Eva Lys und ihre Liebe zur Unabhängigkeit
In der aktuellen tennis MAGAZIN-Ausgabe spricht Eva Lys über das Reisen, ihren Glücksbringer und eine wichtige Erkenntnis aus dem Tourleben.
Mit dem eigenen Porsche fährt Eva Lys selbst zum Interview vor – ein Detail, das sehr gut zu ihrer Persönlichkeit passt. Die 24-Jährige liebt es, auch mal schnell zu fahren und beschreibt sich als risikofreudig, betont dabei aber auch ihren Respekt vor der Verantwortung und dem Auto. „Ich würde sagen, ich fahre sicher, aber zügig.“
Autos spielen schon immer eine große Rolle in ihrem Leben, so verbrachte sie praktisch ihre ganze Kindheit in einem. Fliegen konnte sich die Familie nicht leisten – so musste zu den Turnieren gefahren werden, mal quer durch Deutschland, nach Dänemark oder bis nach Holland.
Mit diesen Autofahrten verbindet sie bis heute zahlreiche Erinnerungen: schöne Momente, Gespräche oder einfach schlafen auf sehr langen Fahrten. Aber auch die weniger schönen gehören dazu – wie Tränen nach einem verlorenen Spiel. Unterwegs war Lys damals immer im schwarzen VW Golf, entweder zusammen mit der Mutter oder dem Vater.
Eva Lys: „Es ist ein schönes Gefühl, unabhängig zu sein”
Heute schätzt sie Unabhängigkeit sehr, gerade bei Turnieren wie in Indian Wells genießt sie es, auch selbst zu fahren. „Es ist ein schönes Gefühl, unabhängig zu sein und nicht auf Shuttle oder Organisation angewiesen zu sein.“
Das Packen bereitet ihr weniger Freude. „Mich stresst das komplett“, erklärt sie. Sie beginnt immer mit den Basics und stellt sich dann vor, sie würde jetzt ein Match spielen – dann packt sie zuerst Schläger, Tennis-Outfit und Schuhe.
Unverzichtbar ist dabei ihr Glücksbringer. Schon in der Kindheit befestigte ihre Mutter vor jedem Match eine Sicherheitsnadel an ihrem Rock, um böse Geister und alles Unglück von ihr fernzuhalten. Heute hat sie die Nadel immer noch bei jedem Match dabei, nun als Halskette. Ein abergläubisches Ritual, das geblieben ist.
Eva Lys: „Der Sport ist nicht linear”
Das viele Reisen empfindet sie als ,,Fluch und Segen zugleich“. Lys sieht es aber als Privileg an, gemeinsam mit ihrer Familie verreisen zu können – allein ist sie nie. Bei den Turnieren ist es ihr wichtig, Balance zu finden: sich einerseits im richtigen Moment voll auf das Tennisspielen zu fokussieren, andererseits aber auch über den Tellerrand hinauszublicken und neue Kulturen und Städte kennenzulernen.
Inzwischen fühlt sich Lys dazugehörig und auf der Tour angekommen. Trotz 20 Jahren auf dem Platz, hat es etwas gedauert, bis das so war. Der Zuspruch von anderen Spielerinnen wie Coco Gauff, Zeynep Sönmez oder Alexandra Eala haben ihr dabei Rückhalt gegeben.
Eine wichtige Erkenntnis, die sie gewonnen hat: „Der Sport ist nicht linear.“ Es wird immer Höhen und Tiefen geben. Für Lys liegt der Schlüssel darin, die goldene Mitte zu finden: mit Druck umgehen zu können aber auch mal loslassen und das machen, was sie am besten kann – Tennis spielen.
Das komplette Interview mit Eva Lys gibt es in der aktuellen tennis MAGAZIN-Ausgabe 4/2026.

