Skurrile Pleite: Ugo Humbert verliert nach Handy-Check mitten im Tiebreak
Ugo Humbert geht beim ATP-Turnier in Montpellier im entscheidenden Tiebreak ans Handy – und macht danach keinen Punkt mehr.
Es sind Bilder, die man in der Form noch nicht gesehen hat: Achtelfinale beim ATP-Turnier in Montpellier zwischen den beiden Franzosen Ugo Humbert und Adrian Mannarino; der dritte Satz mündet im Tiebreak, Humbert liegt 4:3 vorne – und geht dann zu seiner Tasche, um sein Handy zu checken. Als er weiterspielt, verliert er vier Punkte in Serie. Mannarino gewinnt 6:7, 6:3, 7:6.
Die kurze Videosequenz von Humberts Handy-Check ging in der Tennis-Bubble natürlich viral. Bei eigenem Aufschlag schlenderte er zu seiner Bank und begann, in seiner Tasche nach etwas zu suchen. Schließlich fand er sein Handy, überprüfte es einige Sekunden lang, steckte es dann wieder zurück und entschuldigte sich sowohl bei Mannarino als auch beim Stuhlschiedsrichter, die beide völlig perplex den Vorgang beobachteten. Es dauerte nicht lange, bis im Web abstruse Verschwörungstheorien die Runde machten.
Ugo humbert finally takes the lead in the breaker then checks phone and doesn’t win another point and lost the match ….. I mean how can you explain this? pic.twitter.com/YUBOABPc4U
— GG LOCKS (@GGLocksLLC) February 4, 2026
X-User und Instagram-Follower witterten einen Fall von Match-Fixing – sprich: Humbert, aktuell 38. im ATP-Ranking, soll per Handy Anweisungen bekommen haben, seine Partie absichtlich zu verlieren, weil er ja im Anschluss keinen Punkt mehr machte. Eine absurde Unterstellung: Als würde ein Top 50-Profi in aller Öffentlichkeit – vor Fans, TV-Kameras und Schiedsrichter – sein Handy checken, um danach ein Match zu manipulieren. Natürlich hat Tennis ein Match-Fixing-Problem, vor allem in den unteren Ebenen der Profitour. Aber selbst dort würde eine Match-Manipulation verdeckter ablaufen.
Ugo Humbert verliert komplett den Fokus
An anderer Stelle wurde vermutet, dass er bei 4:3 im Tiebreak des dritten Satzes ein Summen oder Vibrieren in seiner Tasche wahrgenommen hätte und „instinktiv“ prüfen wollte, ob es sich um einen Fehlalarm oder um eine extrem wichtige private Nachricht handele. Humbert selbst äußerte sich nicht zu dem Vorfall. Feststeht nur, dass er nach dem Griff zum Handy komplett den Fokus verlor. Was nun am Ende das Summen oder Vibrieren des Handys ausgelöst hat, blieb offen.
Und noch eine weitere Mutmaßung machte in den sozialen Medien die Runde: Humberts Freundin, die französische Tennisspielerin Tessah Andrianjafitrimo (WTA# 283), erwarte ein Kind. Deswegen sei er sofort zum Handy gegangen. Auch dazu gibt es keine offizielle Bestätigung. Andrianjafitrimo spielte zuletzt im November 2025 auf der Profi-Tour und gab in Luxemburg bei einem ITF-75er-Event gegen die Deutsche Mina Hodzic in der ersten Runde auf. 2026 hat die 27-Jährige bislang noch kein Match bestritten.
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Humbert treffen all die Gerüchte und Spekulationen rund um seinen Griff zum Handy mitten im Tiebreak zu einer eh schon schwierigen Zeit. Weil er nämlich seine Teilnahme an der Davis Cup-Partie zwischen Frankreich und der Slowakei an diesem Wochenende vorzeitig abgesagt hat, wurde er zuletzt heftig kritisiert. Ivan Ljubicic, beim französischen Tennisverband FFT für den Spitzensport zuständig, sagte etwa: „Für mich war der Davis Cup immer sehr wichtig. Und in Frankreich hatte ich das Gefühl, dass er für alle Spieler das Wichtigste sei. Offensichtlich ist das bei ihm nicht der Fall.“ Didier Retière, technischer Direkt beim FFT, urteilte: „Wenn man mit dem Tennisspielen beginnt, ist es natürlich das Ziel, Profispieler zu werden. Aber dazu gehört auch, das Trikot mit den drei Farben zu tragen.“ Angeblich denkt der FFT sogar über Sanktionen gegen Humbert nach.
Ugo Humbert: „Entscheidung für meine Karriere“
Seine Davis Cup-Absage begründete Humbert auf einer eigens einberufenen Pressekonferenz vor dem Turnierstart in Montpellier. „Ich habe eine schwierige Saison hinter mir, in der ich viele Verletzungen hatte und viele Ereignisse, die mich etwas aus der Bahn geworfen haben. Ich bin in der Rangliste zurückgefallen. Meine Priorität ist es, wieder aufzusteigen, um bei den Grand Slams gesetzt zu werden“, so Humbert, der es im Frühjahr 2024 bis auf Rang 13 des ATP-Rankings geschafft hatte.
Trotz seiner Entscheidung, auf den Davis Cup zu verzichten, betonte Humbert, dass ihm der Wettbewerb und das Trikot der französischen Mannschaft sehr am Herzen liegen würde. „Der Davis Cup hat mich schon als Kind begeistert. Es gab Roland Garros und den Davis Cup, dort habe ich meine Wochenenden verbracht. Es ist eine Entscheidung, die ich aus tennistechnischen Gründen und für meine Karriere getroffen habe. Zu sagen, dass ich nicht gerne in dem französischen Trikot spiele, ist völlig falsch.“
