Kritik am Davis Cup: Zverev trifft ins Schwarze
Alexander Zverev führt Deutschland mit seinen beiden Einzelsiegen in das Davis-Cup-Finalturnier in Bologna. An seiner Meinung zum Format hat sich nichts geändert.
Die Aussage war nicht neu. Aber die Botschaft verfehlte trotzdem ihre Wirkung nicht. Am Samstag hatte Sascha Zverev zunächst das 21-jährige Top-Talent Matej Dodig geschlagen. Nach der Niederlage von Daniel Altmaier gegen Dino Prizmic (ebenfalls 21 und noch so ein Talent) wurde er für seinen US-Open-Sieg geehrt. Dass die Ehrung in der Heristo Arena (früher Gerry Weber Stadion) den Charme einer Einweihung einer Bowling-Anlage in Dinslaken Süd hatte – geschenkt.
Format kein richtiger Davis Cup für Zverev
Anschließend erschien der deutsche Hero im Bauch des Stadions und hatte einen Punkt, der ins Schwarze trifft. Sinngemäß sagte er, dass Bologna, wo das Finale gespielt wird, kein richtiger Davis Cup sei. Wie gesagt: Es ist nicht das erste Mal, dass Zverev den nicht mehr neuen Modus hart kritisiert. Aber wer beim Davis Cup Qualifying in Halle/ Westfalen dabei war, bekam wieder einmal eine Ahnung davon, wie Recht Zverev hat.
Der Davis Cup hat enorm an Bedeutung verloren und das liegt daran, dass man sich vor Jahren an der DNA vergriffen hat. Offiziell waren am Samstag 8000 Zuschauer im Stadion. 10.000 passen rein. Am Sonntag waren es laut DTB 6500. An beiden Tagen war die Arena sehr gut gefüllt. Heimspiele im Davis Cup sind, und das mag abgedroschen klingen, das Salz in der Suppe.
Davis Cup: Zverev stellt sich in den Dienst der Mannschaft
Die Stimmung in der ostwestfälischen Provinz war teilweise überragend. In Bologna wird bekanntlich nur eine Mannschaft Heimrecht haben – Italien. Und das ist ein Problem, wenn die anderen Nationen gegeneinander spielen. Wahr ist allerdings auch: Zverev wird das Rad nicht zurückdrehen können.
Aber: es ist bemerkenswert, wie sehr er sich nur eine Woche nach seinem US-Open-Erfolg in den Dienst der Mannschaft stellt. Gegen Kroatien hat er zudem zwei Punkte beigesteuert. Zverev will den Davis Cup gewinnen. Vielleicht gelingt es ihm sogar. Es wäre eine schöne Pointe zum Abschluss der Saison: Der nicht Davis-Cup-Fan Zverev (in Sachen Modus) wird Davis-Cup-Sieger.
