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Wimbledon: Als Dustin Brown Rafael Nadal besiegte



Rückblick auf Wimbledon 2015, als Dustin Brown schon einmal für Furore sorgte:

Als Qualikant spielte sich Dustin Brown bis in die dritte Runde. Sein Sieg gegen Rafael Nadal war die größte Sensation in Wimbledon 2015. Der deutsche Exot war der Superstar des Turniers – für zwei Tage.

Als deutscher Pressevertreter ist man am Freitag der ersten Turnierwoche ähnlich gefragt wie ein Profi. Die internationalen  Kollegen bombardieren einen im Media-Restaurant mit Fragen zu Dustin Brown, als hätte der 30-Jährige bereits das Finale gewonnen. Sie wollen alles erfahren über den extravaganten Deutsch-Jamaikaner, der am Tag zuvor mit seinem Sieg gegen Rafael Nadal für die größte Sensation in Wimbledon 2015 sorgte und  den All England Club erschütterte wie ein Erdbeben.

„Ihr seid doch so dicht dran an Dustin“, sagt eine Reporterin der britischen Boulevard-Zeitung „Daily Mail“. Sie möchte für die Samstagsausgabe eine Geschichte über Browns Vergangenheit schreiben, wie er früher mit seiner Mutter zusammen im Wohnmobil von Turnier zu Turnier reiste, um Hotelkosten zu sparen. In Deutschland kennt man die Story lange, im Ausland ist sie noch etwas Besonderes.  „Habt ihr Fotos von damals?“ fragt die junge Redakteurin aufgeregt. Ein deutscher Fotograf möchte helfen und erkundigt sich bei Brown direkt, ob er Bildmaterial zur Verfügung stellen könne. Doch der winkt ab. „Muss nicht sein“, antwortet er per Facebook – er hat offenbar keine Lust, sich ständig mit seiner Vergangenheit zu beschäftigen.

Wimbledon: Als Dustin Brown Rafael Nadal besiegte

Spektakel pur: Brown brachte Nadal mit seinem unkonventionellen Spiel zur Verzweiflung.

Medienrummel wie um einen Superstar

Man musste in den Tagen von Wimbledon an den Rolling Stones-Klassiker „Brown Sugar“ denken, den Mick Jagger einst komponierte und der noch immer als einer der besten Songs der englischen Rockband gilt. Browns Spielweise war so smart und ebenso verrückt, dass er Fans, Presse und Experten gleichermaßen verzückte. „Das war einer der größten Auftritte, die ich je von einem Außenseiter in Wimbledon gesehen habe“ schwärmte John McEnroe im britischen Fernsehen nach dem gigantischen 7:5, 3:6, 6:4, 6:4-Sieg gegen Nadal.

Es war vor allem seine Art und Weise, auf dem Court zu performen, die ganz Wimbledon in ein wahres Brown-Fieber versetzte: verrückte Stop-Lob-Kombinationen, butterweiche Volleys, ungewohnte Vorhandslice-Schläge, aber auch Geschosse jenseits der 200 km/h mit dem zweiten Aufschlag. Brown entzauberte so nicht nur den Spanier, sondern kämpfte sich zunächst durch drei Qualifikationsmatches und bezwang dann in Runde eins des Hauptfeldes den Taiwanesen Yen-Hsun Lu, immerhin Nummer 61 der Welt. Klar ist: Brown kann mit seiner speziellen Spielweise, die für Anhänger der konservativen Technik mehr als abschreckendes Beispiel und nicht als Vorbild dient, gegen jeden Gegner in den Top 300 der Weltrangliste verlieren – oder eben auf seinem Lieblingsbelag Rasen gegen einen Champion wie Nadal das Match seines Lebens bestreiten.

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