Wieviele Informationen passen in rund 16.000 Zeichen Interview? In jedem Fall viel zu wenig, um dem Wirken von Björn Borg als Tennisspieler und Mensch gerecht zu werden. Mit tennis MAGAZIN spricht einer der berühmtesten Tennisprofis aller Zeiten über seine Triumphe und Tragödien.
Er geht sofort dran. „Hi, hier ist Björn. Wie geht es dir?“ Wir sind zum Telefonieren verabredet. Am Vatertag. Der Anlass ist unter anderem auch unser Jubiläum – 50 Jahre tennis MAGAZIN. Im Erscheinungsjahr, 1976, gewann Björn Borg zum ersten Mal Wimbledon. Das passt perfekt. „Herzlichen Glückwunsch. Das ist wirklich eine Leistung“, gratuliert uns der inzwischen 70-jährige Schwede, bevor wir anfangen.
Herr Borg, wo erreichen wir Sie?
Im Moment sind wir – meine Frau und ich – in Stockholm. Wir werden noch etwa zwei Wochen hierbleiben und danach nach Ibiza fahren. Wir haben dort ein Haus und werden den Sommer auf Ibiza verbringen.
Sie haben gerade ein Buch geschrieben. Warum?
In den letzten 20 Jahren habe ich viele Angebote aus England und den USA bekommen, ein Buch zu schreiben. Aber für mich wäre es schwierig gewesen, mich mit jemandem zusammenzusetzen, den ich nie zuvor getroffen habe und den ich nicht wirklich kenne. Dabei hätte ich mich nicht wohlgefühlt. Deshalb habe ich immer gesagt: ‘Nein, danke. Vielen Dank für die Anfrage, aber ich werde es nicht machen.’
Aber jetzt haben Sie es gemacht.
Ich brauchte jemanden, dem ich vertraue und bei dem die Chemie stimmt. Meine Frau schreibt zahlreiche wissenschaftliche Arbeiten an der Universität und macht das wirklich hervorragend. Sie ist sehr erfolgreich darin. Eines Abends gingen wir in Stockholm essen und ich fragte sie: ‘Möchtest du ein Buch über mich schreiben?’ Sie war sehr überrascht und sagte: ‘Lass mich darüber nachdenken. Ich sage dir morgen Bescheid.’ Am nächsten Tag sagte sie zu. So begann alles. Das Buch hat fast drei Jahre gedauert, weil es sehr schwierig ist zu entscheiden, was man überhaupt hineinnehmen soll. Aber wir beide sind mit dem Ergebnis sehr glücklich.
Sie haben darin praktisch alle Phasen Ihres Lebens beschrieben. Wie war die Erfahrung, alles aufzuschreiben? War es möglicherweise auch eine Art Therapie?
Ja, natürlich war es auch eine Therapie. Ich hatte viele schlechte und dunkle Jahre in meinem Leben. Deshalb ist das Buch fast schon ein Geständnis. Ich wollte vieles aussprechen. Es gab viele Dinge in meinem Leben, die ich bereut habe. Oft fragte ich mich: ‘Warum habe ich diese Entscheidung getroffen? Warum habe ich das getan?’ Es tat gut, all die Gefühle freizulassen, die tief in mir verborgen waren. Die dunklen Zeiten, die Dämonen, mit denen ich zu kämpfen hatte. Aber am Ende kam ich zu der Erkenntnis, dass ich überlebt habe.
Bild: FilaTENNISPROFI, MYTHOS, KULTFIGUR und Mode-Testimonial: Björn Borg war in den 70er- und 80er-Jahren der personifizierte Tennisboom.
Sie meinen, dass sie Drogen genommen, falschen Menschen vertraut und geschäftliche Pleiten erlebt haben.
Ja und ich habe den Weg herausgefunden – und zwar aus eigener Kraft. Ich hatte dabei eigentlich keine Hilfe. Ein paar Mal wäre ich beinahe gestorben. Aber am Ende habe ich es geschafft. Seit ich vor 26 Jahren meine Frau kennengelernt habe, bin ich ein sehr glücklicher Mensch.
Sie sind gerade 70 Jahre alt geworden. Gibt es jetzt eine Art Weisheit in Ihnen, die mit dem Alter gekommen ist?
Die Weisheit besteht darin, dass ich glücklich bin. Wir sind eine große und glückliche Familie. Ich habe zwei wunderbare Söhne und zwei wunderbare Enkelkinder. Ich bin sehr happy mit meiner Frau. Heute habe ich ein Leben, bei dem ich zu mir selbst sagen kann: Das habe ich verdient. Jetzt mit 70 habe ist endlich alles ruhig, harmonisch und voller Liebe – genau das, was ich mir immer gewünscht habe. Ich bin an dem Punkt angekommen, an dem ich mein Leben wirklich genießen kann.
In den 70er- und 80er-Jahren waren Sie der „Eis-Borg. Ist er noch Teil von Ihnen?
Nein. So haben die Menschen mich damals auf dem Tennisplatz wahrgenommen. Ich sprach kaum ein Wort. Ich war sehr fokussiert, konzentriert und nur auf die Punkte, Spiele und Matches gerichtet. Heute bin ich kein Eis-Borg mehr. Ich zeige viel mehr Gefühle. Ich glaube, gerade wegen der dunklen Phase in meinem Leben kann ich mich heute anders ausdrücken. Ich möchte das auch. Es tut mir gut zu zeigen, dass ich ein glücklicher Mensch bin. Ich bin nicht perfekt. Ich habe viele schwierige Dinge durchlebt. Aber am Ende habe ich einen positiven Weg gefunden. Deshalb zeige und äußere ich meine Gefühle heute viel stärker als früher.
Ihr Puls war legendär – 32 Schläge pro Minute.
Der ist heute höher, sonst hätte ich in meinem Alter vermutlich ein Problem (lacht). Aber ich trainiere immer noch jeden Tag. Bewegung war für mich immer eine Art Droge. Ich muss schwitzen, ich muss etwas tun. Ich spiele kein Tennis mehr, aber ich habe ein Fitnessstudio zu Hause und trainiere täglich. Meine Herzfrequenz war sehr niedrig, als ich in meinen Zwanzigern professionell Tennis spielte. Ich wurde auf dem Tennisplatz nie müde. Wirklich nie. Ich war in einer außergewöhnlich guten körperlichen Verfassung.
Unser Magazin feiert mit dieser Ausgabe sein 50-jähriges Bestehen. Das erste Heft erschien 1976, in dem Jahr, in dem Sie Wimbledon zum ersten Mal gewonnen haben. Welche Erinnerungen haben Sie daran?
Als Kind hatte ich zwei große Träume: für Schweden im Davis Cup zu spielen und einmal im Hauptfeld von Wimbledon zu stehen. Schon als ich acht oder neun Jahre alt war und Bälle gegen eine Garagenwand schlug, stellte ich mir vor, für das Davis Cup-Team zu spielen oder die erste Runde in Wimbledon zu bestreiten. Dort zum ersten Mal im Hauptfeld zu spielen, war etwas ganz Besonderes. Anfangs fühlte ich mich auf Rasen nicht wirklich wohl, aber ich lernte mit der Zeit, darauf zu spielen. Als ich dann 1976 das Finale gewann, war das ein unglaublicher Moment. Mein Kindheitstraum wurde wahr. Plötzlich war ich Wimbledon-Champion. Für viele Tennisspieler auf der Welt ist Wimbledon der größte Traum. Deshalb war dieser erste Sieg etwas ganz Außergewöhnliches.
War der erste Titel der schönste?
Ja, der erste war wahrscheinlich der schönste. Aber der befriedigendste war der fünfte Titel gegen John McEnroe. Dieses Match hatte einfach alles: Spannung, großartiges Tennis und ein unglaubliches Publikum. Zum ersten Mal sahen viele Menschen einen Tiebreak auf diesem Niveau, besonders bei einem Grand Slam-Turnier. Deshalb war das wahrscheinlich der befriedigendste Sieg meiner gesamten Karriere.
Sie sind immer noch der einzige Spieler, der dreimal hintereinander Roland Garros und Wimbledon gewonnen hat: 1978, 1979 und 1980.
Ja, das sagen mir die Leute auch immer wieder. Natürlich weiß man nie, was in Zukunft passiert. Aber es ist sehr schwierig, im selben Jahr sowohl Paris als auch Wimbledon zu gewinnen. Man wechselt von Sand auf Rasen das sind zwei völlig unterschiedliche Welten. Dass ich das dreimal geschafft habe, macht mich sehr stolz.
Haben Sie noch Ihre alten Pokale, Schläger oder Outfits aus dieser Zeit?
Ich habe noch einige Kleidungsstücke von Fila. Die Marke liegt mir sehr am Herzen. Als Fila in den 1970er-Jahren aufkam, war das Design etwas völlig Neues im Tennis. Ich war ein Teil davon, und darüber freue ich mich bis heute. Ich arbeite immer noch mit Fila zusammen. Die Menschen dort sind großartig, die Organisation ist hervorragend. Deshalb habe ich auch einige meiner alten Outfits aus den Siebzigern behalten.
Wäre ein Björn-Borg-Museum vorstellbar?
Nicht wirklich. In Stockholm gibt es ein Sportmuseum, in dem viele Erinnerungsstücke aus verschiedenen Sportarten ausgestellt sind. Dort befinden sich auch einige Dinge von mir. Aber ein eigenes Björn-Borg-Museum habe ich nicht und ich plane auch nicht, eins zu eröffnen.
Wer war der beste Spieler,gegen den Sie je gespielt haben?
Die größten Rivalitäten hatte ich mit John McEnroe und Jimmy Connors. Die Matches zwischen uns dreien waren außergewöhnlich. Auch wenn McEnroe und Connors gegeneinander spielten, war das immer etwas Besonderes. Natürlich gab es auch andere großartige Spieler, aber wenn ich zwei Namen nennen müsste, wären es Connors und McEnroe.
Heute sind alle Grand Slams wichtig. In Ihrer aktiven Zeit reisten viele Spieler nicht nach Melbourne. Sie schreiben in Ihrem Buch, dass Sie nur nach einem US-Open-Sieg nach Australien gereist wären, um zu versuchen, alle vier Grand Slams in einem Jahr zu gewinnen.
Ja, das stimmt. Hätte ich die US Open gewonnen, wäre ich nach Australien geflogen. Mit New York war es seltsam. Ich spielte dort eigentlich gutes Tennis, aber zum Gewinnen braucht man manchmal dieses kleine Extra. Besonders in zwei Finals hatte ich große Chancen: 1976 gegen Connors und 1980 gegen McEnroe, als ich in fünf Sätzen verlor. Ich war nah dran, aber irgendetwas fehlte. Rückblickend würde ich allerdings niemals Wimbledon gegen einen US Open-Titel eintauschen.
1976 wurde Tennis in Deutschland auch durch Sie populärer. Erinnern Sie sich an deutsche Turniere?
Ich habe nur einmal in Hamburg gespielt. Dort verletzte ich mich im Viertelfinale und musste aufgeben. Hamburg war immer ein großartiges und traditionsreiches Turnier. Außerdem erinnere ich mich sehr gut an den Davis Cup. 1975 spielten wir gegen Deutschland in Berlin. Wir hatten Glück und gewannen schließlich die Begegnung. Deutschland hatte immer starke Turniere. Und Tennis war dort sehr beliebt – vor allem später durch Boris Becker und Steffi Graf. Sie haben den Sport in Deutschland auf ein neues Niveau gehoben. Die deutschen Zuschauer waren immer sehr sachkundig. Sie verstanden Tennis wirklich. Deshalb habe ich es immer genossen, dort zu spielen.
Boris Becker hat wie Sie Höhen und Tiefen erlebt. Wie erleben Sie ihn heute?
Boris und ich sind sehr gute Freunde. Wir stehen in Kontakt und sehen uns jedes Jahr. Wir hatten beide Probleme im Leben, allerdings in unterschiedlichen Bereichen. Er musste schwierige Zeiten durchstehen und ich ebenfalls. Das Schöne ist: Wir haben beide den Weg zurückgefunden. Heute ist Boris glücklich. Er hat eine Familie, ein kleines Kind und weiß genau, was er tun möchte. Er reist zu Turnieren und macht Dinge, die ihm Freude bereiten. Ich freue mich sehr für ihn, dass er sein Leben wiedergefunden hat.
Bild: ImagoBegegnung beim Laver Cup: Borg ist seit Jahrzehnten freundschaftlich mit Boris Becker verbunden.
Es ist bekannt, dass Sie für Boris ein Vorbild waren. Und Ihr Vorbild hieß Rod Laver.
Ja, Rod Laver war mein Idol, als ich mit Tennis begann. Er spielte anders als ich, aber ich bewunderte seine Art auf dem Platz. Er sprach kaum, war konzentriert und fokussiert. Genau so wollte ich auch sein, falls ich einmal erfolgreich werden sollte. Mit Boris habe ich oft über Tennis gesprochen. Er hat viele meiner Spiele verfolgt. Ich erinnere mich noch sehr gut daran, wie ich sein erstes Wimbledon-Finale gesehen habe. Es war etwas Besonderes. Danach hat er so viel erreicht und den Tennissport in Deutschland und weltweit vorangebracht.
Als Becker 1985 Wimbledon gewann, spielten Sie nicht mehr. Erst später versuchten Sie ein Comeback. Wie haben Sie diese Phase erlebt?
Ich saß zu Hause und schaute Wimbledon im Fernsehen. Wenn ich heute auf meine Karriere zurückblicke, gibt es eine Sache, die ich wirklich bereue. Ich bereue nicht, dass ich mit dem Tennisspielen aufgehört habe. Ich hatte meine Motivation verloren und hatte nicht mehr dieselbe Freude daran. Was ich bereue, ist etwas anderes: Warum bin ich dem Tennissport nicht verbunden geblieben? Das war eine dumme Entscheidung. Ich hätte nicht jede Woche zu Turnieren reisen müssen, aber ich hätte Teil der Tenniswelt bleiben können. Dort waren meine Freunde, meine Kontakte, mein Sport, den ich liebte. Auch meine Sponsoren wie Fila oder Diadora wollten unbedingt, dass ich weitermache. Nicht als Spieler, sondern als Persönlichkeit im Tennis. Sie boten mir sehr gute Verträge an. Aber ich sagte zu allem Nein. Heute denke ich: Das war ein Fehler.
Haben Sie Ihr Comeback 1991 in Monte Carlo gegen Jordi Arrese bereut?
Nein. Viele Menschen haben nie verstanden, warum ich zurückkam. Ich kam nicht zurück, um wieder eine große Tenniskarriere zu starten. Mein Comeback hatte einen völlig anderen Grund: Ich wollte überleben! Ich befand mich damals in einer sehr schlechten Verfassung. 1990 trainierte ich sechs Monate lang in London. Ich spielte schlecht, und das war mir völlig egal. Es ging mir nicht darum, gut Tennis zu spielen. Es ging darum, mein Leben wieder in den Griff zu bekommen. Nur meine Eltern wussten den wahren Grund meines Comebacks. Niemand sonst. Während dieser Zeit erhielt ich viele Angebote von Schläger-, Schuh- und Bekleidungsfirmen. Sie boten mir enorme Summen an, weil sie wussten, dass ich in Monte Carlo antreten würde. Aber ich lehnte alles ab. Die Leute verstanden nicht, warum jemand so viel Geld ablehnen konnte. Sie wussten nicht, weshalb ich wirklich zurückkam. Ich wollte einfach nur mein Leben retten und wieder glücklich werden.
Deshalb haben Sie auch mit einem Holzschläger gespielt?
Ja. Ich wollte die gleiche Routine haben wie vor meinem Karriereende. Es war mir egal, ob ich mit einem Holzschläger spielte. Die Leute sagten ständig: ‘Björn, du musst den Schläger wechseln. Mit einem Holzschläger bist du nicht mehr konkurrenzfähig.’ Und ich antwortete: ‘Doch, ich kann damit spielen.’ Sie verstanden nicht, dass ich gar nicht wegen des sportlichen Erfolgs zurückgekommen war. Natürlich wusste ich, dass ich moderne Schläger hätte verwenden müssen, wenn ich wirklich wieder auf höchstem Niveau hätte spielen wollen. Aber darum ging es nicht. Die Leute fragten sich ständig, was in meinem Kopf vorging. Ob ich verrückt geworden sei oder nicht nachdenken würde. Aber das spielte für mich keine Rolle. Das Wichtigste war, das zu erreichen, was ich für mein eigenes Leben erreichen wollte.
Bild: ImagoDauergast in Wimbledon: Björn Borg mit seiner dritten Ehefrau Patricia Östfeldt, die er 2002 heiratete und die jetzt seine Biografie „Herzschlag, die Geschichte meines Lebens“, schrieb.
Sean Connery hat es gehasst, immer nur als James Bond wahrgenommen zu werden. Gab es Zeiten, in denen Sie es gehasst haben, der Mythos „Björn Borg“ zu sein?
Das ist eine schwierige Frage. Grundsätzlich war ich immer gerne ich selbst. Aber manchmal wollte ich einfach ein Privatmensch sein. In den 1970er-Jahren war der Schutz für Spieler längst nicht so gut wie heute. Wenn ich in ein Hotel eincheckte, standen dort 300 oder 400 Menschen in der Lobby. Wenn ich in ein Restaurant ging, waren Fotografen und Journalisten da. Egal, in welchem Land ich mich befand, ich konnte nirgendwo einfach unerkannt hingehen. Das war schwierig. Trotzdem bin ich stolz auf meinen Namen. Ich bin stolz auf das, was ich erreicht habe. Ich hätte mir nur gewünscht, manchmal etwas mehr Privatsphäre und Schutz zu haben.
Sie haben so viele berühmte Menschen getroffen. Haben Sie durch diese Begegnungen etwas gelernt?
Ich würde nicht sagen, dass ich etwas Bestimmtes gelernt habe, aber es war faszinierend, all diese Menschen kennenzulernen. Premierminister, Präsidenten, Schauspieler, Sänger, Könige oder Königinnen – das war etwas Besonderes. Dabei habe ich festgestellt, dass viele dieser berühmten Persönlichkeiten ebenfalls ein schwieriges Leben haben. Sie tragen enorme Verantwortung und stehen ständig im Rampenlicht. Auch sie haben Probleme, auf die eine oder andere Weise. Trotzdem bin ich sehr dankbar, dass ich die Gelegenheit hatte, so viele interessante und berühmte Menschen kennenzulernen.
Gab es jemanden, der besonders herausstach?
Ja. Mitte der 1990er-Jahre spielten wir auf der Senior Tour in Johannesburg. John McEnroe war ebenfalls dort. Nelson Mandela wollte uns treffen und lud uns zu sich nach Hause ein. John und ich fuhren zu ihm. Wir setzten uns an einen Tisch und begannen zu reden. Dann erzählte Mandela uns, dass er während seiner Haftzeit auf Robben Island ein Radio hatte. Damit hatte er das Wimbledon-Finale 1980 verfolgt. Er erzählte John und mir die ganze Geschichte, während wir ihm gebannt zuhörten. Das war unglaublich. Dieser Mann war eine außergewöhnliche Persönlichkeit.
Haben Sie den Eindruck, dass viele Menschen Sie heute eher wegen Ihrer Modemarke Björn Borg als wegen Ihrer Tenniserfolge kennen?
Bei den jungen Leuten ist das wahrscheinlich so. Viele Kinder oder Jugendliche hören den Namen Björn Borg und sagen: ‘Ach, das ist doch der Typ mit der Unterwäsche.’ Sie verbinden meinen Namen stärker mit der Bekleidungsmarke als mit meinen Tennisergebnissen.
Wie erfolgreich ist Ihre Marke?
Sie entwickelt sich sehr gut. Sie ist international erfolgreich, hat großartige Mitarbeiter und eine starke Organisation. Es werden viele Produkte verkauft und insgesamt läuft das Geschäft ausgezeichnet.
Welche Pläne haben Sie für die Zukunft?
Ein schönes Leben zu haben. Unser Haus auf Ibiza liegt direkt am Strand. Morgens sitze ich dort beim Frühstück, schaue auf das Mittelmeer und sehe die Sonne über dem Meer aufgehen. Nach allem, was ich erlebt habe, habe ich endlich Frieden in meinem Leben gefunden.