Bildschirmfoto 2015-02-06 um 16.53.09

Mail aus Stuttgart: Verschnupfte Görges, „topmotivierte“ Petkovic

Am Wochenende startet der Fed Cup in die neue Saison. Das deutsche Team trifft zum Auftakt in Stuttgart auf Australien. Unser Reporter vor Ort mit den Eindrücken vor den Matches am Samstag und Sonntag in der Porsche Arena.

Angelique Kerber hat nach dem Vormittagstraining den Centre Court der Porsche Arena noch gar nicht verlassen, als die Aufbauarbeiten für die anschließende Auslosungszeremonie beginnen. Das Procedere wird diesmal direkt auf dem Spielfeld abgehalten.

Eine gute halbe Stunde später – das schlichte Ambiente mit Podest, Tischen und Stühlen ist inzwischen hergerichtet und die Pressevertreter haben auf der größeren der beiden Kopftribünen Platz genommen, – kehrt sie mit ihren Mannschaftskolleginnen und Trainerin Barbara Ritter zurück in die Arena. Daran, dass die Kielerin die Nummer eins im Team ist, hat sich trotz holprigen Saisonstarts und ihrer Erstrundenpleite in Melbourne nichts geändert. Kerber ist gesetzt. Offen ist lediglich bis zuletzt die Frage, wer neben ihr das zweite Einzel bestreitet.

Die Reihenfolge, in der die DTB-Damen in die Halle einlaufen, entspricht nicht nur den aufsteigenden Weltranglistenpositionen, sondern auch der Aufstellung, die die Teamchefin gewählt hat. Auf Kerber folgt Petkovic, dahinter Lisicki und Görges.

Alles wie gehabt also. Dabei wäre vor allem Julia Görges eine ernsthafte Alternative gewesen. War sie doch die einzige aus dem Quartett, die zuletzt überzeugen konnte.

In jenem Moment, in dem Rittner ihre „Bauchentscheidung“ damit erklärt, dass Görges zwar einen enormen Schwung aus Australien mitgenommen habe, aber ziemlich erkältet in Stuttgart angekommen sei, muss die Verschnupfte zum Taschentuch greifen. Als wolle sie sagen: „Seht her, mir geht es wirklich nicht gut.“ Was aber gar nicht nötig gewesen wäre. Denn ihr ist die Erkältung auch so anzusehen, sie wirkt blass und erschöpft. Für das möglicherweise entscheidende Doppel am Sonntag an der Seite von Sabine Lisicki ist sie dennoch fest eingeplant.

Ganz anders Andrea Petkovic. Die „Gute-Laune-Beauftragte“ des Teams präsentiert sich als eben solche, scherzt ausgelassen mit Kerber und strahlt über das ganze Gesicht. Keine Spur von Frust nach drei Erstrundenpleiten im Januar, darunter eine gegen ihre Sonntags-Gegnerin Jarmila Gajdosova.

Sie habe „in der Zwischenzeit fleißig trainiert, an Dingen gearbeitet, die nicht so gut waren“ und sei „topmotiviert“, gibt die sie zu Protokoll. Gegenüber Lisicki sei es laut Rittner ein großer Vorteil, dass Petkovic im letzten Jahr viel Erfahrung in der Position als Nummer zwei sammeln konnte.

Am Samstag geht sie gegen Samantha Stosur ins Rennen, im Anschluss an Kerbers Eröffnungsmatch gegen Gajdosova.

Und die Australierinnen? Von der Aufstellung Gajdosovas anstelle von Dellacqua war Rittner „nicht großartig überrascht“. Sie hatte in Melbourne ausreichend Gelegenheit, die Gegnerinnen zu analysieren. Die Entourage aus Down Under gibt sich höflich und zurückhaltend. Das wird sich spätestens morgen ab 13 Uhr ändern.



Schreibe einen neuen Kommentar