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Mail aus Melbourne: Big Bigger Aussie Open

Mail aus Melbourne: Big Bigger Aussie Open

Ein neues Dach, das National Tennis Centre in vollem Einsatz, dazu noch ein Showcourt. Die Australian Open scheinen den anderen Grand Slam-Turnieren zu enteilen.

Der erste Tag im Melbourne Park und die Anlage ist rappelvoll. Show Court 2? Kaum eine Chance, auf den Platz zu kommen, auf dem Grigor Dimitrov gegen Dustin Brown spielt. Der Bulgare gewinnt klar in drei Sätzen. Zwischen den Außenplätzen ist noch mehr Gedränge. Man fühlt sich wie bei den French Open. Aber die Anlage in Melbourne ist mehr als doppelt so groß. Und: Sie soll noch größer werden. „Die Australian Open werden das größte Grand Slam-Turnier der Welt. Sie stellen Wimbledon, Paris und die US Open in den Schatten“, schlagzeilt das Boulevardblatt Herald Sun. In jedem Fall läuft das Wettrennen der Majors auf vollen Touren. Melbourne hat zur Zeit die Nase vorn.

Wer das im letzten Jahr eingeweihte National Tennis Centre gesehen hat, kommt aus dem Staunen nicht mehr heraus. Acht tiefblaue Indoor-Courts reihen sich wie Perlen an der Schnur in einem perfekt designten, von Palmen umgebenen Tennistempel aneinander. Vor der Halle befinden sich fünf Hardcourts, daneben acht Ascheplätze.

In fünf Minuten ist das Schiebedach zu

Neuestes Prunkstück: die Margaret Court Arena, die jetzt überdacht ist, und von der man einen fantastischen Blick auf die Skyline Melbournes genießen kann. In weniger als fünf Minuten schließt sich das Schiebedach. „Das dürfte Weltrekord sein“, sagt ein Sicherheitsmann. In jedem Fall Weltrekord sind drei Dächer bei einem Turnier. Zum Vergleich: Alle drei anderen Majors bringen es insgesamt auf ein Dach (in Wimbledon). Die Zuschauerkapazität der MCA, wie die Margaret Court Arena hier nur heißt, hat sie auch erweitert. 7.500 Fans passen rein. Insgesamt verkaufen die Gastgeber 30.000 Tickets täglich allein für ihre drei Centre Courts – Day- und Nightsession.

Mehr als 64.000 Zuschauer an einem Tag

2014 kamen am ersten Tag fast 64.000 Fans. Die Zahl dürfte getoppt werden. Ein Ende des Booms ist nicht in Sicht. 366 Millionen australische Dollar hat der Ausbau der Anlage bis jetzt verschlungen. Im Gegensatz zu den anderen Grand Slam-Turnieren zahlt das Geld der Bundesstaat Victoria. Anders formuliert: Es handelt sich um Steuergelder. Die Millionen, die die Australian Open an Kartenerlösen und TV-Deals jährlich einnehmen, können anderweitig verwendet werden – beispielsweise für diverse Juniorenförderprogramme.

Der nächste Schritt: Nach dem Turnier wird die Rod Laver Arena umgebaut. Für die Zuschauer wird eine riesige, überdachte Terrasse gebaut. Ein architektonisches Meisterwerk soll es werden. Damit noch nicht genug: Ein zusätzlicher, 5.000 Zuschauer fassender Showcourt, ist auch geplant – Big, bigger Melbourne.