Alex de Minaur: „Zur Hochzeitsfeier kommt nur der innerste Kreis”

Alex de Minaur Bild: Imago

Kämpfernatur: Top 10-Profi Alex de Minaur erreichte mit Platz fünf sein bestes Ranking.

Der Australier Alex de Minaur spricht über die Heirat mit Profikollegin Katie Boulter, Sandplatztennis, den Davis Cup und seine Familiengeschichte.

Was kommt Ihnen in den Sinn, wenn Sie an Deutschland denken?

Der Davis Cup! Ich habe mich mit dem australischen Team am Hamburger Rothenbaum 2022 für die Endrunde qualifiziert – auf Hartplatz allerdings. 

Sie haben bisher kaum Turniere in Deutschland gespielt, warum nicht? 

Das liegt an meiner Turnierplanung und hat nichts mit Deutschland zu tun. Ich habe hier außerdem mein erstes Finale bei einem Challenger-Turnier erreicht (2016 in Eckenthal, Anm. d. Red.). 

Nach dem Wimbledon-Turnier werden Sie Ihre Verlobte heiraten, die WTA-Spielerin Katie Boulter. Wie laufen die Vorbereitungen? 

Oh, ganz gut – hoffe ich (lacht). Je näher der Termin rückt, desto aufge­regter sind wir. Aber das ist ganz normal. 

Welche Tennisprofis sind eingeladen? 

Das interessiert euch natürlich, aber ich verrate nichts. Es wird eine kleine Hochzeitsfeier, nur der innerste Kreis. 

Wie zufriedenstellend ist für Sie, sich als Top 10-Profi etabliert zu haben? 

Das ist schon eine Genugtuung. Aber gleichzeitig spüre ich noch den ­Hunger, mehr erreichen zu wollen. Als Tennis­profi ist man selten zufrieden. Ich muss lernen, mir selbst gegenüber einzugestehen, gut gearbeitet zu haben. Wenn ich diese Balance finde, spiele ich besser. 

Sie sind in Spanien aufgewachsen, aber Sand ist nicht ihr Lieblingsbelag. 

Das stimmt. Meine Mutter ist ­Spanierin, mein Vater stammt aus Uruguay. Als Junior habe ich in Spanien viel auf Sand gespielt. Aber Sandplatztennis bei den Profis ist etwas komplett anderes. Es dauerte, bis ich verstand, wie mein Spielstil auf Sand funktioniert und wie ich auf diesem Belag gefährlich sein kann. Als 13-Jähriger sind Sie mit der ­Familie zurück nach Australien gezogen.

Wie haben Sie dort trainiert? 

Nicht auf Sand! In Australien spielte ich Turniere auf Rasen. Durch meinen Werdegang bin ich ein vielseitiger Profi geworden, der auf jedem Belag ordentlich spielt.

Warum treten Sie für Australien an und nicht für Spanien?

Ich wurde in Australien geboren und fühle mich als Australier. Der australische Verband hat mich stets stark unterstützt. Es war ein Traum von mir, Australien im Davis Cup zu vertreten. Mein größtes ­Karriereziele ist es, irgendwann den Davis Cup für Australien zu holen.

Sie haben fünf Geschwister, richtig?

Ja, einen Halbbruder, eine Halbschwester, einen jüngeren Bruder und zwei jüngere Schwestern.

Welche Rolle haben Sie in Ihrer Familie?

Ich bin der Älteste unter den Geschwistern, die noch zu Hause leben. Deshalb ist es gewissermaßen meine Aufgabe, mit gutem Beispiel voranzugehen, ein Vorbild zu sein und ein bisschen eine Vaterfigur darzu­stellen. Auf diese Rolle bin ich sehr stolz.