nummer eins ablösen. Mit einem souveränen 6:2, 6:1-Finalerfolg über Monica Seles im Finale von Key Biscayne kletterte Hingis im Alter von 16 Jahren und fünf Monaten als jüngste Spielerin aller Zeiten an die Spitze der Weltrangliste. Ihre erste Saison-Niederlage kassierte sie erst im Juni im Finale der French Open gegen Iva Majoli.

Martina Hingis feiert ihren Turniersieg in Miami 1997.

2004: Nadal besiegt Federer im ersten Aufeinandertreffen

Die Rivalität zwischen Rafael Nadal und Roger Federer prägte in den letzten 15 Jahren die Tenniswelt. Das erste Match der beiden Kontrahenten fand 2004 in Key Biscayne statt. Der 17-jährige Nadal galt damals zwar schon als aufstrebendes Talent, als Weltranglisten-34. ging er dennoch als deutlicher Außenseiter in die Drittrundenpartie hinein. Doch Nadal dominierte die Partie von Beginn an und gewann das Match souverän mit 6:3, 6:3. Schon damals bereitete dem Schweizer vor allem der Spin in Nadals Bällen Probleme. „Er trifft die Bälle nicht flach und hart, sondern mehr mit einer Menge Rotation, wodurch der Ball sehr hoch abspringt. Damit hatte ich heute große Probleme“, sagte Federer nach dem Match.

2005: Malisse rastet völlig aus

Eine fragwürdige Linienrichterentscheidung ließ Xavier Malisse 2005 völlig die Beherrschung verlieren. Zunächst beleidigte er die Linienrichterin und warf einen Ball nach ihr, als der Stuhlschiedsrichter ihn dann ermahnte, rastete er völlig aus. Er trat auf Stuhl und Bande ein, zertrümmerte seinen Schläger und war nicht mehr zu beruhigen. Der Belgier, der gute Chancen hatte, das Spiel gegen den Spanier David Ferrer zu gewinnen, wurde beim Stand von 6:3, 5:5 disqualifiziert und später für vier Wochen wegen „schlimmen Benehmens“ gesperrt.

 

Lesen Sie auf Seite 2 über einen Wutausbruch des Maestros, verstörte Balljungen und Leguane – SEITE 2

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  1. Stefan Höfel

    Muster wurde später (1996) auch die Nr.1. Im Finale 1989 hätte er gegen Ivan Lendl gespielt, der 1987 im Finale gegen Mecir chancenlos war.


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