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Serve & Drive in Australien: Sydneys Frischzellenkur

Ein Roadtrip in Australien – von Sydney nach Melbourne. In dieser Woche steuert tennis MAGAZIN mit dem Porsche Cayenne einige Tennis-Hotspots in Down Under an. Heute haben wir das Combined Event „Sydney International“ im Olympic Park besucht.

Fotos: Jürgen Hasenkopf

„You gotta love this city”! In dem Song der Gruppe „The Whitlams” geht es um einen jungen Mann, der seinen Job verliert und betrunken durch den Hafen von Sydney wandert, als bekanntgegeben wird, dass Sydney den Zuschlag für die Olympischen Spiele 2000 bekommt. Ja, wirklich, „you gotta love this city”! Man muss Sydney einfach lieben. Es geht nicht anders. Wer etwas anderes behauptet, mit dem stimmt etwas nicht. Spätestens seit den emotionalen und begeisternden Olympischen Spielen 2000 ist Sydney zur Weltstadt aufgestiegen. Jedes Jahr zu Silvester gehen die Bilder vom farbenrohen Feuerwerk im Hafen von Sydney mit dem Opera House und der Harbour Bridge im Hintergrund um die Welt. Ein Besuch in der mit knapp fünf Millionen Einwohnern größten Stadt Australiens sollte auf jeder „bucket list“ stehen, also der Wunschliste mit Dingen, die man vor Lebensende gemacht haben will.

Die Harbour Bridge in Sydney ist die Bogenbrücke mit der größten Spannweite.

Der erste Rendezvous mit Sydney ist wie Liebe auf den ersten Blick. Und wenn nicht: Spätestens wenn man in Darling Harbour über die Brücke spaziert und aus den Lautsprechern der Song „Take my breath away“ hört, dann sollte es um einen geschehen sein. Sydney ist eine Wohlfühlstadt, für viele die schönste Stadt der Welt, leider auch eine der teuersten. tennis MAGAZIN ist zu Besuch in der Harbour City, wie Sydney auch genannt wird – wenn auch nur sehr kurz. Unser Ziel: per Auto von Sydney nach Melbourne zu den Australian Open. Unser treuer Begleiter auf unserer Tour durch Australien ist der Porsche Cayenne – in der trendigen Farbe Biskay Blue Metallic. Fahrspaß mit insgesamt 441 PS, der den Linksverkehr in Australien problemlos meistert.

Hingucker: tennis MAGAZIN fährt mit dem Porsche Cayenne durch Australien.

Spontan-Interview mit Nachwuchshoffnung Henri Squire 

Auch wenn sich die meisten „Sydneysider“ wünschen, dass die Australian Open wieder in Sydney stattfinden sollen (Sydney war im 20. Jahrhundert 17-mal Gastgeber des Turniers), bleibt dies wohl nur ein Wunsch. Bis zum Jahr 2036 finden die Australian Open auf jeden Fall in Melbourne statt. Großes Tennis gibt es trotzdem zu sehen in Sydney. Wie jedes Jahr ist die ATP- und WTA-Tour eine Woche vor den Australian Open mit einem „combined event“ zu Gast in Sydney. Mit dabei ist Titelverteidigerin Angelique Kerber, die sich hier seit 2013 die Feinjustierung für Melbourne holt. Wir machen uns auf den Weg zum Olympic Park in Homebush Bay, einem Vorort von Sydney. Tommy Haas holte hier 2000 die Silbermedaille bei den Olympischen Spielen. Vorher ein kleiner Abstecher zum Eastcourts Tennis Club im Stadtteil Kingsford. Das Besondere: Der Club, der mitten in einem Wohngebiet liegt, verfügt über acht rote Sandplätze. Ungewöhnlich für Australien, wo vorwiegend auf Hartplatz und Rasen gespielt wird. Wobei: Der Belag heißt „Classic Clay“ – eine künstliche Tonoberfläche, die laut Eigenwerbung alle normalen Eigenschaften eines herkömmlichen Sandplatzes haben soll, aber nicht so intensiv gepflegt werden muss.

Talent: Henri Squire und Freundin Antonia trainieren mit David Squire im Eastcourts Tennis Club in Kingsford, Sydney.

Bei unserem Besuch im Eastcourts Tennis Club treffen wir zufällig ein bekanntes Gesicht aus der deutschen Tennisszene: Henri Squire. Der 18-Jährige trainiert mit seinem Vater und Trainer David Squire und seiner Freundin Antonia Balzert, die ebenfalls eine Profikarriere anstrebt. Squire, der vergangenes Jahr an der Seite von Rudi Molleker in der Juniorenkonkurrenz bei den Australian Open das Finale erreichte, will in kleinen Schritten in Richtung Profi. Zunächst einmal liegt der Fokus auf dem Abitur, danach will er voll durchstarten. Sein spielerisches Vorbild: Juan Martin del Potro.

Schöne neue Tenniswelt in Sydney

Weiter geht es zum Sydney International, dem letzten großen Aufgalopp vor den Australian Open. Die Anlage, die anlässlich der Olympischen Spiele 2000 errichtet wurde, genügt nicht mehr den modernsten Ansprüchen. Eine Frischzellenkur muss her. Für 50,5 Millionen Australische Dollar wird das Gelände renoviert. Der Centre Court, die Ken Rosewall Arena, sowie Court 1 sollen ein Dach bekommen. Die großen Investitionen haben einen Grund. Sydney wird der große Player beim ATP Cup sein, der 2020 im Januar erstmals ausgetragen wird. Ein Mannschaftsturnier der Superlative: 24 Nationen mit insgesamt 100 Spielern spielen zehn Tage lang um den Titel und um 750 Weltranglistenpunkte. 15 Millionen US-Dollar werden beim ATP Cup ausgeschüttet. „Durch das Durchführen des Events mit Tennis Australia, das bekannt ist als exzellenter Ausrichter, wissen wir, dass das Turnier vom ersten Jahr an ein großer Erfolg werden wird“, sagt ATP-Präsident Chris Kermode. Sydney hat den Zuschlag für das Finale im ATP Cup für die ersten drei Jahre bekommen. Zudem werden zahlreiche weitere Partien im Olympic Park ausgetragen.

Fahrspaß: In Australien herrscht Linksverkehr.

Die Einführung des ATP Cups bedeutet aber auch: Das 250er-ATP-Turnier in Sydney wird es nächstes Jahr nicht mehr geben – genauso wie Brisbane, das ebenfalls Austragungsort des ATP Cups sein wird. In diesem Jahr wird also der vorerst letzte Sydney-Titelträger in Sydney gesucht. Heißer Kandidat auf den Titel: Stefanos Tsitsipas. Der smarte Grieche kommt blendend an beim Publikum in Sydney. Wie es mit dem Damenturnier in Sydney weitergeht, ist noch offen. Derzeit spricht fast alles dafür, dass das Premier-Event wie gewohnt in der Woche vor den Australian Open und 2020 parallel zum ATP Cup stattfindet. Die Stardichte bei den Damen ist in Sydney extrem hoch. Zahlreiche Top-Ten-Spielerinnen gingen an den Start. Wie gut das Turnier besetzt ist, zeigt auch ein Blick in die Qualifikation. Dort mussten unter anderem bekannte Namen wie Barbora Strycova (WTA 33), Johanna Konta (WTA 37) und Kristina Mladenovic (WTA 43) ran. 2020 sehen die „Sydneysider“, wie die Einwohner der Stadt genannt werden, nicht nur die Superstars des Damentennis, sondern wohl auch wieder einige der Topleute auf der ATP-Tour. Der ATP Cup macht es möglich.

Nummer 1 des Turniers: Stefanos Tsitsipas gewann sein Auftaktmatch in Sydney ohne Probleme.