Tennis-ABC: Der „weiße Sport” von A bis Z
Das Tennis-ABC von tennis MAGAZIN. 26 Dinge, die man über den Tennissport wissen sollte – von A wie Ass bis Z wie Zählweise.
A wie Ass
Ein Ass ist ein starker Aufschlag, bei dem der Gegner es nicht schafft, den Ball zu berühren. Der Spieler, der das Ass gespielt hat, erhält direkt einen Punkt. Damit ist er einer der effektivsten Schläge und kann den Gegner zusätzlich enorm einschüchtern – verschafft also auch einen psychologischen Vorteil.
B wie Break
Ein Break ist der Gewinn eines Spiels beim Aufschlagspiel des Gegenübers. Dies ist meist ein entscheidender Moment, denn normalerweise wird der Aufschlag als ein Vorteil für den Server (den aufschlagenden Spieler) angesehen. Ein Break signalisiert also eine Schwäche des aufschlagenden Spielers und eine starke Leistung des Rückschlägers. Der Rückschläger gewinnt dadurch oft an Selbstvertrauen.
C wie Chip and Charge
Chip and Charge besteht aus zwei separaten Teilschritten. Zuerst wird der Ball präzise und meist sehr früh getroffen (Chip). Gleichzeitig bewegt sich der Spieler schnell zum Netz, um für den nächsten Ball vorbereitet zu sein (Charge). Durch den schnellen Rückschlag und die darauffolgende Präsenz dicht am Netz wird Druck beim Gegner ausgeübt. Anschließend kann der darauffolgende Punkt leicht mit einem schnellen Volley entschieden werden, denn der Rückschläger hat wenig Zeit zu reagieren.
D wie Doppelfehler
Ein Doppelfehler ist ein Fehler beim ersten und zweiten Aufschlagversuch. Wenn beide Bälle ins Netz oder Aus gehen, bekommt der Gegner automatisch einen Punkt. Wenn der Ball das Netz jedoch berührt und anschließend doch im gegnerischen Feld landet, kann der Aufschlag wiederholt werden.
E wie Einstand
Ein Einstand im Tennis tritt ein, wenn es in einem Spiel 40:40 steht, also beide Seiten jeweils drei Punkte erzielt haben. Um das Spiel nun zu gewinnen, muss ein Spieler zwei Punkte in Folge für sich gewinnen. Nach dem Einstand hat der Spieler, der den nächsten Punkt gemacht hat, ,,Vorteil“. Beim nächsten Punkt hat er das Spiel gewonnen.
F wie Fußfehler
Ein Fußfehler ist ein Regelverstoß, bei dem der Spieler beim Aufschlag mit dem Fuß die Grundlinie oder das Spielfeld berührt. Dies ist nicht erlaubt, denn der Aufschläger sollte beim Aufschlag stets hinter der Grundlinie stehen und darf das Spielfeld erst nach Treffen des Balls betreten. Bei einem Fußfehler muss der Aufschlag ein zweites Mal versucht werden. Verursacht wird das meist durch einen schlechten Ballwurf, weshalb der Spieler gezwungen ist, einen Schritt nach vorne zu gehen. Geschieht dies erneut, zählt es als Doppelfehler.
G wie Grundlinienspieler
Ein Grundlinienspieler steht meist ein bis zwei Meter hinter der Grundlinie, damit er den Ball früh lesen kann und mit ausreichend Zeit schlagen kann. Hierdurch erlangt er Kontrolle über den Ballwechsel und kann den Gegner aus der Balance bringen. Der Spieler bleibt das gesamte Spiel überwiegend hinter der Grundlinie und rückt nicht nach vorne ans Netz vor. Dies verlangt exzellente Beinarbeit und mentale Ausdauer.
H wie Hawk-Eye
Hawk-Eye ist eine Technologie, die zur Überprüfung von Linienentscheidungen eingesetzt wird. Es zeigt exakt, wo der Ball aufgekommen ist. Vor allem bei Turnieren wird es genutzt, um sicherzustellen, ob der Ball noch im Feld war oder nicht. Dies erhöht die Fairness und sorgt für weniger menschliche Fehlentscheidungen.
I wie Inside-Out Forehand
Bei einer Inside-Out Forehand umläuft der Spieler den Ball, der auf seine Rückhandseite gespielt wird und spielt ihn stattdessen mit seiner stärkeren Vorhand. Hierbei spielt er ihn diagonal in die gegnerische Rückhandecke. Der Gegner kann so aus der Balance geraten.
J wie Jamming
Jamming bezeichnet eine Spielsituation, in der ein Spieler die Flugbahn des Balls falsch einschätzt und deshalb zu spät reagiert. Der Spieler wird quasi eingeklemmt, weil der Ball zu nah am Körper ankommt. Dadurch ist keine saubere Ausholbewegung mehr möglich. Der Schlagraum ist blockiert und der Spieler kann nicht kontrolliert zurückspielen.
K wie Kick-Serve
Der Kick-Serve ist eine Aufschlagvariante, bei der der Ball durch viel Spin und Rotation nach dem Aufprall hoch abspringt. Dies zwingt den Spieler, den Ball in einer sehr hohen Zone entgegenzunehmen.
L wie Love
Love steht im Tennis für einen Punktestand von Null. Wenn ein Spieler in einem Spiel noch keine Punkte erzielen konnte, wird Love als Ausdruck verwendet. Zum Beispiel 15-Love. Der Ursprung dieses Ausdruckes kann bis heute nicht eindeutig erklärt werden, hat aber vermutlich historische Hintergründe. Eine Vermutung ist, dass es dem englischen ,,to do something for love“ entstammt, es also wörtlich übersetzt ,,etwas aus Liebe zu tun“.
M wie Matchball
Ein Matchball ist der entscheidende Punkt innerhalb eines Spiels, bei dem ein Spieler das gesamte Match für sich gewinnen kann. Er entsteht dann, wenn ein Spieler nur noch einen Punktgewinn benötigt, um die vorgegebene Anzahl an Sätzen zu erreichen. Ein Matchball kann also unter Umständen der letzte Ball sein.
N wie No-Man’s Land
No-Man’s Land bezeichnet die Zone zwischen Grundlinie und Aufschlaglinie. Sie gilt als ungünstige Position, weil dort Schläge schwer zu kontrollieren sind. Hier steht man weder für defensive Grundlinienschläge noch für offensive Volleys richtig. Gegner können dies leicht ausnutzen, indem sie den Spieler in genau diese Zone locken und dann leicht mit Passierschlägen punkten. Um das zu vermeiden, sollte der Spieler nach dem Schlag schnellstmöglich zurück zur Grundlinie oder zum Netz vorrücken.
O wie Overrule
Die Entscheidung eines Stuhlschiedrichters, den Ausruf eines Linienrichters aufzuheben oder zu korrigieren. Wenn der Schiedsrichter klar erkennt, dass der ursprüngliche Ruf falsch war, beispielsweise wenn er als ,,Aus“ gewertet wurde, kann er diesen Ausruf überstimmen und damit seine eigene Entscheidung als gültig erklären. Der Stuhlschiedsrichter hat also das letzte Wort auf dem Platz.
P wie Passierball
Ein Passierball ist ein Schlag, der an einem am Netz stehenden Gegner vorbeigespielt wird, um direkt den Punkt zu gewinnen. Er wird vor allem gespielt, wenn der Gegner ans Netz vorrückt und eine Seite des Feldes freilässt. Ein gelungener Passierball erfordert schnelles Reagieren, präzise Platzierung und oft Topspin, um den Ball sicher über das Netz am Gegner vorbeizubringen. Wenn er perfekt gespielt wird, ist er unmöglich zu erreichen.
Q wie Qualifikationsrunde
Die Qualifikationsrunde ist ein vorgeschalteter Wettbewerb, in dem sich nicht direkt zugelassene Spieler für das Hauptfeld eines Turnieres qualifizieren können. Somit kann man sich auch bei schwächeren Weltranglistenpositionen ein Ticket erspielen. Je nach Turniergröße gibt es unterschiedlich viele Qualifikatonsrunden.
R wie Rückhand
Hier wird der Ball mit dem nicht dominanten Arm geschlagen, also mit der Rückseite des Schlägers. Rechtshänder spielen sie mit der linken Seite des Körpers – bei Linkshändern ist es genau andersherum. Dies kann mit einer oder auch beiden Händen erfolgen. Einhändige Spieler sind inzwischen eher selten. Vor allem im Hobby-Bereich ist die Rückhand meist der schwächere Schlag.
S wie Spin
Der Spin ist die Rotation des Balls um seine eigene Achse, nachdem er geschlagen wurde. Diese verändert die Flugbahn und auch das Absprungverhalten und kann je nach Schlagtechnik des Spielers beeinflusst werden. Hierbei wird in Topspin, Backspin und Sidespin unterschieden. Beim Topspin hat der Spieler die Kontrolle über den Ball, da der Ball so auf das Spielfeld gedrückt wird. Backspin ermöglicht es, den Rhythmus des Spiels durcheinander zu bringen, während Sidespin schwierig vorhersehbare Ballbewegungen verursachen kann. Um den gewünschten Spin zu erzeugen, ist die Schlägerführung, die Schwunggeschwindigkeit und der Treffpunk des Balls sehr entscheidend.
T wie Tiebreak
Ein Tiebreak wird für gewöhnlich bei einem Spielstand von 6:6 gespielt, um zu verhindern, dass das Spiel unendlich weitergeht. Beim Tiebreak wird von 1 bis 7 gezählt. Wer zuerst 7 Punkte erreicht, gewinnt den Satz. Der Satz kann jedoch nur gewonnen werden, wenn die 7 Punkte mit zwei Punkten Vorsprung erreicht werden. So kann ein Tiebreak auch mal 13:11 ausgehen. Hier entscheiden also sehr wenige Punkte über einen ganzen Satzgewinn, weshalb Tiebreaks auch insbesondere psychisch als besonders anspruchsvoll gelten.
U wie Underhand Serve
Hier wird der Ball beim Aufschlag nicht über dem Kopf getroffen, wie sonst üblich, sondern von unten. Mit einer kurzen Ausholbewegung von unten nach oben wird der Ball mit geringem Tempo knapp über das Netz gespielt. Hierdurch wird der Gegner überrascht, vor allem wenn er weit hinter der Grundlinie auf den Ball wartet. Basierend auf den Regeln, ist so ein Schlag erlaubt, wird aber meist als provokant wahrgenommen. Seine Popularisierung lässt sich auf Spieler wie beispielsweise Michael Chang oder Nick Kyrgios zurückführen.
V wie Volley
Ein Volley ist ein Schlag, bei dem der Ball direkt aus der Luft gespielt wird, ohne dass er den Boden berührt. Der Ball wird mit kurzer, kontrollierter Schlagbewegung vor dem Bodenaufprall angenommen, meist in der Nähe des Netzes. Hierdurch hat der Gegner wenig Reaktionszeit. Der Volley etabliert sich so als Schlüsseltechnik für ein offensives Spiel.
W wie Wildcard
Eine Wildcard fungiert im Tennis wie ein Freilos. Sie ist eine vom Veranstalter vergebene Starterlaubnis in ein Turnier oder die Qualifikation dessen. Dadurch erlangen auch Spieler, die eine niedrige Position in der Weltrangliste haben, die Möglichkeit an größeren Turnieren teilzunehmen. Auch jüngere Talente werden so gefördert und unterstützt. Man könnte also sagen eine Wildcard ist wie ein Joker und sichert einem die direkte Teilnahme eines großen Turniers.
X wie X-court Shot
Ein X-court-shot ist ein anderes Wort für einen diagonalen Schlag, der von einer Spielfeldseite scharf auf die schräggegenüberliegende Seite gespielt wird, auch bekannt als cross. Das Spielfeld wird so geöffnet und der Gegner wird seitlich aus dem Feld getrieben. So wird die jeweils andere Spielfeldhälfte für den nächsten Schlag freigegeben. Dieser Schlag ist ein Grundelement und kann sowohl offensiv als auch defensiv eingesetzt werden.
Y wie Yolk
Yolk bezeichnet keine Technik oder Taktik im Tennis, sondern eher eine bestimme Spielsituation. Der Begriff wird eher humorvoll eingesetzt, um den Zufallscharakter von Tennis zu unterstreichen. Typisches Beispiel wäre hierfür ein Ball, der ganz knapp über die Netzkante rollt und dann doch noch im gegnerischen Feld landet. Das Wort stammt sinnbildlich vom englischen Begriff für Eigelb, da der Ball in solchen Momenten wahrhaftig ,,weich“ und ,,zufällig“ fällt. Er wird aber eher informell unter Spielern verwendet.
Z wie Zählweise
Die Zählweise beim Tennis umfasst Punkte, Spiele und Sätze. Ein einzelnes Spiel wird mit 0, 15, 30 und 40 gezählt. Wenn insgesamt sechs Spiele gespielt wurden, ist ein Satz vorbei. Ein vollständiges Match besteht aus insgesamt zwei Gewinnsätzen bis 6. Gewonnen muss ein Satz mit zwei Punkten Vorsprung. Ein Satz im Tennis ist also eine Zähleinheit, die aus mehreren Spielen besteht – um einen Satz zu gewinnen, müssen vorher sechs Spiele gewonnen werden. Wenn es 6:6 steht, wird meistens ein Tiebreak gespielt, damit der Satz entschieden wird.
