Michael Stich ist Präsidentschafts-Kandidat des DTB

Michael Stich kandidiert nicht als DTB-Präsident.

Stich entgeht einer schallenden Ohrfeige

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Das wochenlange Hickhack und Rätselraten um eine mögliche Stich-Kandidatur für das Amt des DTB-Präsidenten hat nun also ein Ende. Michael Stich zieht zurück. Freiwillig? Naja, nicht ganz. Seine Chancen bei der aktuellen Aufstellung der Bundesversammlung waren ohnehin wohl eher bescheiden. Gleichwohl er den einen oder anderen Wahlberechtigten wohl doch zuletzt noch auf seine Seite ziehen konnte. Dennoch: Dass sich Stich aus der Gefahrenzone bringt, um am Wochenende bei der Wahl in Berlin keine schallende Ohrfeige zu kassieren, ist verständlich. So etwas hat ein ehemaliger Wimbledon-Champion nicht nötig. Und Stich gebührt in gewisser Weise auch Dank. Die drohende Schlammschlacht, die eine mögliche Kampfabstimmung für/gegen Michael Stich zur Folge hätte haben können, bleibt der Bundesversammlung nun erspart.

Obwohl? Mit Schmutz wurde vor und besonders hinter den Kulissen in den vergangenen Wochen ohnehin ja schon geworfen. Die Außendarstellung des deutschen Tennis vor der DTB-Präsidentenwahl war und ist schlichtweg peinlich. Selten konnte man den Eindruck gewinnen, dass es in der Sache um die Zukunft des deutschen Tennis ging. Vielmehr vermitteln eine Vielzahl der Landesverbandspräsidenten, also diejenigen die den neuen DTB-Präsidenten wählen sollen, den Eindruck, nur sich selber und ihre Landesverbände für die Zukunft stärken zu wollen. Klar: Auch Michael Stich gab nicht immer die beste Figur ab. Eine klare Linie war kaum zu erkennen. Immerhin hatte er viele Landesfürsten mit seinem Konzept überzeugt. Und ob es nun auch richtig und nötig war, ein mögliches Schattenkabinett trotz Rückzugs öffentlich zu machen, darf bezweifelt werden.

Fakt ist: An der Spitze Tennis-Deutschlands haben weiterhin Theoretiker und keine Praktiker das Sagen. Dass es dem Deutschen Tennis Bund einfach nicht gelingt, ehemalige Weltklassespieler langfristig und erfolgreich in die Verbandsstrukturen einzubinden, ist und bleibt bedauerlich: keine Steffi Graf, kein Boris Becker, keine Anke Huber, kein Michael Stich…

Schade. Wirklich schade: Ich gebe nur mal kurz zu bedenken, ob der FC Bayern München heute ohne Leute wie Uli Hoeneß oder auch Karl-Heinz Rummenigge dort stehen würde, wo er steht? Nämlich strukturell, finanziell und sportlich ganz oben!

Lesen Sie: Die Stich-Erklärung im Wortlaut

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